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  • Einsatz gegen Drahtfallen und Wilderei RSS-Feed

    Veröffentlicht: 31.07.2011 14:28

    In den vergangenen Monaten erlebten die Mitarbeiter der VIER PFOTEN Tierklinik in Kenia eine Reihe ungewöhnlicher Fälle.


    Mit dem Monat Mai kommt auch das Ende der Regenzeit in Kenia. Für die Arbeit von Tierarzt Dr. Jeremiah Poghon und seinen Kollegen bedeutet dies meist, dass die Anzahl der Fälle, um die sie sich kümmern müssen, langsam aber stetig wieder ansteigt.

    Zu den ungewöhnlichen Fällen der letzten Zeit gehört die Rettung eines verletzten Löwenjungen und die Behandlung eines von Wilderern verwundeten Elefanten, der am Ende das Fahrzeug des Teams angriff.

    Die kleine Löwin wurde auf etwa drei Monate geschätzt, als sie in der Gegend von Lamu gesichtet wurde. Das Jungtier war völlig dehydriert und wurde mit Hilfe einer Käfigfalle eingefangen. Daraufhin brachte man es in den Tsavo East Park, der die Basisregion der Arbeit von Dr. Poghon und seinem Team darstellt.


    Das Tier hatte auch einige Verletzungen, die es sich möglicherweise selbst beigebracht hat.

    Nach der Ankunft in der Klinik wurde die Löwin mit flüssiger Glucose und später mit Milch ernährt, bis sie wieder zu Kräften kam und sich erholte. Sie wird nun in der Tierwaisen-Station von Nairobi weiterversorgt. Die angesehene Institution, die von der Partnerorganisation “David Sheldrick Wildtier-Stiftung” geführt wird, erreicht allerdings langsam die Grenze ihrer Kapazität.


    Ein ungestümer Elefant

    Die leider immer noch sehr hohe Anzahl von Fällen, die durch Drahtfallen verursacht werden, betrifft nahezu alle Tierarten, Raubtiere genauso wie Wasserböcke und Antilopen. Einige Tiere, die sich in den hinterlistigen Drähten verfangen hatten, wurden kurzzeitig betäubt, so dass die Schlingen entfernt werden konnten. In den meisten Fällen kommen zudem Antibiotika zum Einsatz, um Infektionen zu verhindern. Pfeile und Speere werden ebenfalls häufig von Wilderern verwendet, besonders jetzt da sich die Elefantenpopulationen spürbar erholt haben. Ein Elefant, der einen solchen Angriff überlebt hatte, wurde auf dem Gebiet der Galana Ranch entdeckt; doch mehrere Versuche das Tier einzufangen, mussten abgebrochen werden, da sich der beachtlich sture Elefant auf eine Flussinsel zurückgezogen hatte, die von Krokodilen umgeben war.


    Abenteuerliche Rettung


    Die Rettung des Dickhäuters ging auch abenteuerlich weiter, als die Bemühungen, sich dem Tier zu nähern und es für die Behandlung zu betäuben, am nächsten Tag fortgeführt wurden. Letztendlich gelang es dem Team, an das Versteck des schwer verwundeten Elefanten heranzukommen und ihn mit einem Etorphin-Pfeil zu narkotisieren. Die Wunden, die wie vermutet von einer Hochgeschwindigkeitswaffe verursacht worden waren, wurden gereinigt und mit Antibiotika behandelt.

    So schwer es war, das große Tier zu betäuben, so schwierig sollte auch seine Wiederbelebung werden: Mit starken Seilen wurde der Elefant wieder auf die Beine gestellt, woraufhin der Gigant in eines der Sicherheitsfahrzeuge raste. Zum Glück wurde niemand verletzt und der schwierige Patient konnte den Schauplatz mit einer soliden Genesungsprognose verlassen.

    29.07.2011

    Quelle: http://www.vier-pfoten.de/website/ou...322&language=1