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    1. #1
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      Unzufrieden im Reitbetrieb?

      Huhu,

      als ich gerade den Text für den "das muss die aber lernen!"-Thread geschrieben habe, ist mir eins durch den Kopf gegangen: Manche Reitschüler, die sich in einem solchen Reitbetrieb bewegen, in dem manches falsch gemacht oder gelehrt wird, werden sich ja sicherlich auch in Foren usw. informieren. Dann sehen sie ja auch zum Teil, was ihr Reitbetrieb falsch macht, können aber nicht weg, weil diese Reitschule die einzige Möglichkeit für sie ist, zu reiten (z.B. wegen finanziellen Engpässen, Schule, Arbeit, Infrastruktur...).
      Was dann?

      Mir ist eine solche Situation auch schon passiert, und zwar war ich damals sehr unzufrieden mit den Haltungsumständen der Schulpferde (kaum Weidegang, z.T. kleine Boxen), konnte aber nicht 'weg'. Weil man ja auch sonst keine Möglichkeit hatte (RB kam für mich nicht infrage, da ich noch nicht mobil war und auch nichts Passendes gefunden hatte; hinzu kam noch die schulische Belastung, so dass ein eigenes Pferd nicht möglich war).
      Heute versuche ich, es meinen eigenen "Schülern" (Reitschüler, bei denen ich sehe, dass sie was falsch machen, berichtige ich dann mal gern) besser zu zeigen.

      Trotzdem stimmt es mich immer noch traurig, dass solche Betriebe aus Mangel an guten Reitschulen oder anderen Möglichkeiten zu reiten noch gefördert werden.

      Habt ihr auch schon sowas erlebt, wie seid ihr damit umgegangen? Seht ihr das "eigene" immer noch als beste Lösung, um alles besser zu machen?

      LG





    2. #2
      Queen of the Flies
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      Avatar von crinblanc
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      Seht ihr das "eigene" immer noch als beste Lösung, um alles besser zu machen?
      Das "eigene", um einem schlechten Reitbetrieb, in dem man nicht genug (oder eben das falsche) gelernt hat, zu entkommen?
      Blöde Idee.
      Ich kenn solche Fälle, da wurde mit viel rein in der Theorie erlerntem Wissen und gutem Willen die Karre mangels Erfahrung vor die Wand gefahren.
      In 2 von 3 Fällen endete das mit einem "Problempferd" und einem vor lauter Schiß zum Füßgänger mutierten Reiterlein....

      Das Problem seh ich eher darin: Ein guter Reit/Ausbildungsbetrieb- Weidegang, Korrekturreiten, Osteo/Dentist auch für Schulis, passende Sättel, die regelmäßig kontolliert werden, engagierter Unterricht in kleinen Gruppen- sowas geht halt nicht für 15 Euronen pro Reitstunde. Jedenfalls nicht rentabel.
      Und da wär für mich der Punkt, eher meine 20 Kröten aufwärts 2x/Monat in einem guten Betrieb zu zahlen, als 4x10 Kröten mit schlechtem Gewissen.
      Oder alternativ eher nicht zu reiten, als schlechte Haltung finanziell zu unterstützen.

      Lg, crinblanc
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      I'm sure I don't know what they mean.
      My goldfish are really pirhanas.
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    3. #3
      Themenstarter
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      Huhu!

      Also, ich kann da nur für mich sprechen, aber ich will euch mal aufschreiben, wie ich so ans Reiten kam und unter welchen Umständen ich reiten gelernt habe:

      Angefangen habe ich mit 9, damals noch an der Longe (gesatteltes und getrenstes Pferd mit Sattel... würde ich heute auch nicht mehr so unterschreiben!). Später ging's dann in die Abteilung, mir wurde nichts gezeigt, ich musste alles selbst erlernen - wie man trenst, sattelt usw.
      In dem Betrieb bin ich fast 10 Jahre geritten, einmal pro Woche. In den Ferien habe ich Springlehrgänge durchlaufen und auch meine Abzeichen dort gemacht. Die Pferde waren lieb und sicher, der Unterricht war auch hauptsächlich "frei", d.h. Abteilung wurde nur gebildet, wenn es an die Galopparbeit ging (da sonst zu viel Chaos geherrscht hätte). Der Ton war rau, ich wurde viel angeschrien - trotzdem habe ich mich dort ganz wohl gefühlt, doch nach und nach (so mit 14 hat das angefangen, als ich mich informiert habe) habe ich die Mängel an der Haltung gesehen: Pferde gehören nach draußen und nicht in die Box, Boxen müssen mindestens so und so groß sein, die Hufe dürfen nicht so lang sein... das Gebiss ist zu scharf für einen Anfänger, hier wird zu eng verschnallt, dort ist eine weiße Stelle im Fell vom Satteldruck - nur machen, machen konnte ich als "kleiner" Schulpferdereiter leider nichts.
      Schulisch sehr angespannt, da ehrgeizig, hatte ich gar keine Zeit für eine RB, und wenn ich danach suchte, wurde ich nur enttäuscht (durch blöde Absagen usw.). Im Abi selbst hatte ich natürlich gar keine Zeit, unter die Woche auf's Pferd zu kommen, so nahm ich die Mängel hin, weil die anderen Reitschulen nur noch viel schlimmer waren und dort die Pferde auch nur halb so sicher waren!

      Wirkliche Erfahrung hatte ich also auch nicht, als ich kurzfristig eine RB auf einem Haflinger annahm, der leider wenige Monate danach an einer Kolik verstarb. Danach bin ich kaum noch geritten, bis ich vor jetzt knapp 4 Jahren, meine ich, auf das "meine" traf. Liebe auf den ersten Blick war's zwar nicht, aber ich mochte die Stute und habe sie dann ja auch gekauft.

      Für mich war das damals der einzige Weg, aus dieser Reitschulen-Misere rauszukommen und die Karre habe ich, wie man sieht, nicht gegen die Wand gefahren. Klar, da muss ich dir zustimmen, braucht man jemanden, der einem sagt, was man z.B. tun muss, wenn ein Bein heiß ist oder welches Futter gut ist, aber in der heutigen Zeit kann man sich ja auch gut hier über Foren oder anderen guten Seiten informieren. Das ist ja der Vorteil am Internet - früher bestand es ja aus 99% "Schweinkram".

      Ich kenn solche Fälle, da wurde mit viel rein in der Theorie erlerntem Wissen und gutem Willen die Karre mangels Erfahrung vor die Wand gefahren.
      In 2 von 3 Fällen endete das mit einem "Problempferd" und einem vor lauter Schiß zum Füßgänger mutierten Reiterlein....
      Aber sowas passiert ja auch nur, wenn niemand da drüber guckt und korrigiert. Ich habe ja immer Unterricht genommen auf dem eigenen Pferd und hatte Freunde, die selbst Pferde hielten/halten und mir helfen konnten.


      Oder alternativ eher nicht zu reiten, als schlechte Haltung finanziell zu unterstützen.
      Du hast von deinem Standpunkt ja gut reden, aber erzähl' das mal einer pferdebegeisterten Schülerin, die ich war... da war ich froh, überhaupt reiten zu können (und hatte ja die beste Schule rausgesucht - alle anderen waren noch schlimmer!!).

      LG

      P.S.:

      Das Problem seh ich eher darin: Ein guter Reit/Ausbildungsbetrieb- Weidegang, Korrekturreiten, Osteo/Dentist auch für Schulis, passende Sättel, die regelmäßig kontolliert werden, engagierter Unterricht in kleinen Gruppen- sowas geht halt nicht für 15 Euronen pro Reitstunde. Jedenfalls nicht rentabel.
      Geht schon - wie man in Cavallo-Reitschulentests manchmal liest. Aber halt nicht in erreichbaren Umkreisen...





    4. #4
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      Avatar von Elly
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      Hm eine Freundin von mir hat aus genau den Gründen aufgehört zu reiten. Sie hatte einfach keinen Spaß mehr daran.

      Ich weiß auch nicht was aus mir geworden wäre, wenn ich auf so einem Betrieb das Reiten gelernt hätte.

      Zum Glück kenne ich so etwas nicht. Wenn ich Unterricht auf Schulpferden hatte, dann war das im Urlaub.
      Ich hatte eigentlich schon immer eine RB. Sagen wir die ersten 2 Jahre hatte ich nur Unterricht, aber danach hatte ich zusätzlich ein "eigenes Pferd". Angefangen hat es mit einem Shetty. Ich glaube so viel wie von diesem Pferd habe ich noch nie gelernt. Ich hatte natürlich keinen Plan. Ich war eigentlich echt aufgeschmissen. Meine Mama kannte sich mit Pferden nicht aus, ich mit meinen zwei Jahren "Reiterfahrung" auch nicht wirklich. Und dann noch dieses pony das absolut kein Anfängerpferd war- und nie gewesen ist. Er lief weg, ließ sich nicht satteln, buckelte ect. ect. Aber ich habe so viel Selbstbewusstsein durch dieses kleine Mistvieh bekommen, das ist unglaublich.
      Meine Mama erzählt mir immer wie ich da stand- Tränen in den Augen, weil Pony wieder mal gesattelt und getrenst auf der Wiese stand und ich die Stunde verpasst hatte, und gesagt habe " das passiert mir nie wieder.".

      Ist mir auch nie wieder passiert. Beim nächsten Mal hab ich mir die Hengstkette genommen, sie so verschnallt wie mir eine Einstellerin das gezeigt hatte; und hab Pony nen kräftigen Ruck gegeben, als es zum Gras wollte. Es ist neben mir gestiegen und vollkommen ausgerastet. Ich hab einfach nicht losgelassen. -> Und auf einmal stand er ganz ruhig neben mir und kaute. Da hatte ich gewonnen. Heute wäre ich das Problem vlt. ein bisschen anderes angegangen, aber es hat geholfen. So gut, dass ich mich auf einmal getraut hab an der Schulter stehen zu bleiben, wenn Pony den Ar*** rüber schob um mich los zu werden. Irgendwann war ich dann zu groß für ihn, bekam eine neue RB. Mona. Eine Warmblutstute, die nicht weniger "zickig" war.

      Aber von jeder RB hab ich irgendwo was mitgenommen und echt viel gelernt. Und das alles hätte ich nicht gelernt, wenn ich in einer Reitschule geritten wäre.

      Von daher bin ich ganz froh, dass ich nie in so einer Situation gewesen bin. Wer weiß, vlt. würde ich dann heute auch mit Ausbindern reiten und irgendwelche Dressurreiter anhimmeln.
      Geändert von Elly (28.08.2010 um 12:53 Uhr)

    5. #5
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      Avatar von crinblanc
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      Du hast von deinem Standpunkt ja gut reden, aber erzähl' das mal einer pferdebegeisterten Schülerin, die ich war... da war ich froh, überhaupt reiten zu können
      Was heißt hier, vom meinem Standpunkt aus? Glaubst du, ich wär irgendwie in artgerechte Privatpferdehaltung hineingeboren worden? Ich kenne diese Miseren, und klar hab ich das mit 9 Jahren auch nicht so eng gesehen- wobei unsere Chaoten-Reitschule für eine Stadtreitschule in Paris sicher deutlich pferdegerechter war als die anderen "Nobelställe", in denen die Schulis teilweise nur Nummern hatten.
      Als mir nach einem krassen Sturz mit einem Exgalopper von meinen Eltern "gedroht" wurde, in so einem Laden reiten zu müssen (weil zugegebenermaßen weniger gefährlich als eine 10jährige auf halb umerzogenen Trabern und Galoppern), hätte ich eher aufgehört.
      Ich hab meinen Kopf durchgesetzt.... und bin froh drum. Soviel, vor allem über ungewöhnliche Pferde und Methoden, hätte ich woanders sicher nicht gelernt.

      Als wir wieder nach D gezogen sind, hab ich das Reiten erstmal an den Nagel gehängt- aus oben genannten Gründen.

      Lg, crinblanc
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