Französische Thunfisch-Jäger haben nach Angaben von Greenpeace mit einer Harpune auf einen Umweltschützer geschossen und ihn schwer verletzt. Der Aktivist habe sich an einer Protestaktion im Mittelmeer beteiligt, bei der bereits gefangene Blauflossen-Thunfische befreit werden sollten, teilte die Organisation am Freitagabend mit.
Nach Angaben von Greenpeace versuchten die Thunfisch-Jäger gewaltsam, die Aktion zu verhindern. Sie sollen mit an Stöcken befestigten Messern die Schlauchboote der Greenpeace-Mitglieder attackiert haben und auch mit Signalmunition auf die Aktivisten und einen Hubschrauber gefeuert haben. Ein Mitglied der Umweltschutzorganisation wurde schließlich von einem Harpunen-Geschoß ins Bein getroffen. Er wurde in ein Krankenhaus auf Malta gebracht. Greenpeace will unverzüglich die Justiz einschalten.
Vom Aussterben bedroht
Die Umweltschützer versuchen bereits seit Beginn der Fangsaison Mitte Mai, die Fischer zu stören. Unter anderem wurden Schiffe am Auslaufen gehindert. "Wir haben die Pflicht, alles zu tun, um das Aussterben dieser Art zu verhindern", kommentierte Emmanuel Buovolo von Greenpeace Frankreich.
Nach Angaben von Wissenschaftlern ist die Zahl der erwachsenen Blauflossen-Thunfische (Roter Thun) im Mittelmeer im Laufe der vergangenen 20 Jahre um 80 Prozent gesunken. Die französischen Thunfisch-Fänger dürfen in diesem Jahr bis zum 15. Juni auf die Jagd gehen. Insgesamt haben 17 Schiffe eine Fangerlaubnis erhalten.
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