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  • Katastrophale Bedingungen in Chinas Zoos

    China. Eine ganze Reihe von Skandalen zeigt die katastrophalen Zustände in chinesischen Zoos.

    Als nahe der chinesischen Mauer bei Peking ein Dutzend Löwen in einem Safaripark um ein lebendiges Huhn kämpft, schrillt plötzlich eine Sirene auf, und 4 Geländewagen brausen auf sie zu und kommen kurz vor den Raubtieren zum Stehen. Die Löwen springen auseinander - bis sie sich um das nächste Tier reißen werden.

    Ein Tourist hat für das blutige Spektakel umgerechnet nicht einmal 4 Euro bezahlt - dafür durfte er das Huhn ins Gehege werfen. Für 50 Euro dürfen die Touristen das Gleiche mit einer Ziege machen. Eine der Besucherinnen des Badaling-Parks sagte "Das war schaurig". Eine andere hingegen schwärmte "Ja, aber es war auch spannend, echt lustig". In ganz China gibt es solche ethisch fragwürdigen Praktiken. Doch die Regierung hat nun erstmals einen Entwurf für das Tierschutzrecht vorgelegt. Peter Li, China-Experte bei der US-Tierschutzorganisation Humane Society International sagt dazu "Wir machen uns Sorgen um die Tiere in den meisten Zoos, Wildparks und Aquarien des Landes".

    Die Tierparks in China hinken "Jahrzehnte hinter den fortschrittlicheren Zoo-Standards in industrialisierten Ländern" her. 11 sibirische Tiger, deren Art vom Aussterben bedroht ist, sind in einem verarmten Zoo in der nordöstlichen Provinz Liaoning verhungert (ihr Fressen bestand nur aus Hühnerknochen), zwei weitere wurden erschossen, nachdem sie hungrig einen Zooarbeiter angegriffen hatten, und Berichten zufolge wurden Teile der Tierleichen von dem Zoo zu lukrativen Potenzmitteln verarbeitet.

    Ein Massengrab von Löwen, Tigern und Leoparden, die in einem Safaripark an Krankheiten und Unterernährung starben, hatten die Behörden (laut staatlichen Medienberichten) in der benachbarten Provinz Heilongjiang entdeckt. "Das machte Schlagzeilen und schockierte viele Chinesen, aber es ist nur die Spitze des Eisberges", sagt der Leiter des internationalen Programms, Paul Littlefair bei der britischen Tierschutzorganisation RSPCA. Die Bedingungen der Zoos in den Städten wie Peking und Shanghai wurden in den vergangenen zehn Jahren verbessert. In den meisten anderen Tierparks der Volksrepublik "stagnieren" die Bedingungen laut Littlefair aber. Die Experten sind sich einig, dass Gesetze zum Schutz der Tiere dringend notwendig sind.

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