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  • Ergebnis 1 bis 3 von 3
    1. #1
      Elchbine
      Gast
      Kein Status
       
      Ich bin:
      Keine Stimmung
       

      Rosseproblemen und die alternativen Behandlungen von Störungen der Rosse

      Rosseproblemen und die alternativen Behandlungen von Störungen der Rosse


      Immer wieder werde ich gefragt, wie man dazu beitragen kann, dass eine Stute eine fruchtbare und deutlich für den Züchter erkennbare Rosse zeigt.

      In erster Linie sind die Voraussetzungen dafür die Sinneseindrücke der Stute, welche über das Auge, die Nüstern und die Haut empfangen und dann an den Hypothalamus im Gehirn weitergeleitet werden.

      Doch eben diese Sinneseindrücke sind: Licht – also längere Tagesrhythmen mit zunehmender Helligkeit am Abend, Wärme durch Sonne, Luft durch Bewegung im Freien, Kontakt zu Artgenossen und der steigende Eiweiß- und Energiegehalt im Futter, welcher mit der Vegetationsphase des Grases beginnt.

      Da im Winter das Tageslicht nur eingeschränkt zur Verfügung steht, die Wärme auch eher erst im Frühling lockt und die Pferde in den kühlen und dunkleren Wintermonaten nicht so lange draußen an der Luft sind ist der Kontakt zu den Artgenossen oft auch nicht so intensiv und dass das Gras erst ab April/ Mai beginnt zu wachsen, lässt sich auch nicht verleugnen und darum befindet sich die Stute im Winter in einer sogenannten Zyklusruhe, in der eigentlich keine Rosse vorgesehen ist. Man spricht von einem polyöstrischen Fortpflanzungszyklus, welcher in der Regel nur saisonal aktiv wird und damit sind die Bedingungen für eine fruchtbare und produktive Rosse im Winter, also im saisonalen Anöstrus - eben jener Zyklusruhe, sicher nicht als optimal zu bezeichnen, um zum Erfolg, in diesem Fall die Trächtigkeit zu führen.

      Nun hängt die Zeitspanne, wie lange der Sexualzyklus der Stute unterbrochen wird, nicht allein vom Wetter ab, sondern auch von der Haltung und Fütterung der Stute. Dabei spielt zum Beispiel auch eine Rolle, wie leicht oder schwer eine Stute durch den Haarwechsel kommt, denn die Umstellung von Winter- auf Sommerfell und von Sommer- auf Winterfell zehrt durchaus auch an den Reserven und belastet den Organismus. Bei einem gesunden Pferd wird es kein Problem sein, dies zu verkraften, aber bei mageren Tieren mit schlechter gesundheitlicher Konstitution kann so die Phase des Abhaarens verzögert und des Anöstrus verlängert werden.

      Es ist also sicher von Vorteil, wenn man die Stute vor der geplanten Bedeckung / Besamung in einem guten Futterzustand behält, denn der begünstigt einen problemlosen Fellwechsel und die damit auch unproblematischer einsetzende Rosse.

      Zwar scheiden sich an diesem Punkt manche Geister, denn es gibt die Möglichkeit die Energiezufuhr des Futters vor der geplanten Bedeckung/ Besamung zu drosseln und erst kurz vor dem gewünschten Zeitpunkt wieder ansteigen zu lassen bis hin zur üppigen Fütterung von Energie, Eiweiß, Mineralstoffen und Vitaminen, was als Flushing-Effekt bezeichnet wird und der Stute die Entbehrung im Winter und das reiche Futterangebot des Frühlings vorgaukeln soll, wobei das Futter, bzw. der Eiweißgehalt des Futters nicht die ganze Rosse ausmacht und man dann vermutlich auch konsequent an der Vision des Frühlings weiterarbeiten muss, indem man auch die Lichttherapie einsetzt, welche die Zunahme der Stunden vom Tageslicht und mit Hilfe des Solariums der UV-Strahlen der wärmenden Sonne simuliert, aber auch wenn diese Methoden vielfach bei den sehr fruchtbaren Stuten zum Erfolg führt, so kommt man dabei meist trotzdem nicht ohne jene, die Funktion der Eierstöcke unterstützen Hormongaben aus.

      Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht altmodisch und verstaubt in meinen Ansichten, auch wenn ich die Vorteile der modernen Reproduktionsmedizin sehr zu schätzen gelernt habe und ein Befürworter der künstlichen Besamung bin, lehne ich es in der Regel ab, den Zyklus der Stute zu manipulieren, indem ich mit Hormongaben auf das Geschehen im Körper eingreife, damit das Fohlen möglichst früh im Jahr zur Welt kommt.
      Ich habe sehr oft mit sogenannten Problemstuten zu tun und auch wenn ich verstehe, dass gerade bei Rosseproblemen der Stute dem Züchter schnell die Zeit davonzulaufen droht, denn hier liegt ein Problem der Züchter, die ihr Fohlen „ins Gras fallen lassen“ wollen: Wer sich im Mai für eine Bedeckung entschließt, der gerät schnell in Zeitnot, denn die großen Stationen beenden die Decksaison meistens zwischen dem 15. Juli und dem 15. August, was bedeutet, dass wenn die Chance auf eine Bedeckung der Stute mangels Rosse und Funktion der Eierstöcke im Mai ungenutzt verstreicht, dann noch höchstens drei oder vier Zyklen übrig bleiben, um ein Fohlen in die Stute zu zaubern, während die Frühdecker noch gelassen bleiben können, wenn der erste Versuch im Januar fehlschlägt, aber ich denke nicht nur als Züchter und Besamungswart, wenn mir eine Stute anvertraut wird, bei der bereits mehrere Versuche, sie zur Zucht einzusetzen fehl schlugen, sondern berücksichtige auch die Betrachtung der Lebewesen als ganzheitlich funktionierende Einheit aus Körper, Geist und Seele.

      Selbstverständlich habe ich dabei den Erfolg im Blick und verliere das Ziel, ein Fohlen aus der Stute zu ziehen, nicht aus den Augen, aber bevor ich die Stute mit hormonellen Injektionen bombadiere, indem ich zuerst Prostaglandin injiziere, um einen eventuellen Gelbkörper aufzulösen, dann mit Östrogenen nachhelfe, damit die Eizelle im Follikel reift, um dann den optimalen Besamungszeitpunkt vorbestimmen zu können, indem ich mit einem aus der menschlichen Plazenta gewonnenen humanen Choriongonadotropin (hCG), einem Glykoprotein, das analog zum luteinisierenden Hormon die nun vorhandene und gewachsene Eiblase reifen lässt und den Follikelsprung auslöst, frage ich lieber, warum die Stute die Trächtigkeit verweigert.

      Möglichkeiten, warum eine Stute keine Rosse zeigt oder nicht aufnimmt gibt es viele, wie zum Beispiel ein verklebter Eileiter, Zysten in der Gebärmutter, die Wucherung eines Granulosa Zelltumors, der die Hormone beeinflusst und bei dem die meisten Tierärzte zur operativen Entfernung raten oder vielleicht auch nur fehlendes Prostaglandin, das den Gelbkörper aus der letzten Rosse auflöst und die neue Rosse einläutet, denn ab und an kommt es vor, dass ein dominanter Follikel bereits während der Zwischenrosse ovuliert. Dadurch kann sich ein so genannter persistierender Gelbkörper ausbilden, der durch die Synthese von Progesteron das Einsetzen der Rosse über Wochen bis Monate verhindert oder es wird kein oder zuwenig Prostaglandin gebildet, und der Gelbkörper bleibt ebenfalls auf der Ovulationsgrube sitzen und schüttet das Schwangerschaftshormon Progesteron aus und die Stute kommt ebenfalls nicht erneut in Rosse, obwohl sie nicht tragend ist.
      In diesem Fall wird der Zyklus unterbrochen, denn der Körper hält sich für tragend, weil der Gelbkörper sich nach jeder Rosse und Ovulation bildet und eine eventuelle Trächtigkeit schützt. Damit verhindert er auch eine neue Rosse, denn im Normalfall löst er sich auf, wenn das Follikelstimulierende Hormon einen neuen Zyklus einläutet und dem Eierstock sagt: "Stute ist nicht tragend, Gelbkörper auflösen, neues Follikel bilden, Eizelle reifen lassen - ein neues Spiel, ein neues Glück!" Das ist natürlich nun bildlich gesprochen, aber man kann sich das so vorstellen.

      Schulmedizinisch wird das Problem gelöst, indem der Tierarzt das Hormon Prostaglandin spritzt, welches dann den Gelbköper zerstört und innerhalb von 5 Tagen eine neue Rosse einläutet, aber wie ich schon schrieb, bin ich kein überzeugter Freund von „Hormonangriffen aus der Spritze“ und baue lieber zuerst einmal auf die Alternativen aus der Natur.
      Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen lösen sich manche Rosseprobleme auch von ganz alleine, denn Wärme und Licht kurbeln den Organismus an, aber es spricht trotzdem nichts dagegen die Stute bereits noch in der kalten Jahreszeit rechtzeitig auf diesen Zeitpunkt vorzubereiten, wobei es mit Sicherheit hierbei auch sinnvoll ist, zuerst abzuklären, ob keine gynäkologischen Auffälligkeiten eine geplante Trächtigkeit verhindern könnten. Dazu gehört die Tupferprobe, die Aufschluss darüber gibt, ob die Stute „sauber“ ist, was bedeutet, dass sich keine bakterielle Infektionen wie ß-hämolysierende Streptokoken, Klebsiellen oder Kolibakterien im Uterus manifestierten und im Schambereich der Klitoris kein Hinweis auf Contakiöse Equine Metritis (CEM) vorliegt.
      In Verbindung mit Kolibakterien steht meist ein ungenügender Verschluss der Schamlippen, was dazu führt, dass Kot in die Scheide eindringt und dort für einen hohen Keimgehalt sorgt, der eine Trächtigkeit verhindert.

      Eine vom Tierarzt geformte Scheidenplastik, bei der die erschlafften Schamlippen korrigiert und ein Stück weiter zusammengenäht werden, sorgt dafür, dass weder Kot noch Luft in die Scheide gelangen.

      Aber nicht nur ungenügender Scheidenschluss beeinträchtigt eventuell eine Trächtigkeit negativ, sondern auch Verklebungen im Eileiter, welche verhindern, dass das Ei in den Eileiter rutscht und es im Eileiter so nicht zur Befruchtung kommen kann oder Tumore, wie der Granulosa Zelltumor, welcher zu Hormonstörungen führt oder Zysten und Vernarbungen in der Gebärmutterschleimhaut, die ein Einnisten der Frucht verhindern.
      Meist gibt hier eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss darüber, ob und in welcher Form Veränderungen vorhanden sind, wobei im Zweifelsfall eine Biopsie der Gebärmutterschleimhaut Klarheit schaffen kann, wenn keine organischen Veränderung der Eierstöcke, des Eileiters oder der Gebärmutter vorliegt.

      Bei einer vaginalen Untersuchung sollte auch der Zervix, dem Muttermund, besondere Beachtung geschenkt werden, denn ist er verletzt oder eingerissen, dann verliert er die Möglichkeit sich komplett zapfenförmig zu schließen und somit können Keime oder Urin in die Gebärmutter eindringen, was immer wieder zu Entzündungen und Flüssigkeitsansammlungen führen kann, die letztendlich die Trächtigkeit verhindern.
      Bei älteren Stuten kann es ebenfalls zu Gebärmuttersenkungen kommen – auch hier findet sich vielfach Flüssigkeit im Uterus.

      Bis auf Tumore, welche den Eierstock betreffen und/ oder den Hormonhaushalt durcheinander bringen, wird von dem meisten eben beschriebenen Problemen keines den Zyklus beeinträchtigen, was bedeutet, dass sie ohne eine vorhergehende gynäkologische Untersuchung zunächst unentdeckt bleiben, weil die Stute in der Phase des Östrus Follikel aus, welche reifen, platzen und eine befruchtbare Eizelle freigeben, aber selbst wenn es zu einer Befruchtung kommt, was bei Verklebungen des Eileiters schon recht unwahrscheinlich ist, so wird das Einnisten in der Gebärmutterschleimhaut verhindert und die am 16. Tag diagnostizierte Trächtigkeit ist am 19. Tag wieder mit einer Resorption der Frucht beendet.
      Inwieweit Verletzungen, Veränderungen oder Anomalien im Bereich des Geschlechtsapparates behandelt werden können, hängt davon ab, wie schwerwiegend sie sind und ob der Züchter eine eventuell kostspielige Therapie durchführen möchte.

      Es mag pragmatisch klingen, wenn ich schreibe, dass wenn man mit einer Stute züchten möchte, dies aber vielleicht nicht oder nur mit sehr großem finanziellen Aufwand möglich ist oder die Chancen auch dann noch gering sind, dass sie ein gesundes Fohlen zur Welt bringen kann, man vielleicht den Entscheid treffen muss, die Stute als Reitpferd zu nutzen und sich nach einer zuchttauglichen und fruchtbaren Stute umzusehen.

      In Zeiten des Embryotransfer kann durch Ausspülung von einer befruchteten Eizelle zwar durchaus die Möglichkeit bestehen, eine Stute, der es nicht möglich ist ein Fohlen auszutragen als Embryonenspender weiterhin in der Zucht einzusetzen, aber dazu benötigt man nicht nur eine geeignete Leihmutter, sondern einen guten finanziellen Background – insofern muss jeder für sich selbst entscheiden ob seiner Stute eine so große züchterische Bedeutung zukommt, dass sich der finanzielle Aufwand für einen Embryotransfer lohnt, auch wenn die Erfolgsaussichten lediglich zwischen 30 und 60% liegen, wenn man von einer Spenderstute ausgeht, welche aus der Zucht ausschied, weil sie keine Fohlen austragen kann. Im weiteren sind die Trächtigkeitsraten nach Transfer überdies davon abhängig, ob es sich um einen transzervikaler Transfer handelt, bei dem zwar die Embryoübertragung unblutig und vaginal über den Muttermund geschieht, aber dafür auch nur zu 30-50% auch zu einer Trächtigkeit führt, oder ob es sich um einen chirurgischen Transfer handelt, der über den Flankenschnitt geschieht – wobei hier auch wieder unterschieden werden muss zwischen einer fertilen Spenderin, was dann zu 60-80% erfolgreich verläuft oder um eine subfertile Spenderin bei der die Erfolgsquote lediglich bei 30-60% liegt.
      Nicht zu vergessen ist dabei, dass die Leihmutter, mit deren Blutkreislauf das Fohlen elf Monate indirekt durch die Plazenta verbunden bleibt, durchaus Einfluss auf die Entwicklung und die spätere Erziehung des Fohlens nimmt.

      Ich möchte mich nun auch nicht zur Hüterin der Ethik machen, aber der Schritt, mit dem das Klonen von Pferden irgendwann so selbstverständlich wird, wie dass an einer Auktion drei Fohlen einer Mutter aus Embryotransfer zur Versteigerung kommen, während die Mutter selbst gerade ein Dressurturnier in einer anderen Stadt gewinnt, ist ein sehr kleiner und auch wenn selbstverständlich so eine raschere und klarere Aussage über den Zuchtwert einer Stute getroffen werden kann, weil sie nicht im Höchstfall Zeit ihres Lebens vielleicht 20 Fohlen zur Welt bringt, sondern weil diese Anzahl ihrer Nachkommen vielleicht innerhalb von zwei Jahren geboren werden, möchte ich mir und den Züchtern die Frage stellen, ob es nicht genügend Fohlen pro Jahr gibt, dass es unbedingt Not tut, dass von einer – wenn vielleicht auch außergewöhnlichen Stute – unbedingt mehr als ein Fohlen pro Jahr geboren werden muss – macht nicht die Exklusivität eben dieses Fohlens es zu etwas Besonderem? Oder umgekehrt gefragt: Ist es noch besonders, wenn jedes Jahr zehn Vollgeschwister auf den Markt kommen?

      Nun soll es hier aber nicht um Ethikfragen in der Pferdezucht gehen und die Überlegung des Embryotransfers erübrigt sich, wenn eine Stute gar nicht in Rosse kommt und somit auch keine Eizelle auf ihren Gebärmutterhörnern reift.
      Wie ich schon schrieb, sollte eine gesunde Stute bei steigenden Temperaturen, längerem Tageslicht, Weidegang mit Artgenossen und gutem Futter- und Allgemeinzustand spätestens im Mai in Rosse kommen.

      Wenn es sich nun aber um eine sogenannte Problemstute handelt, welche kaum Rosse zeigt oder bei der keine oder nur eine geringe Funktion der Eierstöcke feststellbar ist, hat sich bei uns eine ganzheitliche Behandlung, beginnend ca. drei Monate vor der geplanten Bedeckung oder Besamung, bewährt.

      Nun bin ich zwar überzeugt, dass man eigentlich jedes Problem bei ganzheitlicher Betrachtung, unter Einbeziehung von Körper, Geist und Seele wieder heilen kann, indem man die Schwingung ausgleicht, aber ich scheue mich ein wenig, den Züchtern einen Rat zur homöopathischen Behandlung zu geben, ohne die Stute und ihre Eigenheiten zu kennen, auch wenn es genügend homöopathische Mittel gibt, die man als gynäkologischen Rundumschlag zum Einsatz bringen kann und die Hoffnung, dass wenn man nur genug Globuli kombiniert, gewiss auch das Richtige dabei sein wird, mag sich teilweise auch erfüllen, aber Homöopathie bedeutet Gleiches mit Gleichem zu heilen und meist ist es eben nur ein Arzneimittelbild das perfekt passt.

      Es spricht auch nichts dagegen, die Rosse mit den klassischen gynäkologischen homöopathischen Hilfsmitteln wie
      · Pulsatilla welches regulierend auf den Zyklus wirkt,
      · Aristolochia das gegebenenfalls auch dafür sorgt, dass leichte Entzündungen oder
      Rückstände abgebaut werden und
      · Sepia oder Cimicifuga als zwei bewährte Möglichkeiten bei älteren Stuten, welche als
      Substitution wirken, wenn die hormonellen Funktionen nachlassen und wieder angeregt
      werden sollen,
      in Gang zu bringen, solange die Stute gynäkologisch unauffällig ist, aber solcherlei Experimente entsprechen eigentlich nicht den Lehren Hahnemanns.

      Ich weiß, dass die Meinungen sehr auseinanderdriften - selbst bei den Tierheilpraktikern gibt es die Sorte, die keine Probleme haben Traumeel zu spritzen und die andere Sorte, die nach dem Konstitutionsmittel suchen und nur dieses eine einsetzen, weil sie wissen, dass man die These, dass wenn ein homöopathisches Mittel nichts nützt, es auch nicht schadet, nicht einfach unterstreichen sollte, weil sich die Mittel durchaus auch stören können und gegenseitig in der Wirkung beeinflussen.


      Ich will aber auf keinen Fall mit meiner Betrachtung in Frage stellen, dass die vier klassischen Mittel – Pulsatilla, Aristolochia, Sepia und Cimicifuga - gynäkologisch ihre Wirkung tun, aber mein Rat sollte in die Richtung gehen, sie nicht zu lange auszuprobieren denn sollten sie keine Wirkung zeigen, dann kann die Diagnose eines guten Tierarztes nach einer gynäkologische Untersuchung einen nach dem wirklich zu der Problematik des Pferdes passenden Mittels suchen lassen was gezielt wirkt, bevor man mit zu vielen Mitteln experimentiert.

      Ich höre immer wieder, dass Homöopathie bei Rosseproblemen nicht fruchtete und Pulsatilla nichts brachte und ich denke, da versagte nicht die Homöopathie, sondern die Behandlung.
      Zum einen, weil ein homöopathisches Mittel manchmal, um dem Impuls zur Heilung anzuschubsen, mehrmals am Tag gegeben werden muss und die Potenz durchaus mit entscheidend sein kann, damit ein optimaler Erfolg erzielt wird. Dabei gibt es Hochpotenzen ab D 200, bei denen eine einmalige Gabe oder eine einmal wöchentlich verabreichte Dosis ausreicht und niedrige Potenzen wie D1 bis D4 bei denen es nötig sein kann, sie auch im Abstand von einer Viertelstunde zu geben.

      Die Wahl der Potenz ist auch davon abhängig, ob eine Krankheit akut ist oder chronisch, wobei es auch akute Symptome gibt, die trotzdem von einer chronischen Problematik im Körper zeugen.

      Man erkennt nun vielleicht schon, dass die Anwendung der Homöopathie durchaus auch diffizil sein kann, individuell auf den Patienten abgestimmt sein muss, die Anzahl der Gaben auf den Heilerfolg Einfluss nimmt und eine reine Symptombehandlung manchmal nicht hilft, wenn die Anzeichen der akuten Krankheit eine vielleicht bis dahin unbemerkte chronische Krankheit überlagern.

      Zum anderen ist die Wahl des perfekt passenden Mittels wirklich nicht immer ganz leicht, denn es sind rund 10.000 Mittel in ihrer Wirkung erforscht und sie alle zu kennen und zu wissen, wann welches angezeigt ist, fordert ein intensives Studium und selbst dann wird es schwer sein, das umfangreiche Angebot im Detail begreifen zu können.

      Darum gibt es Tierheilpraktiker, welche das richtige Mittel versuchen auszupendeln oder mit dem Biotensor auf die Suche nach dem zur Körperschwingung passenden Heilschwingung gehen. Das ist mit Sicherheit kein falscher Weg, doch auch hier sei mir die Frage erlaubt, ob man wirklich alle in Frage kommenden Mittel kennt, denn nur diese werden beim Pendeln und bei der Arbeit mit dem Biotensor auch berücksichtigt und ich weiß, dass das eigene Bewusstsein die Reaktion des Pendels oder Biotensors durchaus beeinflussen kann – was bedeutet, dass sich ein Tierheilpraktiker wirklich gedanklich und emotional leer machen können muss, um das Pferd in seiner Ganzheit zu spüren und keine von den eigenen Ideen verfälschte Ergebnisse zu erhalten ...

      Also bleibt meist doch wieder nur die reine Symptombehandlung oder eine Kombination mit Bachblüten, welches das Tier soweit ausgleicht, dass es die Chance der Heilung annimmt, oder zumindest nicht blockiert.

      Selbstverständlich gibt es viele bewährte und in vielen Fällen auch wirksame "Standartbehandlungen", die man auch in den Fachbüchern findet, wozu Pulsatilla bei Rosseproblemen sicher gehört, weil es überwiegend greift, aber wenn da vielleicht die ausbleibende Rosse nur die Spitze des Eisberges ist und im Körper diverse Baustellen geöffnet wurden, die dann allopathisch behandelt wieder weitere Baustellen aufrissen, dann bin ich ein wenig vorsichtig damit, mehr als zwei Mittel zum Einsatz zu bringen, weil ich nicht sicher sein kann, ob es nicht doch möglich ist, dass man besser tiefer greifend behandeln sollte, um wirklich die Wurzel zu eliminieren und nicht nur die Symptome.
      Dazu kommt, dass in manchen Fällen Pulsatilla in Kombination mit Calcium carbonicum angezeigt sein kann oder Aristolochia mit Calcium phosphoricum, damit es greift oder dass die Problematik bei einer Eierstockzyste liegt, wo dann entweder Colocynthis, Aurum jodatum oder Jodum helfen könnte. Und darum würde ich - wenn ich das Gefühl habe, dass nun auch Eile geboten ist - eher zuerst Ursachenforschung betreiben, als zu lange zu experimentieren.


      Ursachenforschung bedeutet aber, wenn wir den Aspekt der Ganzheitlichkeit als Einheit von Körper, Geist und Seele berücksichtigen, dass unter anderem auch Vergangenheitsbewältigung in Angriff genommen werden muss.

      So kann eine Stute bei der letzten Geburt eine kleine Verletzung in der Gebärmutterschleimhaut erlitten haben, was bei entsprechender Behandlung keine größeren Folgen für den weiteren Einsatz als Zuchtstute haben muss, solange sich das Problem auf den Körper beschränkt, aber eine Stute, die nicht inneren Gleichgewicht ist, wird vielleicht Probleme haben, diese Wunde ausheilen zu lassen und wieder tragend zu werden.

      Vielleicht sind wir oft zu sorglos oder sprechen unseren Tieren Emotionen ab oder gar das vorhanden sein einer Seele, aber gerade die Schäden, die sich zunächst nicht körperlich zeigen, sondern das Tier aus dem seelischen Gleichgewicht brachten, sei es durch einen Schock wie den Verlust eines Fohlens, die Trennung von ihrer Herde, einen Umzug oder einen Stallwechsel sind es, die als Form ihres Ausdruckes eine Krankheit wählen und so wird vielleicht aus einem eigentlich harmlosen Problem plötzlich ein großes Problem.
      Nun will ich gar nicht gegen die Schulmedizin wettern, aber die Symptombehandlung wird nun vielleicht Linderung bringen und eventuell sogar vorübergehend ein Verschwinden der Anzeichen einer Krankheit, aber die kranke Seele sucht sich einerseits immer wieder ein Ventil und andererseits kann es bei einer allopathischen Behandlung auch passieren, dass man eine Baustelle im Körper schließt und damit eine andere aufreißt.

      Eine Infektion, die mit einem Entzündungshemmer behandelt wird, klingt in der Regel rasch ab, aber unter Umständen führen die Nebenwirkungen zu weiteren Krankheiten und eine Gebärmutterschleimhautentzündung, welche mit Antibiotika therapiert wird, ist vermutlich auch schnell wieder in Ordnung, aber dafür ist nun das Immunsystem geschwächt, denn dass die Bakterien, welche die Entzündung auslösten abgetötet wurden ist sinnvoll, aber dass die für die Verdauung und Gesunderhaltung wichtige Darmflora ebenfalls mit Bakterien arbeitet, welche wichtig sind zu erhalten, berücksichtigt das Antibiotikum nicht. Oft sind die behandelten Pferde anfällig für alle Viren, welche im Stall leben und bekommen Infektionskrankheiten und Husten. Nun schüttet man Sputolysin hinein und wieder sind Magen und Darm belastet und vielleicht bekommt nun die Leber oder die Niere noch Probleme die Gifte zu verarbeiten, die in Form von Medikamenten in das Pferd gegeben wurden und der Stoffwechsel gerät in Unordnung. Auch hier gibt es sicher ein allopathisches Mittel, das kurzfristig das Symptom bekämpft, aber die Ursache, nämlich die erste Entzündung, die schlummert noch im Körper und wurde einfach nur unterdrückt und nicht wirklich geheilt.


      In so einem Fall würde ich dann eher zu einer Konstitutionsbehandlung raten, weil ich annehmen würde, dass mit einer homöopathischen Symptombehandlung diese vielen Baustellen nicht geschlossen werden können.


      Vor allem warnt der klassische Homöopath davor, die Mittel wild miteinander zu kombinieren ohne ihre genaue Wirkung und das Arzneimittelbild zu kennen oder mehrere verschiedene Arzneien gleichzeitig anzuwenden, denn es kann durchaus sein, dass sie sich in ihrer Information an den Körper widersprechen.
      Im Buch von Marx-Holena findet man z.B. Mittel, die sich gegenseitig beeinflussen und die Wirkung aufheben können.


      Das Problem ist aber, dass wir zum einen bei "Secondhandpferden" – und um solche handelt es sich ja sehr oft, wenn man als Züchter nicht auf eine selbst gezogene Stutenbasis zurückgreift, sondern Zuchtpferde zukauft - nicht wissen, was da in der Vergangenheit behandelt wurde oder ob sich das Pferd in seinem Verhalten auffällig veränderte und wir können auch nicht hineinschauen.

      Hier hilft wirklich nur, sie sehr genau in ihrem Verhalten und ihren Eigenschaften zu analysieren, um das passende homöopathische Mittel zu finden, das Körper und Seele heilt, wenn man nicht immer neue Experimente starten will.

      Dazu kommt, dass ein Pferd sich von außen betrachtet meist erstaunlich schnell in eine neue Umgebung einfügt und gut mit einer Umstellung klarzukommen scheint. Da sind Pferde Überlebenskünstler, denn sie treten selten in einen Hungerstreik, der sie das Leben kosten würde und arrangieren sich eben mit den gegebenen Umständen, weil die ausschließlich die Herde einen sicheren Schutz bedeutet und so fast jedes Pferd danach strebt, ein Teil der Gruppe zu werden. Aber ob ein Pferd glücklich ist, würde ich nun nicht allein daran messen, ob es sich der Herde anschließt und gut frisst. Und das hat auch nichts mit der guten Haltung oder dem Umgang mit dem Pferd zu tun, ob es glücklich ist, denn wir versuchen unseren Pferden wirklich ein schönes, behütetes und artgerechtes Pferdeleben zu ermöglichen und jedes unserer Tiere darf sich geliebt fühlen, aber trotzdem gibt es Situationen, in denen wir als Mensch keinen Trost spenden können, auch wenn wir uns noch so sehr bemühen oder vielleicht denken, dass ein Schockerlebnis keinen bleibenden Schaden hinterließ, weil das Pferd sich nicht verändert zu haben scheint.

    2. #2
      Elchbine
      Gast
      Kein Status
       
      Ich bin:
      Keine Stimmung
       
      Teil II

      Ohne dass ich nun eine spezielle Empfehlung geben möchte, kann ich an dieser Stelle


      · Star of Bethlehem als eine sehr gute Bachblüte empfehlen, welche auch in den
      Notfalltropfen enthaltern ist, um nicht verarbeitete Probleme aus der Vergangenheit
      loszulassen und freudvoll nach vorne zu denken, denn vor allem Pferde, welche zum
      Beispiel mit einem Stall- oder Besitzerwechsel belastet sind, haben schon genug mit der
      Umstellung zu tun und denken nicht ans "Tragend werden". Und hier könnte ihnen Star of
      Bethlehem helfen, die Trennung von ihrem alten Zuhause oder dem ehemaligen Besitzer
      aufzuarbeiten oder es kann vielleicht an
      · Honeysuckle gedacht werden, um den Neuanfang zu erleichtern.

      Sicher kann ich keine Allheilmittel bieten, aber gerade um die Freude und den Wunsch nach einer Trächtigkeit bei einer Stute zu wecken, die diesbezüglich unentschlossen ist oder ein Trauma nach oder während einer Geburt erlebte und das nicht verarbeiten konnte, haben sich bei uns die Bachblüten sehr gut bewährt. Vier möchte ich hierzu vorschlagen:
      · Zur Einleitung der neuen Situation: Walnut
      · Zur Stärkung der Freude auf das „Neue“: Wild Oat
      · Zur Entlastung von Leber und Nieren: Crab Apple
      · Für mehr Optimismus, gegen Ängste: Mimulus


      Doch auch wenn kein Trauma aus der Vergangenheit die Rosse oder die Trächtigkeit verhindert, können Bachblüten helfen, Deckprobleme, Fruchtbarkeitsprobleme oder Trächtigkeitsprobleme zu beheben oder sie können in der Folge der Vergangenheitsbewältigungsblüten gegeben werden. Hierzu machten wir vor allem mit folgenden Bachblüten sehr gute Erfahrungen, die zu ebenso guten Ergebnissen führten:
      · Aspen, bei Unfruchtbarkeit von Stuten ohne krankhaften gynäkologischen Befund,
      unterbewusste zur Wehr Setzung der Stute gegen die Trächtigkeit durch unerklärliche
      Ängsten vor der Trächtigkeit, der Geburt oder der Mutterrolle
      · Cerato, wenn sich die Stute nicht decken lässt oder nicht aufnimmt, weil sie sich nicht
      sicher ist, ob sie tragend werden soll
      · Clematis, wenn man den Eindruck gewinnt, dass die Stute sich aus dem Hier in Tagträume
      flüchtet um anderswo Erlösung zu finden, weil sie mit der Wirklichkeit nicht zurechtkommt
      und darum nicht tragend werden will
      · Hornbeam, wenn die Stute mit der künftigen Mutterrolle überfordert fühlt und darum die
      Trächtigkeit und/ oder den Deckakt ablehnt
      · Olive, wenn die mentale und körperliche Erschöpfung der Zuchtstute weitere Trächtigkeiten
      verhindert
      · Rock Water, bei Stuten, welchen die Fähigkeit zu Gefühlen wie Mutterliebe zu einem
      Fohlen fehlt und die sich darum gegen die Trächtigkeit wehren, indem sie nicht rossen,
      sich nicht decken lassen oder gynäkologische Probleme entwickeln
      · Star of Bethlehem, zur Vorbereitung auf den Deckakt oder die Fahrt zur Deckstation und
      Vorbeugung von Traumen und Schocks
      · Walnut, vor allem bei länger güsten oder jungen Zuchtstuten hilft Walnut, eine Trächtigkeit
      als neue Lebenssituation zu akzeptieren.

      Die Bachblüten können nach Anleitung, welche im Kapitel über Bachblüten steht, hergestellt und in einer Dosis von vier mal täglich fünf bis acht Tropfen verabreicht werden.
      Ob man den Aufwand nun betreiben möchte, das bleibt jedem überlassen, das zu entscheiden und wenn rein medizinisch die Stute o.k. ist und sich lediglich der Gelbkörper nicht auflöst, dann kann man mit Prostaglandin eine Rosse in Gang bekommen und die Stute besamen und sie hat auch gute Chancen dann tragend zu werden, aber sinnvoll wäre es vielleicht schon, das Problem dann irgendwann noch einmal in der Gänze anzugehen, wenn es anhalten sollte.

      Aber nicht nur der Umgebungswechsel kann ein Pferd belasten oder eine Stute in ihrer Einstellung zur Trächtigkeit verändern, sondern wie schon erwähnt sind es auch traumatische Erlebnisse, die zu inneren Konflikten führen, welche das seelische Gleichgewicht gefährden.

      Beispiele dafür finde ich fast täglich, aber ganz besonders haben mich drei Fallbeispiele unserer Pferde berührt:
      · Zauberglück
      Sie verlor ihre Mutter bei der Geburt, aber obwohl sie nun als Waisenkind zurückblieb, schien sie doch einen Schutzengel zu haben, der dafür sorgte, dass sie von einer Ammenstute angenommen wurde, bei der sie auch ein halbes Jahr blieb und als kräftiger Absetzer dann zu uns zurückkam.
      Wenn ich sie beschreiben sollte, dann würde ich sie irgendwo zwischen fröhlicher Naivität und ziemlicher Profilneurose einstufen, denn obwohl sie nicht die Position der Chefin in der Herde inne hat, ist sie ziemlich ranghoch und zeigt das auch, indem sie gerne mal den Untergebenen ihre Macht demonstriert und sie mit Attacken tyrannisiert, wobei sie dem Boss hingegen hündisch devot ergeben ist und damit geschickt mit der Strategie: „Nach oben heucheln und lecken und nach unten treten“ umsetzt. Grundsätzlich ist sie jedoch ein sehr unkompliziertes Pferd, das seine höchste Zufriedenheit vor der vollen Futterkrippe findet und so scheint ihre Welt eigentlich in Ordnung, denn ihre barocke Form zeugt davon, dass sie nie hungern musste und auch ansonsten musste sie nie etwas vermissen, was ihr Wohlgefühl bereitet, war und ist in eine Herde gut integriert und wird von ihren Menschen verwöhnt, aber trotzdem wurde sie nach dem Absetzten ihrer Tochter nicht mehr tragend. Vor diesem Stutfohlen, welche acht Monate lang bei ihr bleiben durfte, brachte sie ein totes Hengstfohlen zur Welt, um das sie jedoch kaum zu trauen schien. Zwar hatten wir es bei ihr belassen, bis sie sich nicht mehr um es kümmerte und so wusste sie wohl auch, dass ihr Kind nicht gelebt hatte, aber sie zeigte auch kein anderes Verhalten als sonst auch, als wir sie aus der Box in die Herde führten und danach das tote Hengstchen aus dem Stall nahmen. Auch am Abend suchte sie nicht nach dem Fohlen und wandte sich sofort ihrem Futter zu; wofür ich sie schon als ziemlich charakterlos bezeichnete. Ganz anders war ihr Verhalten jedoch, als wir ihre einjährige Tochter nun verkauft hatten. Zauberglück wieherte den ganzen Tag nach ihrem Kind und schien sie noch nach Tagen zu suchen und man sah, dass sie trauerte, denn obwohl sie fraß, widmete sie sich nicht ausschließlich ihrem Futter wie sonst üblich wenn sie etwas Essbares erhält und vermutlich nicht mal eine hinter ihr detonierende Bombe sie vom Trog vertreiben könnte, sondern wanderte sie unruhig in der Box umher und in der Herde stand sie meistens abseits, als wartete sie, dass ihr Kind zurückkommen könnte. Sie war kurz davor als sicher tragend untersucht worden, resorbierte jedoch trotzdem und wurde auch nicht mehr tragend.
      Natürlich ließen wir sie gründlich vom Tierarzt untersuchen, um organische Ursachen für die fehlende Fertilität auszuschließen und fanden hierbei keinen Grund dafür, was mich eigentlich nicht wunderte, denn auch wenn man mich vielleicht für verrückt halten wird – ich wusste, wenn ich sie anschaute, dass sie für sich beschlossen hatte, keinem weiteren Fohlen das Leben zu schenken, um keinen Abschiedsschmerz mehr ertragen zu müssen.
      Vielleicht hatte sie den Verlust ihrer Mutter und ihres toten Sohnes noch akzeptieren können, aber dass man ihr ihre Tochter wegnahm, schien ihr das Herz gebrochen zu haben.
      Um ihr zu helfen, damit sie den Verlust verarbeiten kann und ihre Trauer überwindet, habe ich sie mit den Bachblüten
      Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen tot geboren wurde, erhielt sie zur Bewältigung
      des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
      Gorse, um die Hoffnung zu stärken, die sie allmählich durch die Totgeburt und den Verkauf
      ihres Fohlens verlor und damit ihr eine erneute Trächtigkeit nicht sinnlos scheint, weil sie
      glauben kann, dass sie nicht zwingend wieder mit dem Verlust ihres Fohlens enden wird
      Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
      Abschiednehmens und
      Walnut, um den Sprung in die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
      Situation anpassen zu können behandelt.
      Gleichzeitig erhielt sie homöopathisch
      Pulsatilla und
      Sepia, dreimal täglich in der Potenz D4 drei Wochen vor der geplanten Besamung.
      Schon kurz nach Beginn der Bachblüten-Gaben veränderte sie sich zum Positiven und schien am Leben wieder deutlich intensiver teil zu nehmen. Nach weiteren drei Wochen war sie wieder genauso tyrannisch wie vorher und scheuchte ihre Untertanen übers Paddock. Ihr Seelchen hatte wieder zu sich gefunden und auch wenn ihre Herdengenossinnen es vielleicht gar nicht so gut fanden, dass Zauberglück wieder ganz die Alte geworden war, so freuten wir uns doch, als wir bei der folgenden Besamung einen Treffer gelandet hatten und sie uns elf Monate später einen kleinen Sohn gebar.
      Wir hatten aus dieser Erfahrung gelernt und zum einen durfte ihr Fohlen mehr als ein Jahr, also so lange bei ihr bleiben, bis sie kaum mehr Interesse an ihm zeigte und zum anderen erhielt sie Bachblüten bevor und nachdem er verkauft und abgeholt wurde und dadurch schien sie diesmal unter der Trennung auch nicht zu leiden und resorbierte auch nicht.
      · Anuschka
      Vor vielen Jahren, als wir die Blüten für die Pferde noch nicht einsetzten, kauften wir Anuschka.
      Sie hatte einst als sehr teures Fohlen den Besitzer gewechselt, aber sich leider als Enttäuschung erwiesen, weil sie die Hoffnung, dass aus ihr eine Zuchtstute wird, nie erfüllte. Nach vielen Reisen durch noch mehr Hände, landete sie bei uns.
      Obwohl wir eigentlich davon ausgegangen waren, dass wir sie lediglich als Reitpferd würden nutzen können, besamten wir sie halbherzig, als wir sie rossen sahen und waren dann mehr als verblüfft, als wir erfuhren, dass sie dabei tragend geworden war... vielleicht fühlte sie sich hier endlich Zuhause angekommen und glücklich und war darum nun auch bereit, ihre Box mit ihren Fohlen zu teilen.
      Sie schenkte uns in Folge sechs Fohlen und schien zufrieden zu sein mit ihrem Leben, bis ihre Freundin Herba im März des Jahres 2004 starb – Anuschka trug zwar noch das werdende Leben in ihrem Leib bis zur Geburt ihres letzten Sohnes am 18. August 2004 aus, aber acht Tage später schloss sie ihre Augen für immer.
      Wirklich offensichtlich hatte sie nicht um ihre schwarze Freundin getrauert - ich war
      sogar eher erstaunt, dass sie mit gleichbleibendem Appetit fraß und gar nicht unter
      dem Verlust zu leiden schien und auch in der Herde war sie ja seit vielen Jahren ein
      geachtetes Mitglied, obwohl sie immer schon eher eine Einzelgängerin war und für
      Herba immer so etwas wie der Flügeladjutant, welcher der Chefin treu ergeben folgte und trotzdem bin ich heute sicher, dass sie den Schock des Verlassenwerdens von der Freundin nie verarbeitet hatte, auch wenn man ihr äußerlich nichts anmerkte und
      könnte ich die Lebensuhr noch einmal zurückdrehen, dann würde ich sie vielleicht mit
      Bachblüten davon überzeugt haben können, dass das Leben auch ohne Herba
      lebenswert sein kann, denn Krankheit oder Lebensmüdigkeit beginnt in der Seele.
      · Mahé
      Sie ist das Beispiel, über das ich ein gesamte Buch schrieb, denn dass sie doch noch einmal tragend wurde, obwohl sie sechs Jahre lang güst geblieben war, als sie zu uns kam, grenzt an ein Wunder.
      Bei ihr war ich mir aufgrund ihrer Vorgeschichte ganz sicher, dass sie keine Fohlen mehr haben wollte, nachdem ihr letzter Sohn lebensschwach zur Welt gekommen war und erlöst werden musste. Genau wie Zauberglück versuchte sie sich vor weiterem Leid und dem Schmerz des „sich trennen müssen“ zu bewahren, indem sie auf weitere Trächtigkeiten und Fohlen verzichtete.
      Mit den passenden Bachblüten
      Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
      Abschiednehmens und
      Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen eingeschläfert wurde, erhielt sie zur Bewältigung
      des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
      Walnut, um den Sprung ind die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
      Situation anpassen zu können und
      Scleranthus, um ihr den Entscheid, tragend zu werden zu erleichtern.
      und dem Versprechen, dass sie ihr nächstes Fohlen ganz sicher behalten darf, reichte eine Besamung aus, um sie tragend zu machen und ich bin ganz sicher, dass sie uns auch noch weitere Fohlen schenken wird.


      Homöopathisch oder mit Bachblüten zu behandeln bedeutet nicht nur ein Symptom zu bekämpfen, sondern ganzheitlich zu heilen und zwar Körper, Geist und Seele, denn wenn die Seele nicht leidet und der Geist die Krankheit als Ausdruck dieses Leids nicht formt, dann erkrankt auch der Körper nicht.

      Wobei es mit den Blüten ist wie mit den homöopathischen Mitteln - man kann relativ gefahrlos die Standartbehandlung des Problems versuchen, aber um tiefgreifende Erfolge zu erzielen, ist es natürlich zu empfehlen, eine speziell auf das Pferd zugeschnittene Therapie anzustreben. Bei den Blüten ist es so, dass ich die besten Erfolge mit dem "Ziehen" der Blüten erreichte. Manchmal bekommt man dann Blüten, bei denen man sich erst wundert und später ein Aha-Erlebnis hat. Dazu stellt man das Bachblüten-Set vor sich in und stellt sich das Pferd vor dem geistigen Auge vor - man kann auch sagen, man versucht medialen Kontakt zu bekommen, indem man sich auf die Schwingung des Pferdes einstellt - wobei man das Pferd dazu kennen sollte. Dann greift man in den Karton und hält die richtige Blüte in der Hand. Man kann auch noch eine zweite oder dritte oder vierte Bachblüte ziehen. Auch fünf Blüten können sich ergänzen. Mehr als sieben braucht es aber nur ganz selten.
      So individuell wie jedes Pferd und speziell beim Thema Rosse jede Zuchtstute ist, so individuell muss also auch die ganzheitliche Behandlung erfolgen, bei der die Vergangenheit, die Eigenschaften und der Charakter des Pferdes eine große Rolle spielen, damit Körper, Geist und Seele geheilt werden.

      Ich persönlich lehne jedoch keinesfalls die Hilfe der Schulmedizin kategorisch ab und möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich dazu aufrufen möchte, jede allopathische Behandlung zu unterlassen, aber mein Einwand in die reine schulmedizinische Problemlösung bei mangelnder Rosse und Fruchtbarkeit ist, dass sie dem Pferd oft das Seelenleben abspricht und so auch nur die am Körper sichtbaren Symptome behandelt, was leider auch meistens zu vorschneller Diagnose der Zuchtuntauglichkeit führt oder zum Stempel als „Problemstute“.

      Dabei ist es durchaus möglich, auch solche Stuten tragend zu bekommen, wobei ich mich in diesem Fall sehr gerne auf die Hilfe eines fähigen Tierarztes verlasse, der genügend Erfahrung im Bereich der Gynäkologie mitbringt, um ein Ultraschallbild eines Follikels nach seiner Reife beurteilen zu können.

      Ich erwarte dabei keine Hellseherei, denn wann genau die Ovulation erfolgt, wird man eher nicht exakt voraussagen können, es sei denn, die Stute erhält eine Injektion des aus der menschlichen Plazenta gewonnenen humanen Choriongonadotropin (hCG) das analog zum luteinisierenden Hormon die Eiblase reifen lässt und den Follikelsprung auslöst.
      Aber selbst bei einer solchen beschleunigten Follikelreife wird von ungefähren Angaben gesprochen die sich zwischen 48 und 72 Stunden bewegen und funktionieren wird die Ovulationsinduktion nur, wenn die Eiblase zum Zeitpunkt der Applikation mindestens 35 mm groß war.

      Von einer Manipulation des Sexualzyklus der Stute möchte ich persönlich jedoch lieber absehen, denn ich ziehe es vor bei Zyklusstörungen ganzheitlich zu behandeln, anstatt aus menschlicher Plazenta gewonnene Glykoproteine zu injizieren, welche nicht nur eine Reaktion des Körpers in Form von Antikörpern begünstigen, sondern auch nur wieder als Symptombehandlung den seelischen Zustand des Pferdes nicht berücksichtigen.
      Also bleibt mir meist keine andere Wahl, als den Tierarzt drei Tage, oder 2 x die Woche (Dienstag und Freitag) eine Follikelkontrolle mit Ultraschall machen zu lassen, um auch die Stuten nicht zu verpassen, die nur einen Tag Rosse zeigen und dabei auch gleichzeitig ovulieren.


      Das ist ein großer finanzieller Aufwand, wenn der Tierarzt nicht wie bei uns eine Pauschale abrechnet, sondern jede Fahrt in Rechnung stellt, aber wenn man diese Kosten scheut, dann sollte man besser gar nicht erst über das Züchten nachdenken, denn wer A sagt, sollte wissen, dass man auch B sagen muss und wenn man bereits einmal mit der Stute erfolglos zum Hengst fuhr oder sie besamen ließ, dann ist die Decktaxe sowieso bezahlt und wenn man dann um Kosten zu meiden weitere Untersuchungen scheut, ist das eine Milchmädchenrechnung, weil man das Geld für den Hengstsprung und die Chance auf ein Fohlen im nächsten Jahr auch noch verliert.

      Selbstverständlich spart man Tierarztkosten für häufige Follikelkontrollen, wenn man einen Probierhengst nutzen kann, denn einerseits stimuliert er die Stuten durch das Abprobieren und andererseits findet man so auch der Zeitpunkt der passenden Bedeckung oder Besamung, wenn die Stute durch das Stehen und Dulden des Hengstes zeigt, dass es nun perfekt wäre.

      Obwohl wir selbst Hengste halten, probieren wir die Stuten nicht mehr ab, denn zum einen gibt es Stuten, die wie schon erwähnt aus verschiedenen Gründen trotz Hochrosse und Ovulation den Hengst nicht dulden – auch bei Pferden gibt es Antipathien oder Jungstuten, die mit der Situation überfordert sind – zum anderen habe ich selbst die traurige Erfahrung gemacht, dass eine Stute den Hengst im Probierstand abschlug und mit dem Hinterhuf so unglücklich den Metallholm traf, dass sie einen Hufbeinbruch dabei erlitt.

      Natürlich kann man das vermeiden, wenn man anstelle einen Probierstand zu benutzen, die Stute zum Schutz des Hengstes fesselt und mit einer Nasenbremse knebelt, aber ich lehne dies ab genauso ab wie den von mir bereits beschriebenen sogenannten Natursprung, weil es einer Vergewaltigung gleich kommt und sich die Stute in ihrer Wehrlosigkeit meistens verspannt und so sehe ich persönlich dabei keine gute Voraussetzung für ein freudiges Empfangen – nicht umsonst liegt die Trächtigkeitsquote beim Natursprung lediglich bei 60 % während die Besamung zu 80% Erfolge verspricht.

      So verlasse ich mich auf das, was mir der Bildschirm des Ultraschallgerätes meines Tierarztes zeigt und besame meistens ausschließlich auf die passende Follikelgrösse und die möglichst deutlich vorhandene Radspeichenstruktur als Indiz für die Bereitwilligkeit der Stute, tragend zu werden und weniger auf äußere Rosseanzeichen, denn die können, wie ich es schon schrieb, manchmal durch Angst oder Unsicherheit von der Stute unterdrückt werden.

      Ich weiß, dass viele Fachleute behaupten, dass wenn keine äußere Rosse gezeigt wird, die Besamung nicht fruchtet, auch wenn im Körper der Stute alles passend für eine Trächtigkeit vorbereitet ist.

      Aber dieser These kann ich aus eigner Erfahrung widersprechen, denn wir hatten in einem Jahr ein Pferdemädchen für Brave Heart, die wirklich absolut keine Rosse zeigte und bei welcher der behandelnde Tierarzt eine recht düstere Prognose für eine Trächtigkeit abgegeben hatte, aber weil er auf dem Ultraschall einen besamungsreifen Follikel fand, riet er den Züchtern trotzdem zum Hengst zu fahren, in der Hoffnung, dass sie durch den Hengst vielleicht stimuliert wird.
      Doch anstatt sich an den Hengsten zu animieren, floh sie mit eingeklemmtem Schweif und war damit weit weg vom klassischen Brunftverhalten.
      Als ich sie trotzdem vorsichtshalber besamen wollte, war die Zervix war bis auf eine bleistiftdicke Öffnung zu - keine ideale Voraussetzung um tragend zu werden - aber ich habe das Inseminationsröhrchen trotzdem mühsam durchgeschoben bekommen und war selbst verblüfft, dass 11 Monate später Charisma zur Welt kam ... man kann sie in Brave Hearts Fohlengalerie bewundern.

      Nachdem ich sowohl die Homöopathie, als auch die Bachblüten zur Verbesserung der Fruchbarkeit vorstellte, möchte ich die Phytotherapienicht unerwähnt lassen, denn auch durch sie konnten wir durchschlagende Erfolge bei zahlreichen, als zuchtuntauglich oder als Problemstuten abgestempelten Stuten verbuchen und hier waren es vor allem sechs Naturheilkräuter, welche bei uns zur Anwendung kamen, denn die Fertilität und die Rosse können durch die Kräuter deutlich verbessert werden, weshalb ich sie auch kurz vorstellen möchte:

      · 30 Gramm getrocknete Frauenmantelblätter (die stimulieren die Hormone und damit die Rosse und regulieren den Hormonhaushalt) und
      · 30 Gramm getrocknete Himbeerblätter (zur Stärkung der Gebärmutterschleimhaut und Erleichterung des Einnistens einer Frucht)
      · 30 Gramm Süßholzwurzelpulver (zur Verbesserung der Fruchtbarkeit)
      · 30 Gramm getrocknetes Mariendistelkraut (hoher Gehalt an Linolsäure reguliert das
      weibliche Hormonsystem, was bei Zyklus- und Rosseproblemen zum Ausgleich führt)
      · 30 Gramm Mönchspfeffersamen (reguliert das Hormonsystem, behebt Rossestörungen)
      · 30 Gramm Rotklee (reguliert den Hormonhaushalt, behebt Östrogenmangel)

      Die Kräutermischung sollte einmal täglich über drei Wochen verfüttert werden.
      Dies kann als Aufguss geschehen, indem man die Sachen mit 300 ml kochendem Wasser überbrüht und 15 Minuten stehen lässt und dann handwarm über das Futter gibt oder man kocht die Kräuter 2 - 5 Minuten lang und verfüttert sie ebenfalls handwarm über das Kraftfutter. Als Kaltauszug werden die Kräuter mit kaltem Wasser übergossen und abgedeckt 6-8 Stunden stehen gelassen und dann ebenfalls mit ihnen so verfahren wie mit Aufguss.
      Ich habe die 1. Variante gewählt, weil es am schnellsten geht und ich in der Küche die Kräuter kurz überbrühe und dann in die abendlich verabreichten eingeweichten Rübenschnitzel gebe.
      Wer keine Kochplatte im Stall hat, dem empfehle ich die Kräuter morgens mit Wasser zu übergießen und abends dann zu verfüttern.

      Kein direktes Heilkraut, aber eine hocheffiziente Futterpflanze ist Alfalfa, die wir auch unter dem Namen Luzerne kennen, denn Alfalfa enthält das Phytoöstrogen Coumestrol, welches die höchste Aktivität aller planzlichen Hormone hat und so bei Stuten zur Fruchtbarkeitsbehandlung interessant ist.

      Auch die Schüsslerschen Salze halten Mittel bereit, welche bei ausbleibender Rosse oder Hormonstörungen helfen können:
      · Bei Hormonstörungen:
      Nummer 6 – Kalium sulfuricum
      · Bei verminderter Rosse:
      Nummer 2 – Calcium phoshoricum
      Nummer 8 – Natrium chloratum
      Nummer 9 – Natrium phosphoricum
      · Bei verspätet einsetzender Rosse:
      Nummer 8 – Natrium chloratum
      Nummer 11 – Silicea

      Die Dosierung ist hier drei mal täglich sechs Tabletten. In akuten Fällen können stündlich bis zu acht Tabletten eingegeben werden. Das ist vor allem bei Entzündungen, welche mit Fieber einhergehen (Euterentzündung) empfehlenswert. Die Behandlung wird dann so lange fortgesetzt, bis Besserung eintritt.

      Wichtig bei den Schüssler Salzen ist, dass sie über die Mundschleimhaut wirken müssen, denn gibt man sie ins Futter und das Pferd schluckt sie als ganze Tablette hinunter, dann wird die Wirkung von der Magensäure stark beeinträchtigt und darum sollte man die Tabletten in eine Einwegspritze (ohne Nadel!) schütten (am besten ohne sie anzufassen, denn auch hier heilt energetische Schwingung, welche von unserer Haut beeinflusst wird), sie darin in Wasser auflösen und dem Pferd direkt ins Maul spritzen – eine Möhre zum Trost lässt die meisten Pferde die Prozedur recht gelassen überstehen.

      Oft wird bei mangelnder Rosse oder ausbleibender Trächtigkeit Betacarotin empfohlen.
      Grundsätzlich greife auch ich bei meinen Stuten und Hengsten auch auf den positiven Einfluss der Karotte zurück, um die Fruchtbarkeit zu verbessern, aber während ich mit getrockneten Karottenchips oder Pellets, die ich eingeweicht verfüttere sehr gute Erfahrungen machen konnte, bin ich mit synthetisch hergestellten Mitteln sehr vorsichtig, denn sie sorgen gerne mal für eine wahre Explosion der Follikelproduktion und auf dem Eierstock wächst dann eine Himbeere bestehend aus lauter kleinen nicht besamungsfähigen Follikeln und die Stute wird dauerrossig, anstatt tragend.

    3. #3
      Elchbine
      Gast
      Kein Status
       
      Ich bin:
      Keine Stimmung
       
      Teil II

      Ohne dass ich nun eine spezielle Empfehlung geben möchte, kann ich an dieser Stelle


      · Star of Bethlehem als eine sehr gute Bachblüte empfehlen, welche auch in den
      Notfalltropfen enthaltern ist, um nicht verarbeitete Probleme aus der Vergangenheit
      loszulassen und freudvoll nach vorne zu denken, denn vor allem Pferde, welche zum
      Beispiel mit einem Stall- oder Besitzerwechsel belastet sind, haben schon genug mit der
      Umstellung zu tun und denken nicht ans "Tragend werden". Und hier könnte ihnen Star of
      Bethlehem helfen, die Trennung von ihrem alten Zuhause oder dem ehemaligen Besitzer
      aufzuarbeiten oder es kann vielleicht an
      · Honeysuckle gedacht werden, um den Neuanfang zu erleichtern.

      Sicher kann ich keine Allheilmittel bieten, aber gerade um die Freude und den Wunsch nach einer Trächtigkeit bei einer Stute zu wecken, die diesbezüglich unentschlossen ist oder ein Trauma nach oder während einer Geburt erlebte und das nicht verarbeiten konnte, haben sich bei uns die Bachblüten sehr gut bewährt. Vier möchte ich hierzu vorschlagen:
      · Zur Einleitung der neuen Situation: Walnut
      · Zur Stärkung der Freude auf das „Neue“: Wild Oat
      · Zur Entlastung von Leber und Nieren: Crab Apple
      · Für mehr Optimismus, gegen Ängste: Mimulus


      Doch auch wenn kein Trauma aus der Vergangenheit die Rosse oder die Trächtigkeit verhindert, können Bachblüten helfen, Deckprobleme, Fruchtbarkeitsprobleme oder Trächtigkeitsprobleme zu beheben oder sie können in der Folge der Vergangenheitsbewältigungsblüten gegeben werden. Hierzu machten wir vor allem mit folgenden Bachblüten sehr gute Erfahrungen, die zu ebenso guten Ergebnissen führten:
      · Aspen, bei Unfruchtbarkeit von Stuten ohne krankhaften gynäkologischen Befund,
      unterbewusste zur Wehr Setzung der Stute gegen die Trächtigkeit durch unerklärliche
      Ängsten vor der Trächtigkeit, der Geburt oder der Mutterrolle
      · Cerato, wenn sich die Stute nicht decken lässt oder nicht aufnimmt, weil sie sich nicht
      sicher ist, ob sie tragend werden soll
      · Clematis, wenn man den Eindruck gewinnt, dass die Stute sich aus dem Hier in Tagträume
      flüchtet um anderswo Erlösung zu finden, weil sie mit der Wirklichkeit nicht zurechtkommt
      und darum nicht tragend werden will
      · Hornbeam, wenn die Stute mit der künftigen Mutterrolle überfordert fühlt und darum die
      Trächtigkeit und/ oder den Deckakt ablehnt
      · Olive, wenn die mentale und körperliche Erschöpfung der Zuchtstute weitere Trächtigkeiten
      verhindert
      · Rock Water, bei Stuten, welchen die Fähigkeit zu Gefühlen wie Mutterliebe zu einem
      Fohlen fehlt und die sich darum gegen die Trächtigkeit wehren, indem sie nicht rossen,
      sich nicht decken lassen oder gynäkologische Probleme entwickeln
      · Star of Bethlehem, zur Vorbereitung auf den Deckakt oder die Fahrt zur Deckstation und
      Vorbeugung von Traumen und Schocks
      · Walnut, vor allem bei länger güsten oder jungen Zuchtstuten hilft Walnut, eine Trächtigkeit
      als neue Lebenssituation zu akzeptieren.

      Die Bachblüten können nach Anleitung, welche im Kapitel über Bachblüten steht, hergestellt und in einer Dosis von vier mal täglich fünf bis acht Tropfen verabreicht werden.
      Ob man den Aufwand nun betreiben möchte, das bleibt jedem überlassen, das zu entscheiden und wenn rein medizinisch die Stute o.k. ist und sich lediglich der Gelbkörper nicht auflöst, dann kann man mit Prostaglandin eine Rosse in Gang bekommen und die Stute besamen und sie hat auch gute Chancen dann tragend zu werden, aber sinnvoll wäre es vielleicht schon, das Problem dann irgendwann noch einmal in der Gänze anzugehen, wenn es anhalten sollte.

      Aber nicht nur der Umgebungswechsel kann ein Pferd belasten oder eine Stute in ihrer Einstellung zur Trächtigkeit verändern, sondern wie schon erwähnt sind es auch traumatische Erlebnisse, die zu inneren Konflikten führen, welche das seelische Gleichgewicht gefährden.

      Beispiele dafür finde ich fast täglich, aber ganz besonders haben mich drei Fallbeispiele unserer Pferde berührt:
      · Zauberglück
      Sie verlor ihre Mutter bei der Geburt, aber obwohl sie nun als Waisenkind zurückblieb, schien sie doch einen Schutzengel zu haben, der dafür sorgte, dass sie von einer Ammenstute angenommen wurde, bei der sie auch ein halbes Jahr blieb und als kräftiger Absetzer dann zu uns zurückkam.
      Wenn ich sie beschreiben sollte, dann würde ich sie irgendwo zwischen fröhlicher Naivität und ziemlicher Profilneurose einstufen, denn obwohl sie nicht die Position der Chefin in der Herde inne hat, ist sie ziemlich ranghoch und zeigt das auch, indem sie gerne mal den Untergebenen ihre Macht demonstriert und sie mit Attacken tyrannisiert, wobei sie dem Boss hingegen hündisch devot ergeben ist und damit geschickt mit der Strategie: „Nach oben heucheln und lecken und nach unten treten“ umsetzt. Grundsätzlich ist sie jedoch ein sehr unkompliziertes Pferd, das seine höchste Zufriedenheit vor der vollen Futterkrippe findet und so scheint ihre Welt eigentlich in Ordnung, denn ihre barocke Form zeugt davon, dass sie nie hungern musste und auch ansonsten musste sie nie etwas vermissen, was ihr Wohlgefühl bereitet, war und ist in eine Herde gut integriert und wird von ihren Menschen verwöhnt, aber trotzdem wurde sie nach dem Absetzten ihrer Tochter nicht mehr tragend. Vor diesem Stutfohlen, welche acht Monate lang bei ihr bleiben durfte, brachte sie ein totes Hengstfohlen zur Welt, um das sie jedoch kaum zu trauen schien. Zwar hatten wir es bei ihr belassen, bis sie sich nicht mehr um es kümmerte und so wusste sie wohl auch, dass ihr Kind nicht gelebt hatte, aber sie zeigte auch kein anderes Verhalten als sonst auch, als wir sie aus der Box in die Herde führten und danach das tote Hengstchen aus dem Stall nahmen. Auch am Abend suchte sie nicht nach dem Fohlen und wandte sich sofort ihrem Futter zu; wofür ich sie schon als ziemlich charakterlos bezeichnete. Ganz anders war ihr Verhalten jedoch, als wir ihre einjährige Tochter nun verkauft hatten. Zauberglück wieherte den ganzen Tag nach ihrem Kind und schien sie noch nach Tagen zu suchen und man sah, dass sie trauerte, denn obwohl sie fraß, widmete sie sich nicht ausschließlich ihrem Futter wie sonst üblich wenn sie etwas Essbares erhält und vermutlich nicht mal eine hinter ihr detonierende Bombe sie vom Trog vertreiben könnte, sondern wanderte sie unruhig in der Box umher und in der Herde stand sie meistens abseits, als wartete sie, dass ihr Kind zurückkommen könnte. Sie war kurz davor als sicher tragend untersucht worden, resorbierte jedoch trotzdem und wurde auch nicht mehr tragend.
      Natürlich ließen wir sie gründlich vom Tierarzt untersuchen, um organische Ursachen für die fehlende Fertilität auszuschließen und fanden hierbei keinen Grund dafür, was mich eigentlich nicht wunderte, denn auch wenn man mich vielleicht für verrückt halten wird – ich wusste, wenn ich sie anschaute, dass sie für sich beschlossen hatte, keinem weiteren Fohlen das Leben zu schenken, um keinen Abschiedsschmerz mehr ertragen zu müssen.
      Vielleicht hatte sie den Verlust ihrer Mutter und ihres toten Sohnes noch akzeptieren können, aber dass man ihr ihre Tochter wegnahm, schien ihr das Herz gebrochen zu haben.
      Um ihr zu helfen, damit sie den Verlust verarbeiten kann und ihre Trauer überwindet, habe ich sie mit den Bachblüten
      Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen tot geboren wurde, erhielt sie zur Bewältigung
      des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
      Gorse, um die Hoffnung zu stärken, die sie allmählich durch die Totgeburt und den Verkauf
      ihres Fohlens verlor und damit ihr eine erneute Trächtigkeit nicht sinnlos scheint, weil sie
      glauben kann, dass sie nicht zwingend wieder mit dem Verlust ihres Fohlens enden wird
      Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
      Abschiednehmens und
      Walnut, um den Sprung in die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
      Situation anpassen zu können behandelt.
      Gleichzeitig erhielt sie homöopathisch
      Pulsatilla und
      Sepia, dreimal täglich in der Potenz D4 drei Wochen vor der geplanten Besamung.
      Schon kurz nach Beginn der Bachblüten-Gaben veränderte sie sich zum Positiven und schien am Leben wieder deutlich intensiver teil zu nehmen. Nach weiteren drei Wochen war sie wieder genauso tyrannisch wie vorher und scheuchte ihre Untertanen übers Paddock. Ihr Seelchen hatte wieder zu sich gefunden und auch wenn ihre Herdengenossinnen es vielleicht gar nicht so gut fanden, dass Zauberglück wieder ganz die Alte geworden war, so freuten wir uns doch, als wir bei der folgenden Besamung einen Treffer gelandet hatten und sie uns elf Monate später einen kleinen Sohn gebar.
      Wir hatten aus dieser Erfahrung gelernt und zum einen durfte ihr Fohlen mehr als ein Jahr, also so lange bei ihr bleiben, bis sie kaum mehr Interesse an ihm zeigte und zum anderen erhielt sie Bachblüten bevor und nachdem er verkauft und abgeholt wurde und dadurch schien sie diesmal unter der Trennung auch nicht zu leiden und resorbierte auch nicht.
      · Anuschka
      Vor vielen Jahren, als wir die Blüten für die Pferde noch nicht einsetzten, kauften wir Anuschka.
      Sie hatte einst als sehr teures Fohlen den Besitzer gewechselt, aber sich leider als Enttäuschung erwiesen, weil sie die Hoffnung, dass aus ihr eine Zuchtstute wird, nie erfüllte. Nach vielen Reisen durch noch mehr Hände, landete sie bei uns.
      Obwohl wir eigentlich davon ausgegangen waren, dass wir sie lediglich als Reitpferd würden nutzen können, besamten wir sie halbherzig, als wir sie rossen sahen und waren dann mehr als verblüfft, als wir erfuhren, dass sie dabei tragend geworden war... vielleicht fühlte sie sich hier endlich Zuhause angekommen und glücklich und war darum nun auch bereit, ihre Box mit ihren Fohlen zu teilen.
      Sie schenkte uns in Folge sechs Fohlen und schien zufrieden zu sein mit ihrem Leben, bis ihre Freundin Herba im März des Jahres 2004 starb – Anuschka trug zwar noch das werdende Leben in ihrem Leib bis zur Geburt ihres letzten Sohnes am 18. August 2004 aus, aber acht Tage später schloss sie ihre Augen für immer.
      Wirklich offensichtlich hatte sie nicht um ihre schwarze Freundin getrauert - ich war
      sogar eher erstaunt, dass sie mit gleichbleibendem Appetit fraß und gar nicht unter
      dem Verlust zu leiden schien und auch in der Herde war sie ja seit vielen Jahren ein
      geachtetes Mitglied, obwohl sie immer schon eher eine Einzelgängerin war und für
      Herba immer so etwas wie der Flügeladjutant, welcher der Chefin treu ergeben folgte und trotzdem bin ich heute sicher, dass sie den Schock des Verlassenwerdens von der Freundin nie verarbeitet hatte, auch wenn man ihr äußerlich nichts anmerkte und
      könnte ich die Lebensuhr noch einmal zurückdrehen, dann würde ich sie vielleicht mit
      Bachblüten davon überzeugt haben können, dass das Leben auch ohne Herba
      lebenswert sein kann, denn Krankheit oder Lebensmüdigkeit beginnt in der Seele.
      · Mahé
      Sie ist das Beispiel, über das ich ein gesamte Buch schrieb, denn dass sie doch noch einmal tragend wurde, obwohl sie sechs Jahre lang güst geblieben war, als sie zu uns kam, grenzt an ein Wunder.
      Bei ihr war ich mir aufgrund ihrer Vorgeschichte ganz sicher, dass sie keine Fohlen mehr haben wollte, nachdem ihr letzter Sohn lebensschwach zur Welt gekommen war und erlöst werden musste. Genau wie Zauberglück versuchte sie sich vor weiterem Leid und dem Schmerz des „sich trennen müssen“ zu bewahren, indem sie auf weitere Trächtigkeiten und Fohlen verzichtete.
      Mit den passenden Bachblüten
      Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
      Abschiednehmens und
      Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen eingeschläfert wurde, erhielt sie zur Bewältigung
      des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
      Walnut, um den Sprung ind die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
      Situation anpassen zu können und
      Scleranthus, um ihr den Entscheid, tragend zu werden zu erleichtern.
      und dem Versprechen, dass sie ihr nächstes Fohlen ganz sicher behalten darf, reichte eine Besamung aus, um sie tragend zu machen und ich bin ganz sicher, dass sie uns auch noch weitere Fohlen schenken wird.


      Homöopathisch oder mit Bachblüten zu behandeln bedeutet nicht nur ein Symptom zu bekämpfen, sondern ganzheitlich zu heilen und zwar Körper, Geist und Seele, denn wenn die Seele nicht leidet und der Geist die Krankheit als Ausdruck dieses Leids nicht formt, dann erkrankt auch der Körper nicht.

      Wobei es mit den Blüten ist wie mit den homöopathischen Mitteln - man kann relativ gefahrlos die Standartbehandlung des Problems versuchen, aber um tiefgreifende Erfolge zu erzielen, ist es natürlich zu empfehlen, eine speziell auf das Pferd zugeschnittene Therapie anzustreben. Bei den Blüten ist es so, dass ich die besten Erfolge mit dem "Ziehen" der Blüten erreichte. Manchmal bekommt man dann Blüten, bei denen man sich erst wundert und später ein Aha-Erlebnis hat. Dazu stellt man das Bachblüten-Set vor sich in und stellt sich das Pferd vor dem geistigen Auge vor - man kann auch sagen, man versucht medialen Kontakt zu bekommen, indem man sich auf die Schwingung des Pferdes einstellt - wobei man das Pferd dazu kennen sollte. Dann greift man in den Karton und hält die richtige Blüte in der Hand. Man kann auch noch eine zweite oder dritte oder vierte Bachblüte ziehen. Auch fünf Blüten können sich ergänzen. Mehr als sieben braucht es aber nur ganz selten.
      So individuell wie jedes Pferd und speziell beim Thema Rosse jede Zuchtstute ist, so individuell muss also auch die ganzheitliche Behandlung erfolgen, bei der die Vergangenheit, die Eigenschaften und der Charakter des Pferdes eine große Rolle spielen, damit Körper, Geist und Seele geheilt werden.

      Ich persönlich lehne jedoch keinesfalls die Hilfe der Schulmedizin kategorisch ab und möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich dazu aufrufen möchte, jede allopathische Behandlung zu unterlassen, aber mein Einwand in die reine schulmedizinische Problemlösung bei mangelnder Rosse und Fruchtbarkeit ist, dass sie dem Pferd oft das Seelenleben abspricht und so auch nur die am Körper sichtbaren Symptome behandelt, was leider auch meistens zu vorschneller Diagnose der Zuchtuntauglichkeit führt oder zum Stempel als „Problemstute“.

      Dabei ist es durchaus möglich, auch solche Stuten tragend zu bekommen, wobei ich mich in diesem Fall sehr gerne auf die Hilfe eines fähigen Tierarztes verlasse, der genügend Erfahrung im Bereich der Gynäkologie mitbringt, um ein Ultraschallbild eines Follikels nach seiner Reife beurteilen zu können.

      Ich erwarte dabei keine Hellseherei, denn wann genau die Ovulation erfolgt, wird man eher nicht exakt voraussagen können, es sei denn, die Stute erhält eine Injektion des aus der menschlichen Plazenta gewonnenen humanen Choriongonadotropin (hCG) das analog zum luteinisierenden Hormon die Eiblase reifen lässt und den Follikelsprung auslöst.
      Aber selbst bei einer solchen beschleunigten Follikelreife wird von ungefähren Angaben gesprochen die sich zwischen 48 und 72 Stunden bewegen und funktionieren wird die Ovulationsinduktion nur, wenn die Eiblase zum Zeitpunkt der Applikation mindestens 35 mm groß war.

      Von einer Manipulation des Sexualzyklus der Stute möchte ich persönlich jedoch lieber absehen, denn ich ziehe es vor bei Zyklusstörungen ganzheitlich zu behandeln, anstatt aus menschlicher Plazenta gewonnene Glykoproteine zu injizieren, welche nicht nur eine Reaktion des Körpers in Form von Antikörpern begünstigen, sondern auch nur wieder als Symptombehandlung den seelischen Zustand des Pferdes nicht berücksichtigen.
      Also bleibt mir meist keine andere Wahl, als den Tierarzt drei Tage, oder 2 x die Woche (Dienstag und Freitag) eine Follikelkontrolle mit Ultraschall machen zu lassen, um auch die Stuten nicht zu verpassen, die nur einen Tag Rosse zeigen und dabei auch gleichzeitig ovulieren.


      Das ist ein großer finanzieller Aufwand, wenn der Tierarzt nicht wie bei uns eine Pauschale abrechnet, sondern jede Fahrt in Rechnung stellt, aber wenn man diese Kosten scheut, dann sollte man besser gar nicht erst über das Züchten nachdenken, denn wer A sagt, sollte wissen, dass man auch B sagen muss und wenn man bereits einmal mit der Stute erfolglos zum Hengst fuhr oder sie besamen ließ, dann ist die Decktaxe sowieso bezahlt und wenn man dann um Kosten zu meiden weitere Untersuchungen scheut, ist das eine Milchmädchenrechnung, weil man das Geld für den Hengstsprung und die Chance auf ein Fohlen im nächsten Jahr auch noch verliert.

      Selbstverständlich spart man Tierarztkosten für häufige Follikelkontrollen, wenn man einen Probierhengst nutzen kann, denn einerseits stimuliert er die Stuten durch das Abprobieren und andererseits findet man so auch der Zeitpunkt der passenden Bedeckung oder Besamung, wenn die Stute durch das Stehen und Dulden des Hengstes zeigt, dass es nun perfekt wäre.

      Obwohl wir selbst Hengste halten, probieren wir die Stuten nicht mehr ab, denn zum einen gibt es Stuten, die wie schon erwähnt aus verschiedenen Gründen trotz Hochrosse und Ovulation den Hengst nicht dulden – auch bei Pferden gibt es Antipathien oder Jungstuten, die mit der Situation überfordert sind – zum anderen habe ich selbst die traurige Erfahrung gemacht, dass eine Stute den Hengst im Probierstand abschlug und mit dem Hinterhuf so unglücklich den Metallholm traf, dass sie einen Hufbeinbruch dabei erlitt.

      Natürlich kann man das vermeiden, wenn man anstelle einen Probierstand zu benutzen, die Stute zum Schutz des Hengstes fesselt und mit einer Nasenbremse knebelt, aber ich lehne dies ab genauso ab wie den von mir bereits beschriebenen sogenannten Natursprung, weil es einer Vergewaltigung gleich kommt und sich die Stute in ihrer Wehrlosigkeit meistens verspannt und so sehe ich persönlich dabei keine gute Voraussetzung für ein freudiges Empfangen – nicht umsonst liegt die Trächtigkeitsquote beim Natursprung lediglich bei 60 % während die Besamung zu 80% Erfolge verspricht.

      So verlasse ich mich auf das, was mir der Bildschirm des Ultraschallgerätes meines Tierarztes zeigt und besame meistens ausschließlich auf die passende Follikelgrösse und die möglichst deutlich vorhandene Radspeichenstruktur als Indiz für die Bereitwilligkeit der Stute, tragend zu werden und weniger auf äußere Rosseanzeichen, denn die können, wie ich es schon schrieb, manchmal durch Angst oder Unsicherheit von der Stute unterdrückt werden.

      Ich weiß, dass viele Fachleute behaupten, dass wenn keine äußere Rosse gezeigt wird, die Besamung nicht fruchtet, auch wenn im Körper der Stute alles passend für eine Trächtigkeit vorbereitet ist.

      Aber dieser These kann ich aus eigner Erfahrung widersprechen, denn wir hatten in einem Jahr ein Pferdemädchen für Brave Heart, die wirklich absolut keine Rosse zeigte und bei welcher der behandelnde Tierarzt eine recht düstere Prognose für eine Trächtigkeit abgegeben hatte, aber weil er auf dem Ultraschall einen besamungsreifen Follikel fand, riet er den Züchtern trotzdem zum Hengst zu fahren, in der Hoffnung, dass sie durch den Hengst vielleicht stimuliert wird.
      Doch anstatt sich an den Hengsten zu animieren, floh sie mit eingeklemmtem Schweif und war damit weit weg vom klassischen Brunftverhalten.
      Als ich sie trotzdem vorsichtshalber besamen wollte, war die Zervix war bis auf eine bleistiftdicke Öffnung zu - keine ideale Voraussetzung um tragend zu werden - aber ich habe das Inseminationsröhrchen trotzdem mühsam durchgeschoben bekommen und war selbst verblüfft, dass 11 Monate später Charisma zur Welt kam ... man kann sie in Brave Hearts Fohlengalerie bewundern.

      Nachdem ich sowohl die Homöopathie, als auch die Bachblüten zur Verbesserung der Fruchbarkeit vorstellte, möchte ich die Phytotherapienicht unerwähnt lassen, denn auch durch sie konnten wir durchschlagende Erfolge bei zahlreichen, als zuchtuntauglich oder als Problemstuten abgestempelten Stuten verbuchen und hier waren es vor allem sechs Naturheilkräuter, welche bei uns zur Anwendung kamen, denn die Fertilität und die Rosse können durch die Kräuter deutlich verbessert werden, weshalb ich sie auch kurz vorstellen möchte:

      · 30 Gramm getrocknete Frauenmantelblätter (die stimulieren die Hormone und damit die Rosse und regulieren den Hormonhaushalt) und
      · 30 Gramm getrocknete Himbeerblätter (zur Stärkung der Gebärmutterschleimhaut und Erleichterung des Einnistens einer Frucht)
      · 30 Gramm Süßholzwurzelpulver (zur Verbesserung der Fruchtbarkeit)
      · 30 Gramm getrocknetes Mariendistelkraut (hoher Gehalt an Linolsäure reguliert das
      weibliche Hormonsystem, was bei Zyklus- und Rosseproblemen zum Ausgleich führt)
      · 30 Gramm Mönchspfeffersamen (reguliert das Hormonsystem, behebt Rossestörungen)
      · 30 Gramm Rotklee (reguliert den Hormonhaushalt, behebt Östrogenmangel)

      Die Kräutermischung sollte einmal täglich über drei Wochen verfüttert werden.
      Dies kann als Aufguss geschehen, indem man die Sachen mit 300 ml kochendem Wasser überbrüht und 15 Minuten stehen lässt und dann handwarm über das Futter gibt oder man kocht die Kräuter 2 - 5 Minuten lang und verfüttert sie ebenfalls handwarm über das Kraftfutter. Als Kaltauszug werden die Kräuter mit kaltem Wasser übergossen und abgedeckt 6-8 Stunden stehen gelassen und dann ebenfalls mit ihnen so verfahren wie mit Aufguss.
      Ich habe die 1. Variante gewählt, weil es am schnellsten geht und ich in der Küche die Kräuter kurz überbrühe und dann in die abendlich verabreichten eingeweichten Rübenschnitzel gebe.
      Wer keine Kochplatte im Stall hat, dem empfehle ich die Kräuter morgens mit Wasser zu übergießen und abends dann zu verfüttern.

      Kein direktes Heilkraut, aber eine hocheffiziente Futterpflanze ist Alfalfa, die wir auch unter dem Namen Luzerne kennen, denn Alfalfa enthält das Phytoöstrogen Coumestrol, welches die höchste Aktivität aller planzlichen Hormone hat und so bei Stuten zur Fruchtbarkeitsbehandlung interessant ist.

      Auch die Schüsslerschen Salze halten Mittel bereit, welche bei ausbleibender Rosse oder Hormonstörungen helfen können:
      · Bei Hormonstörungen:
      Nummer 6 – Kalium sulfuricum
      · Bei verminderter Rosse:
      Nummer 2 – Calcium phoshoricum
      Nummer 8 – Natrium chloratum
      Nummer 9 – Natrium phosphoricum
      · Bei verspätet einsetzender Rosse:
      Nummer 8 – Natrium chloratum
      Nummer 11 – Silicea

      Die Dosierung ist hier drei mal täglich sechs Tabletten. In akuten Fällen können stündlich bis zu acht Tabletten eingegeben werden. Das ist vor allem bei Entzündungen, welche mit Fieber einhergehen (Euterentzündung) empfehlenswert. Die Behandlung wird dann so lange fortgesetzt, bis Besserung eintritt.

      Wichtig bei den Schüssler Salzen ist, dass sie über die Mundschleimhaut wirken müssen, denn gibt man sie ins Futter und das Pferd schluckt sie als ganze Tablette hinunter, dann wird die Wirkung von der Magensäure stark beeinträchtigt und darum sollte man die Tabletten in eine Einwegspritze (ohne Nadel!) schütten (am besten ohne sie anzufassen, denn auch hier heilt energetische Schwingung, welche von unserer Haut beeinflusst wird), sie darin in Wasser auflösen und dem Pferd direkt ins Maul spritzen – eine Möhre zum Trost lässt die meisten Pferde die Prozedur recht gelassen überstehen.

      Oft wird bei mangelnder Rosse oder ausbleibender Trächtigkeit Betacarotin empfohlen.
      Grundsätzlich greife auch ich bei meinen Stuten und Hengsten auch auf den positiven Einfluss der Karotte zurück, um die Fruchtbarkeit zu verbessern, aber während ich mit getrockneten Karottenchips oder Pellets, die ich eingeweicht verfüttere sehr gute Erfahrungen machen konnte, bin ich mit synthetisch hergestellten Mitteln sehr vorsichtig, denn sie sorgen gerne mal für eine wahre Explosion der Follikelproduktion und auf dem Eierstock wächst dann eine Himbeere bestehend aus lauter kleinen nicht besamungsfähigen Follikeln und die Stute wird dauerrossig, anstatt tragend.

      --- Automatische Beitragszusammenführung ---

      Bitte den zweiten Teil einmal löschen - ich habe versehentlich zweimal geklickt und könnte dann den Beitrag irgendwie nicht mehr selbst löschen

      Ganz lieben Dabk
      Sabine

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