Allein im Norden von Down Under leben viermal so viele Aga-Kröten, wie das Land Einwohner hat. Nun sollen Feriengäste helfen, der einst aus Südamerika eingeschleppten Plagegeister Herr zu werden.
Der Vorschlag des Bürgermeisters der nordaustralischen Stadt Darwin klingt makaber, doch er sieht dazu keine Alternative: Touristen sollen die Einheimischen aktiv beim Kampf gegen die allgegenwärtigen Aga-Kröten unterstützen, die sich mehr und mehr als Sieger der Evolution erweisen.
Die Tiere wurden vor mehr als 100 Jahren als Schädlingsbekämpfer aus Südamerika nach Australien gebracht - mit schlimmen Folgen. Weil es dort die natürlichen Feinde der Lurche, bestimmte Parasiten, nicht gibt, vermehren sie sich ungebremst.
Der gesamte Nordosten Australiens leidet seit Jahrzehnten unter einer Kröten-Plage, die die heimische Flora und Fauna bedroht. Die Zahl der Tiere wird im 1,3 Millionen Quadratkilometer großen Verwaltungsgebiet Northern Territory mittlerweile auf 92 Millionen geschätzt. Das entspricht etwa 70 Kröten pro Quadratkilometer oder 418 pro Einwohner.
Prämie für fleißige Krötensammler Die zum Teil über 20 Zentimeter langen Tiere sind nicht nur lästig, sondern auch gefährlich: Sie scheiden eine giftige Substanz aus, die sogar Hunde töten kann.
"Wenn die Touristen, die uns besuchen, uns helfen könnten, wäre das doch eine fantastische Erfahrung für sie und würde ihr Naturerlebnis hier umso intensiver machen", meinte Darwins Bürgermeister Graeme Sawyer.
Im westlichen Nachbarbundesland Queensland hätten die Behörden die Bevölkerung schon einmal zum Kampf gegen die Kröten aufgerufen. An einem einzigen Tag seien dort 10.000 Tiere eingesammelt, in Gefriertruhen gelegt und so getötet und anschließend zu Flüssigdünger verarbeitet worden. Sawyer schlug vor, eine Art Sammelprämie auszuloben, die Krötenfängern pro Tier mehr bringt als das Recyceln von Aluminiumdosen.
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