Schon registriert?
Registrieren

Passwort vergessen??

Usernamen vergessen?

  • VIER PFOTEN Tierklinik rettet Elefanten in Kenia RSS-Feed

    Veröffentlicht: 31.07.2011 14:36

    Es ist ein ereignisreiches Jahr für die mobile Tierklinik von VIER PFOTEN in Kenia. Das Team muss mit einem Anstieg von Verletzungen bei Elefanten und anderen Wildtieren zurechtkommen, die auf Wilderei zurückzuführen sind. Im April ersetzte der 32-jährige Dr. Jeremiah Poghon den Gründer und bisherigen Leiter der Einsatzgruppe, Dr. David Ndeerh.

    Dr. Ndeerh hat zur kenianischen Wildlife Aufsicht gewechselt, wo er nun für die Laboranalysen verantwortlich und weiterhin im Außendienst tätig ist. Für Jeremiah Poghon erfüllt sich mit seiner neuen Arbeit der Traum, mit afrikanischen Wildtieren zu arbeiten. In den ersten Monaten musste er jedoch feststellen, dass schwere Verletzungen bei Elefanten und Großkatzen, die durch Drahtfallen und Pfeilspitzen verursacht werden, dramatisch ansteigen. Das Team muss ein unglaublich großes Gebiet in den Nationalparks von Tasvo und Amboseli abdecken. Verletzte Tiere werden oft von Touristen oder Parkpatrouillen gesichtet und gemeldet.

    In einem Notruf der Rombo Kenya Wildlife Service Station wurde von einem schwer verletzten Elefantenkalb berichtet. Als das Team vor Ort eintraf, wurde das Jungtier schnell gefunden: Ein Speer ragte aus seinem Kopf, wobei das Wurfgeschoss so tief im Nasengang zwischen den Augen festhing, dass es dem Tier unmöglich war, den Gegenstand abzuschütteln. Der Elefant wurde mit einem Betäubungspfeil narkotisiert, hatte dem tierärztlichen Team allerdings zuerst eine Verfolgungsjagd durch das dornige Gebüsch geliefert, die eine geschlagene Stunde andauerte. Der Kampfgeist des Tieres beeindruckte alle und schürte die Hoffnung, dass es sich trotz der schlimmen Fleischwunde wieder erholen würde. Der Eisenspeer wurde entfernt. Weil die Spitze sich aber in den knochigen Nebenhöhlen verfangen hatte, musste das Team eine Drahtzange verwenden, um sie herauszuziehen. Danach wurde die Wunde behandelt – ebenso wie eine zweite Verletzung auf dem Rücken, die vermutlich durch das gleiche Jagdinstrument verursacht worden war.

    Das Elefantenkalb wurde mit dem Transportwagen des Teams nach Voi gebracht, wo die Vorbereitungen für den Lufttransport nach Nairobi getroffen wurden, wo das Tier weiter behandelt wird. Auf die Frage nach seiner Prognose für den tapferen Patienten entgegnete Dr. Paghon: „Sie hat einen unglaublich starken Überlebenswillen und wird noch der Stolz dieses Landes werden“.


    Drahtfallen bedrohen die Wildtiere Kenias

    In ihrer Arbeit müssen Jeremiah Poghon und sein Team nahezu täglich verwundete Elefanten betäuben und behandeln. Meist humpeln die Tiere wegen Verletzungen an den Gliedmaßen oder dem Rüssel – letzteres kann durchaus den Gleichgewichtssinn der Tiere negativ beeinflussen. Humpelnde Wildtiere sind immerhin leicht zu erspähen und können meist erfolgreich behandelt werden. Nach der Aufhebung der Narkose werden sie an Ort und Stelle wieder in die Freiheit entlassen – mit guter Aussicht auf schnelle Genesung.

    Die immer häufigeren Fälle von Drahtfallen stellen allerdings eine große Bedrohung für die Wildtiere Kenias dar. So wurde ein Elefant mit einem scharfen Draht, der sich um das rechte Ohr gewickelt hatte, gerade noch rechtzeitig entdeckt. Der Draht hatte schon fast das Ohr in zwei Hälften geteilt und musste dringend entfernt werden, ebenso wie das tote Gewebe. Auch dieser Dickhäuter konnte mit einer guten Prognose entlassen werden.


    Wiedersehen mit dem Löwen Kip

    Zu den weiteren Aufgaben zählt die Fortsetzung des im letzten Jahr gestarteten Überwachungsprogramms ausgewählter Löwen mit Hilfe von Senderhalsbändern, die regelmäßig ausgetauscht werden müssen. Neben drei anderen Tieren erhielt auch das junge Männchen Kip ein neues Halsband. Kip war 2010 von der VIER PFOTEN Tierklinik gerettet worden, nachdem sich die aufgeweckte Großkatze mit zwei Artgenossen angelegt hatte und dabei schwer verletzt worden war. Ambogga, Belter und Amy wurden ebenfalls für das Tragen eines Senderhalsbands ausgewählt, was sich bisher als erfolgreiche Methode erwiesen hat, die Laufwege der Tiere zu analysieren und sie von den Herden der Bewohner – und damit auch von deren Zorn – fernzuhalten.

    Ein anderer Löwe wurde wegen Krätze behandelt: Um die an der Hautkrankheit leidende Löwin anzulocken, spielte das Team Aufnahmen des Hilferufs eines Büffelkalbes ab. Die Tonaufnahme zog auf der Stelle 24 Hyänen an. Die positive Seite: Auch das Löwenrudel, das eigentlich als Publikum vorgesehen war, ließ sich später noch blicken.


    Die mobile Veterinärklinik wird von der David Sheldrick Wildlife Stiftung in Kooperation mit dem Kenianischen Wildlife Service geführt und von VIER PFOTEN finanziert.


    05.10.2010

    Quelle:
    http://www.vier-pfoten.de/website/ou...677&language=1