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  • Junge Hündin qualvoll misshandelt

    Bei diesem Artikel kamen mir gerade die Traenen, aber lest selber.

    Starke Einblutungen am Bauch, Querschnittslähmung, stumpfes Trauma am ganzen Körper. Die Diagnose ließ Tierarzt Elmar Wißling keine Wahl. Er musste die junge Jack Russel Hündin "Honey" am Donnerstag einschläfern. "Das Tier hatte unglaublich gelitten", so der Veterinärmediziner aus Redefin. "Die Euthanasie hat es von seinen Qualen erlöst."

    Als Hündin "Honey" am Donnerstagmorgen gegen acht Uhr vor dem Zaun des Tierarztes gefunden wurde, konnte sie schon nicht mehr laufen. "Sie war noch bei Bewusstsein, aber völlig verstört", sagt Elmar Wißling. Was zuvor passiert war, wussten an dem Morgen schon viele Anwohner in der Belscher Straße. Denn dort war "Honey" am Mittwochabend mit ihrer Besitzerin Svany unterwegs. Kurz vor der Haustür ist die junge Hündin plötzlich auf das Nachbargrundstück gelaufen. Offenbar wollte sie eine Katze jagen, die ins Hühnergatter des Nachbarn sprang. "Ich bin gleich hinterher", sagt die 19-jährige Svany. "Aber da hatte sie der Nachbar schon gepackt. Er ging ihr an die Kehle, zog sie an den Hinterbeinen und schlug mit voller Wucht auf sie ein", erzählt die junge Frau. "Honey hat gejault und ich habe geschrien und versucht den Hund zu befreien." Blöder Köter und dumme Schlampe soll der Mann immer wieder gerufen haben. "Er roch stark nach Alkohol", erinnert sich Svany, die am Ende nicht nur Angst um ihren Hund, sondern auch um sich hatte. Die junge Frau lebt erst seit zwei Jahren in Redefin. Sie hat sich für die Zeit der Ausbildung zur Pferdewirtin im Landgestüt eine Wohnung im Dorf gemietet. Ihr Hund "Honey" war erst ein halbes Jahr alt.

    An jenem Abend hat sie sofort die Polizei gerufen. Nachbarn kamen auf die Straße, boten ihr Hilfe an. "Ich kann kaum glauben, was hier passiert ist", sagt der Redefiner Arno Borchardt. Er wohnt im selben Hausaufgang wie Svany. "In unserer Straße leben noch drei weitere Hunde. Wer garantiert denn, das mit denen nicht das Gleiche passiert." Er und die Nachbarn aus der Belscher Straße wollen jetzt besonders wachsam sein. "Wir können ja froh sein, dass nicht noch Schlimmeres mit Svany passiert ist", sagt Borchardt.

    Den Hund konnte Svany an jenem Abend nur kurz bei sich halten. "Er hat sich übergeben und am ganzen Körper gezittert und ist dann ins Maisfeld geflüchtet", erzählt sie. Bis um 3 Uhr nachts habe sie nach ihm mit Taschenlampe gesucht. Vergeblich. Und dann kam am Morgen der Anruf vom Tierarzt.

    Die Kriminalpolizei hat inzwischen die Ermittlungen aufgenommen. "Der Beschuldigte wird demnächst im Revier vernommen und die Hundehalterin als Zeugin gehört", sagt Kriminalhauptkommissar Uwe Simon aus Hagenow.

    Die Polizei habe am Donnerstagabend den 55-jährigen Beschuldigten mit aufs Revier genommen. Zum gerichtsverwertbaren Alkoholtest. Der Wert lag "weit über 2,5 Promille". Auch Revierleiter Uwe Mathews zeigt sich beim Lesen des Protokolls entsetzt. "Wir nehmen diesen Sachverhalt verdammt ernst", sagt er. Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gäbe es öfter mal. "Aber in dieser Form habe ich das so noch nicht erlebt." Auch bei Tierarzt Elmar Wißling nehmen die Fälle von misshandelten Tieren zu. "Ob Hund, Katze oder Vogel. Die Tiere werden nicht nur gequält. Sie leiden auch, weil sie einfach falsch gehalten werden." Derartige Brutalität wie im Fall "Honey" aber sei in seiner ganzen 45-jährigen Dienstzeit nicht vorgekommen.

    Gegen den beschuldigten 55-jährigen Mann aus Redefin wird jetzt wegen einer Straftat ermittelt. Ihm wird Beleidigung, Körperverletzung und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen.

    Aussender: nnn.de
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