Er ist berühmt-berüchtigt und bereits verurteilt: Am Donnerstag steht der 42-jährige Tierquäler aus Hefenhofen TG erneut vor Gericht – falls er kommt.
Die Schweiz kennt ihn als den «schlimmsten Tierquäler der Schweiz». So titelte einst der «Blick» über den Landwirt aus Hefenhofen. 2008 wurde der 42-Jährige verurteilt, weil er ein junges Pferd zu Tode gequält hatte. Der 42-Jährige beschlug das Tier, während sein Vater auf dessen Kopf sass, weil das Pferd trotz Beruhigungsmitteln und angebundenen Hinterbeinen nicht still blieb. Für das junge Pferd war der Stress letztlich zu gross – es starb an einem Kreislaufkollaps. Das Gericht wies ihm damals zudem nach, kranke Tiere zur Schlachtung verkauft und Tieren verdorbenes Futter verfüttert zu haben.
Das Thurgauer Obergericht. (mko) Das Thurgauer Obergericht. (mko) Feedback
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Der Landwirt wehrte sich bis vor das Bundesgericht gegen den Entscheid, doch das Gericht blieb hart und bestätigte das Urteil des Bezirksgerichtes Arbon. «Er ist unbelehrbar», sagte der Richter damals angesichts seiner Vorstrafen, «ihm fehlt der Respekt vor Menschen und Tieren». Der Richter behielt offenbar Recht.
Der 42-Jährige muss sich am Donnerstag erneut vor Gericht verantworten und die Liste der Vorwürfe ist länger als mancher Einkaufszettel: «Mehrfacher Missbrauch einer Fernmeldeanlage, mehrfache Gewalt und Drohung gegen Beamte, mehrfache Tierquälerei, mehrfache übrige Widerhandlungen gegen das Tierschutzgesetz, Widerhandlung gegen das Heilmittelgesetz, Widerhandlung gegen das Tierseuchengesetz, mehrfache Widerhandlungen gegen das Gewässerschutzgesetz sowie allenfalls Ungehorsam gegen eine amtliche Verfügung», wird ihm vorgeworfen. Ob der Angeklagte allerdings vor dem Gericht auftaucht, ist fraglich: Der Landwirt blieb mehrmals unentschuldigt Prozessen fern und stellte damit selbst seinen Anwalt vor Fragen. «Ich weiss nicht, wo er ist», musste er bei einem Prozess im Mai 2009 gestehen.
Erwin Kessler wurde mit Peitsche verprügelt
Der Landwirt ist längst zum Intimfeind von Tierschützern geworden: Im Kampf gegen den «schlimmsten Tierquäler der Schweiz» provozierten sie bei einem Prozess vor dem Obergericht einen Eklat. Nachdem Tierschützer den Landwirten vor Gericht beschimpften, verliess der Mann wutentbrannt den Gerichtssaal. Nicht einmal ein halbes Dutzend Polizisten konnte den Mann zurückholen. Einstecken mussten aber auch Tierschützer einiges: Der umstrittene Präsident vom Verein gegen Tierfabriken, Erwin Kessler, ist vom Vater des Landwirtes mit einer Peitsche und Fäusten traktiert worden, als er unangemeldet auf dessen Hof erschien. Seither sind sich Kessler und die beiden Männer alles andere als wohlgesinnt.
Tierquäler war in U-Haft
Kessler bezichtigte im Juni 2010 den 42-Jährigen aus Hefenhofen TG gar, auf den Liebhaber seiner Frau geschossen zu haben, wie die «Thurgauer Zeitung» berichtete. Die Polizei suche auf dem Miststock und in der Güllegrube nach einer vermissten Person, hiess es damals. Der Alarm entpuppte sich letztlich zwar als Irrtum, der Landwirt sass allerdings tatsächlich in U-Haft, wie der Vizestatthalter von Arbon bestätigte. Weswegen konnte und wollte der Vizestatthalter damals nicht sagen.
Obwohl der 42-Jährige seit 2003 immer wieder negativ wegen der Haltung und dem Umgang mit seinen Tieren in Erscheinung trat, verzichtete der Kantonstierarzt auf ein Tierhalteverbot. Ein Verbot müsse verhältnismässig sein, argumentierte Paul Witzig bisher. Der gleiche Witzig sagte allerdings auch: «Das Veterinäramt muss sich täglich mit dem Tierhalter aus Hefenhofen beschäftigen.» Am Donnerstag nun auch wieder das Bezirksgericht Arbon. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine Haftstrafe von zwölf Monaten und eine Busse von 1000 Franken.
Aussender: 20min.ch





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