Teil II
Ohne dass ich nun eine spezielle Empfehlung geben möchte, kann ich an dieser Stelle
· Star of Bethlehem als eine sehr gute Bachblüte empfehlen, welche auch in den
Notfalltropfen enthaltern ist, um nicht verarbeitete Probleme aus der Vergangenheit
loszulassen und freudvoll nach vorne zu denken, denn vor allem Pferde, welche zum
Beispiel mit einem Stall- oder Besitzerwechsel belastet sind, haben schon genug mit der
Umstellung zu tun und denken nicht ans "Tragend werden". Und hier könnte ihnen Star of
Bethlehem helfen, die Trennung von ihrem alten Zuhause oder dem ehemaligen Besitzer
aufzuarbeiten oder es kann vielleicht an
· Honeysuckle gedacht werden, um den Neuanfang zu erleichtern.
Sicher kann ich keine Allheilmittel bieten, aber gerade um die Freude und den Wunsch nach einer Trächtigkeit bei einer Stute zu wecken, die diesbezüglich unentschlossen ist oder ein Trauma nach oder während einer Geburt erlebte und das nicht verarbeiten konnte, haben sich bei uns die Bachblüten sehr gut bewährt. Vier möchte ich hierzu vorschlagen:
· Zur Einleitung der neuen Situation: Walnut
· Zur Stärkung der Freude auf das „Neue“: Wild Oat
· Zur Entlastung von Leber und Nieren: Crab Apple
· Für mehr Optimismus, gegen Ängste: Mimulus
Doch auch wenn kein Trauma aus der Vergangenheit die Rosse oder die Trächtigkeit verhindert, können Bachblüten helfen, Deckprobleme, Fruchtbarkeitsprobleme oder Trächtigkeitsprobleme zu beheben oder sie können in der Folge der Vergangenheitsbewältigungsblüten gegeben werden. Hierzu machten wir vor allem mit folgenden Bachblüten sehr gute Erfahrungen, die zu ebenso guten Ergebnissen führten:
· Aspen, bei Unfruchtbarkeit von Stuten ohne krankhaften gynäkologischen Befund,
unterbewusste zur Wehr Setzung der Stute gegen die Trächtigkeit durch unerklärliche
Ängsten vor der Trächtigkeit, der Geburt oder der Mutterrolle
· Cerato, wenn sich die Stute nicht decken lässt oder nicht aufnimmt, weil sie sich nicht
sicher ist, ob sie tragend werden soll
· Clematis, wenn man den Eindruck gewinnt, dass die Stute sich aus dem Hier in Tagträume
flüchtet um anderswo Erlösung zu finden, weil sie mit der Wirklichkeit nicht zurechtkommt
und darum nicht tragend werden will
· Hornbeam, wenn die Stute mit der künftigen Mutterrolle überfordert fühlt und darum die
Trächtigkeit und/ oder den Deckakt ablehnt
· Olive, wenn die mentale und körperliche Erschöpfung der Zuchtstute weitere Trächtigkeiten
verhindert
· Rock Water, bei Stuten, welchen die Fähigkeit zu Gefühlen wie Mutterliebe zu einem
Fohlen fehlt und die sich darum gegen die Trächtigkeit wehren, indem sie nicht rossen,
sich nicht decken lassen oder gynäkologische Probleme entwickeln
· Star of Bethlehem, zur Vorbereitung auf den Deckakt oder die Fahrt zur Deckstation und
Vorbeugung von Traumen und Schocks
· Walnut, vor allem bei länger güsten oder jungen Zuchtstuten hilft Walnut, eine Trächtigkeit
als neue Lebenssituation zu akzeptieren.
Die Bachblüten können nach Anleitung, welche im Kapitel über Bachblüten steht, hergestellt und in einer Dosis von vier mal täglich fünf bis acht Tropfen verabreicht werden.
Ob man den Aufwand nun betreiben möchte, das bleibt jedem überlassen, das zu entscheiden und wenn rein medizinisch die Stute o.k. ist und sich lediglich der Gelbkörper nicht auflöst, dann kann man mit Prostaglandin eine Rosse in Gang bekommen und die Stute besamen und sie hat auch gute Chancen dann tragend zu werden, aber sinnvoll wäre es vielleicht schon, das Problem dann irgendwann noch einmal in der Gänze anzugehen, wenn es anhalten sollte.
Aber nicht nur der Umgebungswechsel kann ein Pferd belasten oder eine Stute in ihrer Einstellung zur Trächtigkeit verändern, sondern wie schon erwähnt sind es auch traumatische Erlebnisse, die zu inneren Konflikten führen, welche das seelische Gleichgewicht gefährden.
Beispiele dafür finde ich fast täglich, aber ganz besonders haben mich drei Fallbeispiele unserer Pferde berührt:
· Zauberglück
Sie verlor ihre Mutter bei der Geburt, aber obwohl sie nun als Waisenkind zurückblieb, schien sie doch einen Schutzengel zu haben, der dafür sorgte, dass sie von einer Ammenstute angenommen wurde, bei der sie auch ein halbes Jahr blieb und als kräftiger Absetzer dann zu uns zurückkam.
Wenn ich sie beschreiben sollte, dann würde ich sie irgendwo zwischen fröhlicher Naivität und ziemlicher Profilneurose einstufen, denn obwohl sie nicht die Position der Chefin in der Herde inne hat, ist sie ziemlich ranghoch und zeigt das auch, indem sie gerne mal den Untergebenen ihre Macht demonstriert und sie mit Attacken tyrannisiert, wobei sie dem Boss hingegen hündisch devot ergeben ist und damit geschickt mit der Strategie: „Nach oben heucheln und lecken und nach unten treten“ umsetzt. Grundsätzlich ist sie jedoch ein sehr unkompliziertes Pferd, das seine höchste Zufriedenheit vor der vollen Futterkrippe findet und so scheint ihre Welt eigentlich in Ordnung, denn ihre barocke Form zeugt davon, dass sie nie hungern musste und auch ansonsten musste sie nie etwas vermissen, was ihr Wohlgefühl bereitet, war und ist in eine Herde gut integriert und wird von ihren Menschen verwöhnt, aber trotzdem wurde sie nach dem Absetzten ihrer Tochter nicht mehr tragend. Vor diesem Stutfohlen, welche acht Monate lang bei ihr bleiben durfte, brachte sie ein totes Hengstfohlen zur Welt, um das sie jedoch kaum zu trauen schien. Zwar hatten wir es bei ihr belassen, bis sie sich nicht mehr um es kümmerte und so wusste sie wohl auch, dass ihr Kind nicht gelebt hatte, aber sie zeigte auch kein anderes Verhalten als sonst auch, als wir sie aus der Box in die Herde führten und danach das tote Hengstchen aus dem Stall nahmen. Auch am Abend suchte sie nicht nach dem Fohlen und wandte sich sofort ihrem Futter zu; wofür ich sie schon als ziemlich charakterlos bezeichnete. Ganz anders war ihr Verhalten jedoch, als wir ihre einjährige Tochter nun verkauft hatten. Zauberglück wieherte den ganzen Tag nach ihrem Kind und schien sie noch nach Tagen zu suchen und man sah, dass sie trauerte, denn obwohl sie fraß, widmete sie sich nicht ausschließlich ihrem Futter wie sonst üblich wenn sie etwas Essbares erhält und vermutlich nicht mal eine hinter ihr detonierende Bombe sie vom Trog vertreiben könnte, sondern wanderte sie unruhig in der Box umher und in der Herde stand sie meistens abseits, als wartete sie, dass ihr Kind zurückkommen könnte. Sie war kurz davor als sicher tragend untersucht worden, resorbierte jedoch trotzdem und wurde auch nicht mehr tragend.
Natürlich ließen wir sie gründlich vom Tierarzt untersuchen, um organische Ursachen für die fehlende Fertilität auszuschließen und fanden hierbei keinen Grund dafür, was mich eigentlich nicht wunderte, denn auch wenn man mich vielleicht für verrückt halten wird – ich wusste, wenn ich sie anschaute, dass sie für sich beschlossen hatte, keinem weiteren Fohlen das Leben zu schenken, um keinen Abschiedsschmerz mehr ertragen zu müssen.
Vielleicht hatte sie den Verlust ihrer Mutter und ihres toten Sohnes noch akzeptieren können, aber dass man ihr ihre Tochter wegnahm, schien ihr das Herz gebrochen zu haben.
Um ihr zu helfen, damit sie den Verlust verarbeiten kann und ihre Trauer überwindet, habe ich sie mit den Bachblüten
Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen tot geboren wurde, erhielt sie zur Bewältigung
des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
Gorse, um die Hoffnung zu stärken, die sie allmählich durch die Totgeburt und den Verkauf
ihres Fohlens verlor und damit ihr eine erneute Trächtigkeit nicht sinnlos scheint, weil sie
glauben kann, dass sie nicht zwingend wieder mit dem Verlust ihres Fohlens enden wird
Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
Abschiednehmens und
Walnut, um den Sprung in die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
Situation anpassen zu können behandelt.
Gleichzeitig erhielt sie homöopathisch
Pulsatilla und
Sepia, dreimal täglich in der Potenz D4 drei Wochen vor der geplanten Besamung.
Schon kurz nach Beginn der Bachblüten-Gaben veränderte sie sich zum Positiven und schien am Leben wieder deutlich intensiver teil zu nehmen. Nach weiteren drei Wochen war sie wieder genauso tyrannisch wie vorher und scheuchte ihre Untertanen übers Paddock. Ihr Seelchen hatte wieder zu sich gefunden und auch wenn ihre Herdengenossinnen es vielleicht gar nicht so gut fanden, dass Zauberglück wieder ganz die Alte geworden war, so freuten wir uns doch, als wir bei der folgenden Besamung einen Treffer gelandet hatten und sie uns elf Monate später einen kleinen Sohn gebar.
Wir hatten aus dieser Erfahrung gelernt und zum einen durfte ihr Fohlen mehr als ein Jahr, also so lange bei ihr bleiben, bis sie kaum mehr Interesse an ihm zeigte und zum anderen erhielt sie Bachblüten bevor und nachdem er verkauft und abgeholt wurde und dadurch schien sie diesmal unter der Trennung auch nicht zu leiden und resorbierte auch nicht.
· Anuschka
Vor vielen Jahren, als wir die Blüten für die Pferde noch nicht einsetzten, kauften wir Anuschka.
Sie hatte einst als sehr teures Fohlen den Besitzer gewechselt, aber sich leider als Enttäuschung erwiesen, weil sie die Hoffnung, dass aus ihr eine Zuchtstute wird, nie erfüllte. Nach vielen Reisen durch noch mehr Hände, landete sie bei uns.
Obwohl wir eigentlich davon ausgegangen waren, dass wir sie lediglich als Reitpferd würden nutzen können, besamten wir sie halbherzig, als wir sie rossen sahen und waren dann mehr als verblüfft, als wir erfuhren, dass sie dabei tragend geworden war... vielleicht fühlte sie sich hier endlich Zuhause angekommen und glücklich und war darum nun auch bereit, ihre Box mit ihren Fohlen zu teilen.
Sie schenkte uns in Folge sechs Fohlen und schien zufrieden zu sein mit ihrem Leben, bis ihre Freundin Herba im März des Jahres 2004 starb – Anuschka trug zwar noch das werdende Leben in ihrem Leib bis zur Geburt ihres letzten Sohnes am 18. August 2004 aus, aber acht Tage später schloss sie ihre Augen für immer.
Wirklich offensichtlich hatte sie nicht um ihre schwarze Freundin getrauert - ich war
sogar eher erstaunt, dass sie mit gleichbleibendem Appetit fraß und gar nicht unter
dem Verlust zu leiden schien und auch in der Herde war sie ja seit vielen Jahren ein
geachtetes Mitglied, obwohl sie immer schon eher eine Einzelgängerin war und für
Herba immer so etwas wie der Flügeladjutant, welcher der Chefin treu ergeben folgte und trotzdem bin ich heute sicher, dass sie den Schock des Verlassenwerdens von der Freundin nie verarbeitet hatte, auch wenn man ihr äußerlich nichts anmerkte und
könnte ich die Lebensuhr noch einmal zurückdrehen, dann würde ich sie vielleicht mit
Bachblüten davon überzeugt haben können, dass das Leben auch ohne Herba
lebenswert sein kann, denn Krankheit oder Lebensmüdigkeit beginnt in der Seele.
· Mahé
Sie ist das Beispiel, über das ich ein gesamte Buch schrieb, denn dass sie doch noch einmal tragend wurde, obwohl sie sechs Jahre lang güst geblieben war, als sie zu uns kam, grenzt an ein Wunder.
Bei ihr war ich mir aufgrund ihrer Vorgeschichte ganz sicher, dass sie keine Fohlen mehr haben wollte, nachdem ihr letzter Sohn lebensschwach zur Welt gekommen war und erlöst werden musste. Genau wie Zauberglück versuchte sie sich vor weiterem Leid und dem Schmerz des „sich trennen müssen“ zu bewahren, indem sie auf weitere Trächtigkeiten und Fohlen verzichtete.
Mit den passenden Bachblüten
Honeysuckle, zur Bewältigung der Vergangenheit und zur Erleichterung des
Abschiednehmens und
Star of Bethlehem, weil ihr letztes Fohlen eingeschläfert wurde, erhielt sie zur Bewältigung
des erlittenen Traumas, ihr Fohlen verloren zu haben auch die Trostblüte
Walnut, um den Sprung ind die neue Zukunft zu wagen und um sich schnell an die neue
Situation anpassen zu können und
Scleranthus, um ihr den Entscheid, tragend zu werden zu erleichtern.
und dem Versprechen, dass sie ihr nächstes Fohlen ganz sicher behalten darf, reichte eine Besamung aus, um sie tragend zu machen und ich bin ganz sicher, dass sie uns auch noch weitere Fohlen schenken wird.
Homöopathisch oder mit Bachblüten zu behandeln bedeutet nicht nur ein Symptom zu bekämpfen, sondern ganzheitlich zu heilen und zwar Körper, Geist und Seele, denn wenn die Seele nicht leidet und der Geist die Krankheit als Ausdruck dieses Leids nicht formt, dann erkrankt auch der Körper nicht.
Wobei es mit den Blüten ist wie mit den homöopathischen Mitteln - man kann relativ gefahrlos die Standartbehandlung des Problems versuchen, aber um tiefgreifende Erfolge zu erzielen, ist es natürlich zu empfehlen, eine speziell auf das Pferd zugeschnittene Therapie anzustreben. Bei den Blüten ist es so, dass ich die besten Erfolge mit dem "Ziehen" der Blüten erreichte. Manchmal bekommt man dann Blüten, bei denen man sich erst wundert und später ein Aha-Erlebnis hat. Dazu stellt man das Bachblüten-Set vor sich in und stellt sich das Pferd vor dem geistigen Auge vor - man kann auch sagen, man versucht medialen Kontakt zu bekommen, indem man sich auf die Schwingung des Pferdes einstellt - wobei man das Pferd dazu kennen sollte. Dann greift man in den Karton und hält die richtige Blüte in der Hand. Man kann auch noch eine zweite oder dritte oder vierte Bachblüte ziehen. Auch fünf Blüten können sich ergänzen. Mehr als sieben braucht es aber nur ganz selten.
So individuell wie jedes Pferd und speziell beim Thema Rosse jede Zuchtstute ist, so individuell muss also auch die ganzheitliche Behandlung erfolgen, bei der die Vergangenheit, die Eigenschaften und der Charakter des Pferdes eine große Rolle spielen, damit Körper, Geist und Seele geheilt werden.
Ich persönlich lehne jedoch keinesfalls die Hilfe der Schulmedizin kategorisch ab und möchte auch nicht den Eindruck erwecken, dass ich dazu aufrufen möchte, jede allopathische Behandlung zu unterlassen, aber mein Einwand in die reine schulmedizinische Problemlösung bei mangelnder Rosse und Fruchtbarkeit ist, dass sie dem Pferd oft das Seelenleben abspricht und so auch nur die am Körper sichtbaren Symptome behandelt, was leider auch meistens zu vorschneller Diagnose der Zuchtuntauglichkeit führt oder zum Stempel als „Problemstute“.
Dabei ist es durchaus möglich, auch solche Stuten tragend zu bekommen, wobei ich mich in diesem Fall sehr gerne auf die Hilfe eines fähigen Tierarztes verlasse, der genügend Erfahrung im Bereich der Gynäkologie mitbringt, um ein Ultraschallbild eines Follikels nach seiner Reife beurteilen zu können.
Ich erwarte dabei keine Hellseherei, denn wann genau die Ovulation erfolgt, wird man eher nicht exakt voraussagen können, es sei denn, die Stute erhält eine Injektion des aus der menschlichen Plazenta gewonnenen humanen Choriongonadotropin (hCG) das analog zum luteinisierenden Hormon die Eiblase reifen lässt und den Follikelsprung auslöst.
Aber selbst bei einer solchen beschleunigten Follikelreife wird von ungefähren Angaben gesprochen die sich zwischen 48 und 72 Stunden bewegen und funktionieren wird die Ovulationsinduktion nur, wenn die Eiblase zum Zeitpunkt der Applikation mindestens 35 mm groß war.
Von einer Manipulation des Sexualzyklus der Stute möchte ich persönlich jedoch lieber absehen, denn ich ziehe es vor bei Zyklusstörungen ganzheitlich zu behandeln, anstatt aus menschlicher Plazenta gewonnene Glykoproteine zu injizieren, welche nicht nur eine Reaktion des Körpers in Form von Antikörpern begünstigen, sondern auch nur wieder als Symptombehandlung den seelischen Zustand des Pferdes nicht berücksichtigen.
Also bleibt mir meist keine andere Wahl, als den Tierarzt drei Tage, oder 2 x die Woche (Dienstag und Freitag) eine Follikelkontrolle mit Ultraschall machen zu lassen, um auch die Stuten nicht zu verpassen, die nur einen Tag Rosse zeigen und dabei auch gleichzeitig ovulieren.
Das ist ein großer finanzieller Aufwand, wenn der Tierarzt nicht wie bei uns eine Pauschale abrechnet, sondern jede Fahrt in Rechnung stellt, aber wenn man diese Kosten scheut, dann sollte man besser gar nicht erst über das Züchten nachdenken, denn wer A sagt, sollte wissen, dass man auch B sagen muss und wenn man bereits einmal mit der Stute erfolglos zum Hengst fuhr oder sie besamen ließ, dann ist die Decktaxe sowieso bezahlt und wenn man dann um Kosten zu meiden weitere Untersuchungen scheut, ist das eine Milchmädchenrechnung, weil man das Geld für den Hengstsprung und die Chance auf ein Fohlen im nächsten Jahr auch noch verliert.
Selbstverständlich spart man Tierarztkosten für häufige Follikelkontrollen, wenn man einen Probierhengst nutzen kann, denn einerseits stimuliert er die Stuten durch das Abprobieren und andererseits findet man so auch der Zeitpunkt der passenden Bedeckung oder Besamung, wenn die Stute durch das Stehen und Dulden des Hengstes zeigt, dass es nun perfekt wäre.
Obwohl wir selbst Hengste halten, probieren wir die Stuten nicht mehr ab, denn zum einen gibt es Stuten, die wie schon erwähnt aus verschiedenen Gründen trotz Hochrosse und Ovulation den Hengst nicht dulden – auch bei Pferden gibt es Antipathien oder Jungstuten, die mit der Situation überfordert sind – zum anderen habe ich selbst die traurige Erfahrung gemacht, dass eine Stute den Hengst im Probierstand abschlug und mit dem Hinterhuf so unglücklich den Metallholm traf, dass sie einen Hufbeinbruch dabei erlitt.
Natürlich kann man das vermeiden, wenn man anstelle einen Probierstand zu benutzen, die Stute zum Schutz des Hengstes fesselt und mit einer Nasenbremse knebelt, aber ich lehne dies ab genauso ab wie den von mir bereits beschriebenen sogenannten Natursprung, weil es einer Vergewaltigung gleich kommt und sich die Stute in ihrer Wehrlosigkeit meistens verspannt und so sehe ich persönlich dabei keine gute Voraussetzung für ein freudiges Empfangen – nicht umsonst liegt die Trächtigkeitsquote beim Natursprung lediglich bei 60 % während die Besamung zu 80% Erfolge verspricht.
So verlasse ich mich auf das, was mir der Bildschirm des Ultraschallgerätes meines Tierarztes zeigt und besame meistens ausschließlich auf die passende Follikelgrösse und die möglichst deutlich vorhandene Radspeichenstruktur als Indiz für die Bereitwilligkeit der Stute, tragend zu werden und weniger auf äußere Rosseanzeichen, denn die können, wie ich es schon schrieb, manchmal durch Angst oder Unsicherheit von der Stute unterdrückt werden.
Ich weiß, dass viele Fachleute behaupten, dass wenn keine äußere Rosse gezeigt wird, die Besamung nicht fruchtet, auch wenn im Körper der Stute alles passend für eine Trächtigkeit vorbereitet ist.
Aber dieser These kann ich aus eigner Erfahrung widersprechen, denn wir hatten in einem Jahr ein Pferdemädchen für Brave Heart, die wirklich absolut keine Rosse zeigte und bei welcher der behandelnde Tierarzt eine recht düstere Prognose für eine Trächtigkeit abgegeben hatte, aber weil er auf dem Ultraschall einen besamungsreifen Follikel fand, riet er den Züchtern trotzdem zum Hengst zu fahren, in der Hoffnung, dass sie durch den Hengst vielleicht stimuliert wird.
Doch anstatt sich an den Hengsten zu animieren, floh sie mit eingeklemmtem Schweif und war damit weit weg vom klassischen Brunftverhalten.
Als ich sie trotzdem vorsichtshalber besamen wollte, war die Zervix war bis auf eine bleistiftdicke Öffnung zu - keine ideale Voraussetzung um tragend zu werden - aber ich habe das Inseminationsröhrchen trotzdem mühsam durchgeschoben bekommen und war selbst verblüfft, dass 11 Monate später Charisma zur Welt kam ... man kann sie in Brave Hearts Fohlengalerie bewundern.
Nachdem ich sowohl die Homöopathie, als auch die Bachblüten zur Verbesserung der Fruchbarkeit vorstellte, möchte ich die Phytotherapienicht unerwähnt lassen, denn auch durch sie konnten wir durchschlagende Erfolge bei zahlreichen, als zuchtuntauglich oder als Problemstuten abgestempelten Stuten verbuchen und hier waren es vor allem sechs Naturheilkräuter, welche bei uns zur Anwendung kamen, denn die Fertilität und die Rosse können durch die Kräuter deutlich verbessert werden, weshalb ich sie auch kurz vorstellen möchte:
· 30 Gramm getrocknete Frauenmantelblätter (die stimulieren die Hormone und damit die Rosse und regulieren den Hormonhaushalt) und
· 30 Gramm getrocknete Himbeerblätter (zur Stärkung der Gebärmutterschleimhaut und Erleichterung des Einnistens einer Frucht)
· 30 Gramm Süßholzwurzelpulver (zur Verbesserung der Fruchtbarkeit)
· 30 Gramm getrocknetes Mariendistelkraut (hoher Gehalt an Linolsäure reguliert das
weibliche Hormonsystem, was bei Zyklus- und Rosseproblemen zum Ausgleich führt)
· 30 Gramm Mönchspfeffersamen (reguliert das Hormonsystem, behebt Rossestörungen)
· 30 Gramm Rotklee (reguliert den Hormonhaushalt, behebt Östrogenmangel)
Die Kräutermischung sollte einmal täglich über drei Wochen verfüttert werden.
Dies kann als Aufguss geschehen, indem man die Sachen mit 300 ml kochendem Wasser überbrüht und 15 Minuten stehen lässt und dann handwarm über das Futter gibt oder man kocht die Kräuter 2 - 5 Minuten lang und verfüttert sie ebenfalls handwarm über das Kraftfutter. Als Kaltauszug werden die Kräuter mit kaltem Wasser übergossen und abgedeckt 6-8 Stunden stehen gelassen und dann ebenfalls mit ihnen so verfahren wie mit Aufguss.
Ich habe die 1. Variante gewählt, weil es am schnellsten geht und ich in der Küche die Kräuter kurz überbrühe und dann in die abendlich verabreichten eingeweichten Rübenschnitzel gebe.
Wer keine Kochplatte im Stall hat, dem empfehle ich die Kräuter morgens mit Wasser zu übergießen und abends dann zu verfüttern.
Kein direktes Heilkraut, aber eine hocheffiziente Futterpflanze ist Alfalfa, die wir auch unter dem Namen Luzerne kennen, denn Alfalfa enthält das Phytoöstrogen Coumestrol, welches die höchste Aktivität aller planzlichen Hormone hat und so bei Stuten zur Fruchtbarkeitsbehandlung interessant ist.
Auch die Schüsslerschen Salze halten Mittel bereit, welche bei ausbleibender Rosse oder Hormonstörungen helfen können:
· Bei Hormonstörungen:
Nummer 6 – Kalium sulfuricum
· Bei verminderter Rosse:
Nummer 2 – Calcium phoshoricum
Nummer 8 – Natrium chloratum
Nummer 9 – Natrium phosphoricum
· Bei verspätet einsetzender Rosse:
Nummer 8 – Natrium chloratum
Nummer 11 – Silicea
Die Dosierung ist hier drei mal täglich sechs Tabletten. In akuten Fällen können stündlich bis zu acht Tabletten eingegeben werden. Das ist vor allem bei Entzündungen, welche mit Fieber einhergehen (Euterentzündung) empfehlenswert. Die Behandlung wird dann so lange fortgesetzt, bis Besserung eintritt.
Wichtig bei den Schüssler Salzen ist, dass sie über die Mundschleimhaut wirken müssen, denn gibt man sie ins Futter und das Pferd schluckt sie als ganze Tablette hinunter, dann wird die Wirkung von der Magensäure stark beeinträchtigt und darum sollte man die Tabletten in eine Einwegspritze (ohne Nadel!) schütten (am besten ohne sie anzufassen, denn auch hier heilt energetische Schwingung, welche von unserer Haut beeinflusst wird), sie darin in Wasser auflösen und dem Pferd direkt ins Maul spritzen – eine Möhre zum Trost lässt die meisten Pferde die Prozedur recht gelassen überstehen.
Oft wird bei mangelnder Rosse oder ausbleibender Trächtigkeit Betacarotin empfohlen.
Grundsätzlich greife auch ich bei meinen Stuten und Hengsten auch auf den positiven Einfluss der Karotte zurück, um die Fruchtbarkeit zu verbessern, aber während ich mit getrockneten Karottenchips oder Pellets, die ich eingeweicht verfüttere sehr gute Erfahrungen machen konnte, bin ich mit synthetisch hergestellten Mitteln sehr vorsichtig, denn sie sorgen gerne mal für eine wahre Explosion der Follikelproduktion und auf dem Eierstock wächst dann eine Himbeere bestehend aus lauter kleinen nicht besamungsfähigen Follikeln und die Stute wird dauerrossig, anstatt tragend.









































































































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