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    1. #1
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      Avatar von Alex
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      Allround-Problem.

      Hallo ihr Lieben,

      es tut mir Leid, dass ich mich schon wieder so lange nicht gemeldet habe, aber ich habe richtig viel Stress in letzter Zeit. Ich hoffe wenigstens ein paar erinnern sich an mich _daumdreh

      Nunja, ich kümmere mich seit ca. einem Jahr um einen 9 Jährigen Wallach, Deutsches Reitpony (evtl mit Araber drin?). Ich weiß nicht ob ich das schonmal erwähnt habe, auf jeden Fall haben wir ihn aus schlechter Haltung übernommen, und er ist nicht ganz einfach im Umgang.

      Vom reiten wollen wir erstmal garnicht reden, das haben wir einigermaßen in den Griff bekommen. Wichtiger als das Reiten ist mir einfach, dass er mir Vertrauen schenkt und "mich mag".

      Auslöser für meine Gedanken ist, dass die Bodenarbeit (falls man das so nennen kann smiley_blush) mal wieder doof war. Wäre ja alles super, aber er ist einfach die ganze Zeit total abgelenkt und ich bekomme ihn einfach nicht wieder so hin, dass er mir seine Aumerksamkeit schenkt. Das Problem besteht allerdings nur in der Halle, aber nach draußen kann ich eben nicht immer, weil der Platz zum einen nicht komplett umzäunt ist und im Winter geht das ja erst recht nicht. In der Halle läuft er immer zur Tür, und ist von dort so nicht mehr weg zu bekommen. Auch wenn ich mit ihm anhalte, konzentriert er sich nicht auf die Aufgaben, die ich mit ihm machen will, sondern ist total auf den Eingang fixiert. Habt ihr da eine Idee, vielleicht einfach eine bestimmte Aktion die ich dann ausführe oder eine bestimmte Methode oder was weiß ich?

      Ein zweites größeres Problem ist das Putzen.
      Den Großteil macht er artig mit, allerdings kann er es absolut nicht leiden, unter dem Bauch geputzt zu werden. Meißtens fängt er dann an zu schnappen oder tritt aus. Wenn er tritt, dann aber einfach so aus Protest in die Luft, auf keinen Fall gezielt gegen mich, das Schnappen allerdings ist auf jeden Fall zielgerichtet. Wenn er aber zum Beispiel ein bisschen Heu vor sich liegen hat (oder die Möglichkeit zu koppen smiley_no), kümmert er sich überhaupt nicht darum, wo ich ihn gerade putze, dann ist auch unter dem Bauch garkein Problem.
      Von einer Einstallerin kam der Tipp, ihn mit einem Möhrchen abzulenken, während ich ihn dort putze. Klappt auch zuerst, allerdings wird er dann im nachhinein ziemlich sauer. Er fängt dann an sein Vorderbein zu heben und ganz komisch anzuspannen, abwechselnd auf beiden Seiten (nicht scharren). Das macht er auch manchmal so, hat er auch von Anfang an gemacht, und ich weiß absolut nicht was ich dagegen machen soll, und vor allem auch nicht woher es überhaupt kommt, weil ich das so noch nie bei einem anderen Pferd beobachtet habe. Dasbringt auf jeden Fall immer totale unruhe und Spannung ins Geschehen, was ich ja eigentlich um jeden Preis vermeiden will.

      Im Moment bin ich ziemlich Verzweifelt, ich weiß dass er kein einfaches Pferd ist, eben aufgrund der (teilweise auch unbekannten) Vorgeschichte. Viele meinten auch, dass er einfach ein Pferd mit "Schuss weg" ist, also einfach nicht ganz klar im Kopf. Meiner Meinung nach ist er aber nur Missverstanden und voller Misstrauen, und eben das möchte ich ändern, weil ich ihn trotzdem mega doll liebe, denn manchmal haben wir einfach Momente, in denen alle Probleme wie weggeblasen sind, zum Beispiel wenn er mit auf der Weide entgegenkommt, oder einfach nur seinen Kopf an meine Hand legt und sich schmusen lässt :_liebhab:

      Ich wäre sehr dankbar für Tipps, und falls ich irgendetwas relevantes Vergessen habe, einach fragen :)

    2. #2
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      Avatar von Elly
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      Halli Hallo Alex :) Natürlich haben wir dich nicht vergessen.


      Zur Bodenarbeit kann ich dir mit Sicherheit ein paar Tipps geben, aber ich fange erst mal mit dem "Bauchproblem" an.
      Scheinbar, und auf Grund seiner Vorgeschichte, wird er wohl entweder a) an dieser Stelle wegen Sattelgurt ect. empfindlich sein (schlechter Erfahrung), oder b) es ist einfach DIE Stelle, an der er nicht so gerne berührt werden mag. (Das kommt durchaus mal vor)
      Wie sieht es denn beim Satteln aus? Da musst du ja zwangsläufig auch unter den Bauch.

      Schnappen und Treten geht natürlich gar nicht. Als erstes sollte allerdings geklärt werden warum er sich so verhält. Deswegen wäre jetzt hier wichtig wie es in Kombination von einem Sattelgurt aussieht. Macht er da auch Theater, dann hast du den typischen Fall von Satteldruck.
      Das ist nicht ganz einfach weg zu bekommen und bedarf viel viel Geduld. Ich spreche aus Erfahrung xD.
      Du musst beachten, dass es auf keinen Fall okay ist, wenn er dich beißen will. Dann gibt es eben einen Klapps auf die Nase. Auch wenn dir das nicht so gut vorkommt, da du ja auf der anderen Seite "Vertrauen" haben willst. Aber das ist wichtig.
      Zum Üben nimmst du dir am besten einen Strick und legst in einmal komplett über den Pferderücken und um den Bauch. Die beiden Enden hältst du in der Hand. Jetzt bewegst du den Strick langsam hin und her, sodass der er am Bauch entlang "reibt".
      Das wird dein Pferd zunächst mit Sicherheit nicht mögen. Du hörst auf, sobald er auch nur ein kleines Zeichen von Entspannung zeigt.
      Der nächste Schritt wäre das langsame Gurten, oder auch dass du dir einfach eine Bürste nimmst und in immer wieder an der "bösen" Stelle streichelst. Will er dich beißen hat mir meine Trainerin damals zwei Tricks gezeigt.
      No. 1 besteht darin, dass du ihn gleichzeitig während du gurtest oder putzt mit der anderen Hand am Hals klopfst. Das kann ruhig ein wenig fester sein (natürlich nciht verprügeln) einfach damit er merkt, hey es gibt auch was viel unangenehmeres. Du hört wieder auf sobald er ein wenig die "Aggression" rausnimmt. Kommt er wieder an und legt die Ohren zurück, knirscht die Zähne oder will sogar schnappen, dann fängst du wieder an.

      Die 2. Methode sieht anderes aus. Hier nimmst du dir eine Möhre und probierst es mit dem Überraschungseffekt. Sobald er den Kopf zur Seite nimmt und schnappen will, steckst du ihm die Möhre hin. Er wird sicherlich überrascht sein ;). Aber die Methode ist nicht zur Langzeittherapie gedacht und hilft nicht bei allem Pferden, ja nach dem wie "tief" dieses Problem schon sitzt. Manchmal bekommt man es auch gar nicht weg. Aber du kannst daran arbeiten, dass er zum. nicht beißt und tritt. Auch wenn er nur in die Luft tritt.

      So viel zum zweiten Teil.


      Das Problem mit der Bodenarbeit ist natürlich sehr sehr weitläufig und da kann man eigentlich nicht DEN einen Tipp geben und alles wird gut. Da muss konsequent an den Grundlagen gearbeitet werden, und am sinnvollsten wäre wirklich Unterricht.

      Aber hier erst mal eine Übung die ihr zwei machen könnt. Es geht sich um simples Führen.
      Ziel ist, dass das Pferd ganz entspannt neben die steht & das im besten Fall direkt neben der so interessanten Tür.

      Du brauchst dafür ein langes Seil. (am besten wirklich 3,8 Meter, damit du zur Not genug Abstand halten kannst.)
      Ein Knotenhalfter wäre sinnvoll, geht aber auch mit Stallhalfter.
      Und auch einen Stick. Eine Gerte kann man dazu nicht benutzen.

      Neigt er dazu dich zu überrennen?

      Ziel ist, dein Pferd achtet auf dich und hält genau da an, wo du hältst. Im Stehen soll es dann den Kopf etwas senken und ruhig darauf warten was du als nächstes von ihm möchtest.

      So das ist ziemlich viel zu erklären ich mach es einfach ganz kurz in Stickpunkten und wenn du Fragen hast, dann frag.

      1) Das Losgehen: Das Pferd geht IMMER als erstes. Der Reiter führt sein Pferd, indem er a) mit dem Seil in Gehrichtung zeigt b) den Oberkörper nach vorne neigt c) ein wenig mit dem Stick die Hinterhand "andeutet" (nicht berühren) d) die Hinterhand berührt- dabie aber nicht nach hinten gucken, sondern a) und b) beibehalten.

      2) Bewegt sich das Pferd, gehen wir mit. Bei den ersten Versuchen loben.

      3) Anhalten. Beim Anhalten geht es umgekehrt. Der Reiter hält und das Pferd passt sich an. Dazu bleiben wir einfach unverhofft stehen, und atmen beton aus- entspannen uns.
      Wenn das Pferd nun weiter geht, geben wir Impulse über das Seil bis es steht. Nun das Pferd rückwärts-richten bis es wieder neben uns steht. (dabei nicht vom Fleck bewegen!)

      4) Kopf senken. Dazu fahren wir mit einer Hand am Hals entlang bis zum Genick und massieren dort ein wenig. Das Pferd wird darauf hin den Kopf etwas runter nehmen. Aufhören. (das kommt etwa den "Kitzelpunkten" am Knie gleich, da sind wir Menschen ja auch empfindlich ^^)
      Nimmt das Pferd den Kopf wieder hoch, das selbe noch einmal.

      5) Wichtig bei der ganzen Sache ist, dass wir selber super entspannt sind. Das überträgt sich sofort auf das Pferd. Bein anwinkeln, ruhig etwas gebeugt stehen.

      6) Irgendwann wird es also für das Pferd zur Gewohnheit entspannt neben dir zu laufen. Auch an Stellen, an denen es "Angst" hat, oder denen es große Aufmerksamkeit schenkt. Klar, dass in Situationen außerhalb der Halle der Kopf nicht immer unten ist. Wäre auch doof, sonst kann das Pferd ja nicht sehen was Sache ist. Das ist auch okay. Wichtig ist nur, dass es vom Grundsatz gelernt hat. "Aha mein "Führer" ist entspannt, kein Grund zur Sogre." "Was machen wir jetzt als nächstes?" "Gehen wir jetzt weiter?".


      So das ganz kurz und knapp.

      Natürlich ist damit noch nicht alles getan. Weiterhin solltest du ein Pferd immer beschäftigen wenn du in diese Ecke kommst. (und viel an dieser Ecke arbeiten) Seitwärts, rückwärts... irgendwas wobei dein Pferd automatisch ein wenig mehr auf dich achtet. Ziel wäre dann, dass dein Pferd auch auf dem Zirkel ganz locker ohne den Kopf hoch zu nehmen an der Tür vorbei geht.

      Aber das kommst nicht von heut auf morgen ;) Viel Glück.
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    3. #3
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      Avatar von crinblanc
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      Ergänzend dazu noch ein paar Fragen:

      Welchs Art von Bodenarbeit macht ihr- und wie lange (Einheiten)? Und dieselben Übungen macht er draußen konzentriert? Oder auch eher ungern?
      Reitest du ihn auch in der Halle- und wenn ja, ist er dann auch so türfixiert?
      Zeigt er dieses Verhalten auch, wenn andere Pferde mit in der Bahn sind?

      Mich interessiert nicht nur, wie man das "abstellen" kann- sondern vor allem, wieso er dieses Verhalten zeigt-
      Halle doof, Bodenarbeit doof, Unsicherheit, Lustlosigkeit...

      (Ich hab sowohl einen Hallenphobiker als auch eine Bodenarbeitshasserin smiley_grins)

      Zum Bauchproblem: Klar denkt man erst an Kitzligkeit/Widersetzlichkeit/Gurtzwang (den müßtest du in der Tat aber auch beim Satteln bemerken)- aber in viel mehr Fällen, als man glaubt, ist so ein Verhalten ein Zeichen von Schmerzen/Unwohlsein- oft stecken massive Verspannungen der Muskulatur oder auch Verdauungsprobleme dahinter. Bei Gelegenheit mal abklären lassen....

      Mein Wallach beispielsweise war anfangs auch unberührbar, das kam einfach daher, daß er seine Rückenprobleme (verspannt wie ein Brett) durch einen Dauertonus der Bauchmuskeln zu kompensieren versuchte.

      Lg, crinblanc
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    4. #4
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      Avatar von Elly
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      Zum Bauchproblem: Klar denkt man erst an Kitzligkeit/Widersetzlichkeit/Gurtzwang (den müßtest du in der Tat aber auch beim Satteln bemerken)- aber in viel mehr Fällen, als man glaubt, ist so ein Verhalten ein Zeichen von Schmerzen/Unwohlsein- oft stecken massive Verspannungen der Muskulatur oder auch Verdauungsprobleme dahinter. Bei Gelegenheit mal abklären lassen....
      Das kann natürlich auch sein.


      Wie sieht´s denn beim Reiten aus? Eine Verspannung o.ä müsste sich ja bemerkbar machen.
      Und zur Halle: Also aus den Schilderungen die Alex gemacht hat, hört es sich für mich im ersten Moment so an als hätte er einfach keine Lust & hat gelernt, dass er durch diese Tür "errettet wird".

      Das hat Votti ganz ganz am Anfang auch mal ne Zeit gemacht. Aber um das genau abzuklären brächten wir mehr Info´s von Alex.



      Aber diese schlechten Erfahrungen oder die schlechte Haltung aus der ihr in habt, da stand er noch nicht bei euch am Stall, oder?
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    5. #5
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      Avatar von crinblanc
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      Wie sieht´s denn beim Reiten aus? Eine Verspannung o.ä müsste sich ja bemerkbar machen.
      Nicht zwingend. Man wundert sich immer wieder, wie viele "Bretter" geritten werden, bei denen die Verschiebung in den Paß, Das Zackeln oder die nicht durchschwingende HH entweder nicht bemerkt oder "dem Charakter/Temperament" zugeschrieben wird.

      Moment so an als hätte er einfach keine Lust & hat gelernt, dass er durch diese Tür "errettet wird".
      Möglich. Oder aber, er besinnt sich drauf, daß er ein Steppen- und Fluchttier ist und als solches sicher eines nicht freiwillig täte: Sich allein (mit 2bein) in eine Höhle mit nur einer Fluchtmöglichkeit begeben, die noch dazu auch das einzige Loch ist, durch das ein Säbelzahntiger reinkäme ;). Dann doch besser das "Loch" im Auge behalten....
      Möglicherweise zweifelt er in diesem Moment an der Vernunft "seines" Menschen.... wer wird denn? (Das Gefühl hatte ich bei Frau Pony sehr ausgeprägt....)

      Lg, crinblanc

      --- Automatische Beitragszusammenführung ---

      PS: Für Verspannungen sprich einfach auch die Tatsache, daß er sich von Heu- Freßhaltung vom Boden, Nackenband gedehnt- eher "besänftigen" läßt als vom Möhrchenfüttern aus der Hand.
      Normalerweise sollte man meinen, daß Möhrchen ja das tollere Leckerli sind.

      Wieso nicht einfach beim Putzen also eine Handvoll Heu hinlegen? Möglicherweise löst sich das Problem so mit der Zeit von selber.

      Nochmal PS- ich hab überlesen, daß er auch koppt. Dann erst recht der Heutrick. Kopper sind meiner Erfahrung nach hochsensible, clevere Pferdchen, bei denen man mit Druck kaum was erreicht. (Ich oute mich hier mal als Kopper-Liebhaber. Wäre für mich auch beim Kauf kein KO-Kriterium.)

      Lg, crinblanc
      Geändert von crinblanc (18.10.2010 um 09:04 Uhr)
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    6. #6
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      Avatar von Elly
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      Möglich. Oder aber, er besinnt sich drauf, daß er ein Steppen- und Fluchttier ist und als solches sicher eines nicht freiwillig täte: Sich allein (mit 2bein) in eine Höhle mit nur einer Fluchtmöglichkeit begeben, die noch dazu auch das einzige Loch ist, durch das ein Säbelzahntiger reinkäme ;). Dann doch besser das "Loch" im Auge behalten....
      Möglicherweise zweifelt er in diesem Moment an der Vernunft "seines" Menschen.... wer wird denn? (Das Gefühl hatte ich bei Frau Pony sehr ausgeprägt....)
      Könnte auch sein, aber bei einem 9-jährigen geht man ja schon mal davon aus, dass er an eine Halle gewöhnt ist. Kommt halt wirklich drauf an was für "Probleme" es beim Vorbesitzer gab.
      Aber in diesem, wie auch im anderen Fall muss eben an der Führerposition gearbeitet werden.
      Dann ist auch die vermeidliche "Höhle" kein Problem mehr & andersrum wird er den Menschen bei der Arbeit anderes wahrnehmen und eher bereit sein mitzuarbeiten. Wobei das natürlich auch eine Sache der Motivation ist.



      Nicht zwingend. Man wundert sich immer wieder, wie viele "Bretter" geritten werden, bei denen die Verschiebung in den Paß, Das Zackeln oder die nicht durchschwingende HH entweder nicht bemerkt oder "dem Charakter/Temperament" zugeschrieben wird.
      Jaja xD "der kann das halt nicht so gut, der ist überbaut!" "Neeee... v/a klappt doch nicht- zu hoher Halsansatz".
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    7. #7
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      Avatar von crinblanc
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      Aber in diesem, wie auch im anderen Fall muss eben an der Führerposition gearbeitet werden.
      Schon. Aber zumindest ich (ohne irgendeiner spezielle "Bodenarbeitsphilosophie" anzuhängen) fasse ein Null-Bock-Pferd anders an als ein ängstliches Sensibelchen.

      Und: Selbst wenn er Halle gewohnt ist- Halle ist nicht gleich Halle. Diese Erfahrung hab ich extrem gründlich mit meinem Wallach gemacht. Er war eine moderne, geschlossene Halle mit einsehbarem Vorplatz gewohnt (die Türseite war oberhalb der normal hohen Bande offen mit Vordach)- und tickte mir in der "normalen" Halle mit Tür direkt nach draußen gründlich aus.
      (Wobei ich viele Pferde kenne, die in Rente gehen, ohne je eine Halle betreten zu haben....)
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    8. #8
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      Avatar von Alex
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      Vielen Dank schonmal für die vielen Gedanken, ich muss leider ganz flott los und schreibe auf jeden Fall heute Abend was dazu :)

    9. #9
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      Avatar von Elly
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      Schon. Aber zumindest ich (ohne irgendeiner spezielle "Bodenarbeitsphilosophie" anzuhängen) fasse ein Null-Bock-Pferd anders an als ein ängstliches Sensibelchen.
      Da hast du Recht. Ich auch ;). Aber eigentlich zeigt ein Pferd recht schnell von welcher Sorte es ist, wenn man anfängt mit ihm zu arbeiten. (Da gibt es dann so tolle Einteilungen in RBI/ RBE LBI/ LBE)
      Aber um das richtig einzuschätzen, muss man das Pferd "persönlich" kennen.

      (Wobei ich viele Pferde kenne, die in Rente gehen, ohne je eine Halle betreten zu haben....)
      *g* bei dir. Hier bei uns ist das schon eine sehr sehr große Ausnahme.
      Aber klar können sich Hallen unterscheiden.
      Was ich nur nicht verstehe: Wenn in der gleichen Halle auch geritten wird, warum spricht Alex dann nur von diesem verhalten bei der Bodenarbeit?
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    10. #10
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      Avatar von Alex
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      Soo dann fange ich mal an:

      Erstmal werde ich morgen mal den Klopf bzw den Möhrchentrick nach Ellys Art ausprobieren ;D

      Das "Führtraining" am Strick haben wir schon angefangen, und das läuft super. Er bleibt stehen, wenn ich stehen bleibe und geht rückwärts. Dann ist er auch Aufmerksam, das Problem besteht, wenn ich jetzt mal darüber nachdenke, nur wenn er eben frei ist. Vielleicht ist er dann einfach "unsicher", weil ich 1. angespannt bin (weil ich Angst habe, dass er nicht Aufmerksam ist) und ich deswegen nicht klar kommuniziere. Warum sollte man jemand, der selber unsicher ist denn Vertrauen?

      Die Einheiten sind 10-15 Minuten lang, weil ich eben vermeiden möchte, dass er aufgrund der Länge des Trainings unaufmerksam wird, da wir ja ohnehin schon Probleme haben.
      Draußen ist er konzentriert und macht alle wunderbar mit, evtl. hat er hier einfach mehr das Gefühl "den Überblick" zu haben.
      Oft ist es nämlich auch so, dass er erst nachdem er zB. ein Geräusch (kann nur ein leises Wiehern oder auch eine Tür sein) abgelenkt ist.
      Ich reite auch in der Halle, was natürlich im letzten halben Jahr selten der Fall war. Dennoch kann ich sagen, dass er beim reiten zwar manchmal rausguckt wenn wir an der Tür vorbeireiten, ihn das ansonsten aber garnicht interessiert.

      Vielleicht ist auch noch der Aufbau der Halle wichtig, er kann nämlich nur durch die Tür raussehen. Ansonsten ist sie völlig abgeschlossen.

      Ich möchte auch nochmal sagen, dass wir ihn aus der schlechten Haltung übernommen haben, bei uns hat er keine schlechten Erfahrungen gemacht. Auf Sattelzwang o.ä. würde eben auch hinweisen, dass er von einem Hof mit ziemlich schlechten Reitschulbetrieb kommt. Ich kann mir schon vorstellen, dass da der Sattelgurt einach direkt Bombenfest zugezurrt wurde, womöglich sogar noch ein unpassender Sattel. Außerdem wurde er warscheinlich geschlagen, da er von Anfang an sehr kopfscheu war. Auch wenn er nach mir schnappt reißt er direkt danach den Kopf hoch, obwohl ich ihn nie geschlagen habe und das auch überhaupt nicht andeute.

      Außerdem habe ich ihn heute beim Satteln genau beobachet. Wenn der Sattel an sich aufgelegt wird, geht zwar der Kopf hoch und er spannt sich an, aber dann wird sofort weiter Heu gemümmelt. Erst als ich den Sattelgurt heruntergelassen habe und ihn unter dem Bauch angenommen habe, fing das Schnappen wieder an.
      Dabei achte ich aber trotzdem immer darauf, dass der Gurt zuerst wirklich locker ist (erstes Loch).
      Das Nachgurten hingegen interessiert ihn überhaupt nicht.

      Ich hätte das mit der möglichen Verspannung sowieso schon abklären lassen, allerdings ist es eben "nur" meine Reitbeteiligung, und mal davon abgesehen, dass das Geld dazu fehlt, steht der Besitzer solchen Sachen sehr misstrauisch gegenüber.

      Was mich aber heute wieder glücklich gemacht hat: Als ich ihn von der Weide geholt hab, ist er mir sofort entgegengekommen und mir ohne Halfter bis zum Tor gefolgt, ohne sichtbares Leckerlie haha :D

    11. #11
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      Hey,

      Was mich aber heute wieder glücklich gemacht hat: Als ich ihn von der Weide geholt hab, ist er mir sofort entgegengekommen und mir ohne Halfter bis zum Tor gefolgt, ohne sichtbares Leckerlie haha :D
      Das ist doch schön :)


      Vielleicht solltest ihr am Anfang die Bodenarbeit nicht gleich "frei" machen, sondern langsam anfangen.
      Erst wenn wirklich alles am Seil mit kleinsten Hilfen funktioniert, machst du das Selbe ohne Seil.
      Dabei gilt: mit Seil immer so tuen als hätten wir keins in der Hand & ohne Seil gilt: immer so tuen als ob wir eins haben.

      Auch die Dauer kannst du ruhig etwas ausdehnen. Wenn du merkst, dass er erst mal 10 Minuten braucht um sich voll auf dich zu konzentrieren, dann mach´ auf jeden Fall so lange, bis du das Gefühl hast er entspannt sich; und hör´ immer auf, wenn eine Lektion gerade gut funktioniert. Das kannst du dann ausdehnen. Nachher kann man wirklich gut 45-60 min. vom Boden aus arbeiten ohne,dass das Pferd Langeweile bekommt. Aber das ist natürlich mental sehr anstrengend und deshalb nur was für geübte Pferde und auch sichere "Führer".

      Die eigene Einstellung spielt im Umgang mit Pferden eine enorm wichtige Rolle. Nicht nur bei der Bodenarbeit. Es kann gut sein, dass es so ist wie du es beschreibst, und du dich ohne Seil einfach noch nicht sicher genug fühlst. (Gefühl der Deskontrolle (kann man das so sagen?xD) )
      Das schöne ist, dass man Pferden nie etwas vorspielen kann. Man muss wirklich lernen von Kopf bis Fuß gelassen zu bleiben, egal in welcher Situation. Und dazu braucht man zunächst Vertrauen a) in das Pferd aber auch b) in sich selbst.




      Ich kenne übr. einige Pferde, die genau so beim Satteln reagieren und für die das Nachgurten später kein Problem ist. Das deutet auch darauf hin, dass es wahrscheinlich keine Schmerzen hat. Vlt. ist es wirklich der Frust. Auch weil er früher Schulpferd war. -> sprich er mag einfach keinen Sattel & will eigentlich auch gar nicht arbeiten.

      Wobei man natürlich eine Verspannung nie ausschließen kann... aber ich kenne das Problem mit den TÄ bei RB ;).
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    12. #12
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      Avatar von Alex
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      Naja, vielleicht hilft auch einfach die Zeit.
      Ich denke (im Bezug auf das Satteln) dass er vielleicht die Freude am Arbeiten wiedergewinnt, auch weil wir in der Richtung schon große Fortschritte gemacht haben.
      Und dann wird das in Zukunft auch was mit der Bodenarbeit, ich bekomme morgen zwei Bücher geliehen, die werde ich mir dann nochmal genau durchsehen.
      Außerdem werde ich mir mehr Mühe geben wirklich entspannt zu sein und ihm das Gefühl auch zu vermitteln :)

    13. #13
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      Avatar von Elly
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      Die hilft mit Sicherheit :).

      Das bekommt ihr zwei schon wieder hin, halt uns auf dem Laufenden.
      Außerdem werde ich mir mehr Mühe geben wirklich entspannt zu sein und ihm das Gefühl auch zu vermitteln :)
      Ja, probier wirklich mal drauf zu achten, hat mir viel erleichtert.

      (natürlich auch in den richtigen Momenten "Spannung" einbringen. z.B beim Rückwärtsrichten)
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