Sehr schön erklärt Federchen :).
:yes4:
Hallo!
Leider musste ich immer wieder feststellen, wie wenig die Menschen doch eigentlich über Ihr Pferd - inbesondere über die Hufe - wissen.
Die Hufe tragen den Menschen und pumpen täglich wie 4 kleine Herzen eine große Menge Blut durch den Körper.
Ein Pferd erfühlt durch seine Hufe die Umgebung, erkennt Unebenheiten und ist ein offenes Buch für die Gesundheit des Pferdes.
Hier erstmal eine Übersicht:
Wie funktioniert der Huf?
Warum sind Hufeisen schädlich?
Womit kann ich den Huf schützen?
Wie funktioniert der Huf?
Der Huf ist entgegen dessen, was man annimmt, kein starrer Körperteil, der unbeweglich am Ende der Beine baumelt und so ähnlich wie Schuhe hart den Boden trifft.
Der Huf besitzt einen sogenannten Hufmechanismus und ist mit jedem Schritt in Bewegung.
Dieser Hufmechanismus wirkt wie ein Stoßdämpfer zwischen Boden und Gelenken, denn er dehnt sich bei Berührung des Bodens seitlich aus und absorbiert hier den Schlag, der auf die Gelenke folgen würde.
Nur durch diese Funktion ist es überhaupt möglich, dass ein großes und schweres Tier wie ein Pferd sich so unverletzt auch im hohen Alter unbeschwer über alle Böden zu bewegen.
Hier sind Beispielbilder der unter anderem mit mir koorperierenden Internetseite gesundehufe.com :: Naturhufpflege, der Weg zum gesunden und leistungsstarken Barhuf.
Der Huf ist also in erster Linie der Stoßdämpfer, aber natürlich trägt er auch das gesamte Körpergewicht des Pferdes, wobei im Schnitt vorne mehr Gewicht lastet, als hinten durch die natürliche Körperhaltung des Pferdes.
Zusätzlich durchblutet jeder einzelne Huf den Körper des Pferdes ähnlich wie ein kleines Herz.
Hier Thermografien eines gesunden Pferdehufes und eines kranken:
Das Blaue Bein ist nicht durchblutet, denn der Huf kann sich nicht bewegen aufgrund eines sogenannten Spezialbeschlags, der angeblich aufgrund einer Erkrankung notwendig war.
Die anderen Hufe sind ohne Beschlag und können sich mit jedem Schritt bewegen.
Probiert es mal aus: Bewegt euren einen Fuß die ganze Zeit nicht (legt ihn hoch oder so) und den anderen bewegt ihr. Ihr merkt schnell, der bewegte Fuß ist warm, der andere kalt.
Warum sind Hufeisen schädlich?
Jeder hatte schonmal ein Hufeisen in der Hand, vermute ich.
Dieses Stück Metall ist, wie man sich vorstellen kann, unflexibel und steif.
Wird dieser nun von unten an den Huf genagelt, verletzt man nicht nur das Horn und riskiert eine Verletzung der Huflederhaut etc., sondern fixiert den Huf auch in einer festen Position.
Wie oben beschrieben brauch das Pferd aber den Hufmechanismus, d.h. die Bewegung des Hufes, um Stöße abzufangen und den Körper zu durchbluten.
Das geht aber nicht mehr, wenn der Huf fest fixiert ist.
Dabei ist es egal, ob Aluminium-, normale - oder Plastikeisen druntergeschlagen werden; fest bleibt fest.
Hinzu kommt, dass der Huf nicht mehr in der richtigen Form hinabwachsen kann und sich ein sogenannter Zwanghuf bildet.
Das ist nicht nur Schmerzhaft, sondern auch nur mit viel Konsequenz wieder wegzubekommen.
Ein (Trachten-) Zwanghuf (mit zusätzlich viel zu langen Trachten; Sehnen und Gelenke sind überdehnt und belastet):
Ein gesunder Huf:
(Man sieht hier, dass der Strahl in der Mitte ganz flach ist. Ist dieser tief und eng, ist dies ein Zwanghuf).
Es herrscht auch die Mythe, ein Pferd würde mit Eisen 'besser gehn' im Gelände.
Ein Barhuf laufendes Pferd nimmt jeden Stein wahr, ein Pferd mit Eisen kann das garnicht mehr wirklich, da der Körperbereich ja sogut wie garnicht mehr durchblutet wird.
Steckt die Hand 1 Minute in Eis und kneift mal rein, dann wisst ihr, was ich meine.
Womit kann ich den Huf schützen?
In der Regel benötigt ein gesunder Huf keinen speziellen Schutz.
Öle und Salben und was weiß ich sind sogar kontraproduktiv. Der Huf ist lebendig und braucht die Feuchtigkeit, die seine Umgebung an ihn abgibt, allerdings wird der Huf versiegelt, kommen solche Salben/Cremes auf den Huf.
Wer dem Huf helfen möchte, wässert diesen im Sommer täglich / alle 2 Tage für ca. 15 Min. (z.B. in eine Pfütze stellen, oder in den Bach).
Es kann jedoch vorkommen, dass ein Pferd von natur aus ein schwachses Hufwachstum hat, sodass der Huf, würde dieser roh jeden Tag auf normalem Boden genutzt werden, sehr schnell abgelaufen wäre und das Pferd bekäme arge Schmerzen.
Solche Hufe müssen ebenso geschützt werden, wie die der Pferde, die 'fühlig' laufen (das Pferd verkürzt auf Steinigen Wegen den Schritt oder zeigt deutlich Schmerzen).
Dafür gibt es Hufschuhe.
Diese werden dem Pferd um den Huf geschnallt und meist noch zusätzlich an der Fessel fixiert.
Der Preis variiert von 30€ Pro Schuh bis in den 3 stelligen Bereich.
Amerikanische Trekking-Marken haben sich hierbei bewährt. (http://www.renegadehoofboots.com/)
Wie kann ein Schuh schützen?
Er besitzt eine sehr dicke Gummisohle aus speziellem Material, darin eingearbeitet ist meist noch ein Eisen oder Aluminiumbeschlag.
Der Huf hat im Schuh selbst noch etwas Platz, sodass der Mechanismus weiter funktionieren kann.
Auf diese Weise wird der Huf nicht zu viel abgenutzt und kriegt keine bösen Steine mehr ab, und wenn das Pferd wieder auf die Weide kommt, zieht man die Schuhe einfach wieder aus.
So, ich hoffe ich habe das Grobe jetzt erstmal abgehandelt.
Liebe Grüße
Eure Feder
~* Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als
sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
Tucholsky
www.trensenwunder.de
Danke:
Hoffe, auch ein nicht so pferdiger Mensch das versteht!
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Tucholsky
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Du wolltest mir doch schon mal perfekt passende Schühchen, die nicht scheuern, nicht abgehn und was aushalten schenken *kopfkratz*
Da kann ich dir meine neuen Vans empfehlen... Super bequem. *g*

Mal wieder was falsch verstanden, Ellylein? :tongue:
Ich würde dir und Sisco die Renegade Hufschuhe empfehlen, jede Beurteilung ist positiv, das Spezialklett als Sicherheitsverschluss ist sogar nach dickstem Schlamm leicht zu säubern, Kletten verfangen sich dort nicht, und die Schuhe sitzen gut (klingt wie Werbung >.<).
Gerade Araberbesitzer haben das oft ausprobiert, versch. Marken. Bei Renegade haben die Arabs aufgehört zu greifen, bekamen mehr Schwung, liefen viel besser, und die Dinger halten auch den Araber-StandLosflieg-Renngalopp aus.
Da fliegt kein Schuh.
Und erst die Farben![]()
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sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
Tucholsky
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Ich doch nicht...
Aber "Schühchen" sind einfach zuuu süß.
Link! *sehen will*
Die kommen auch für Pak vorne, wenn ich wieder Geld hab:
http://www.renegadehoofboots.com/
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sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
Tucholsky
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So gern ich rot auch habe, ich werde mir schwarze holen.
Bei den Dingern ist 1 Set pro Farbe etwas arg teuer :laugh3:
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Tucholsky
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Mal ein kleiner Tipp, wo ich sehe, ob der Huf wirklich Feuchtigkeit braucht.
Stellt das Pferd z. B. im Stall einen moment auf dem Betonboden ab....
Nach ein paar Minuten stellt es um. Wenn Ihr dann feuchte Abdrücke vom Huf seht... hat der Huf reichlich Feuchtigkeit.
Das im Sommer der Huf härter erscheint ist völlig normal!
Denn, der Boden ist draußen härter, er passt sich den Begenheiten an!
*lach* überleg dir das nochmal. Spätestens, wenn du die guten Stücke im dämmrigen Wald suchst, bist du froh um eine Signalfarbe....smiley_zwinkerSo gern ich rot auch habe, ich werde mir schwarze holen.
Bei den Dingern ist 1 Set pro Farbe etwas arg teuer :laugh3:
Wir verlieren auch extrem selten einen (bei Pony in 7 Jahren 3x), aber wenn, dann garantiert irgendwo, wo ein brauner Gummistiefel fast unsichtbar ist. Wenn ich die Wahl hätte, würd ich neonorange nehmen.
Lg, crinblanc
Farben helfen nicht *g*
Mir ist wie gesagt schonmal ein schöner knallig Roter Hufschuh meines Vorreiters mit ihrem Arab vor den Helm geflogen und Nr. 2 machte vorne den Abgang in den Wald.
Bei helligtem Tage (Wald nur links und rechts bisschen, sonst offen) haben wir 20 Minuten gesucht *lacht*
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Tucholsky
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So, nochmal schön zur Veranschaulichtung:
Wie umstellen
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Tucholsky
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Eigentlich sollte das so klar sein- aber leider denken immer noch die meisten Besitzer: "Eisen runter, Geld sparen und nach 2 Wochen Gas geben". Wenn das nicht funzt, geht es halt "ohne" bei diesem Pferd nicht.
Bei meinen Weibern war die Umstellung auf Swiss gar kein Problem, beide gingen vorher ganz "ohne", aber bei den vielen Kieswegen hier ist es mir lieber....
Beim Buben- seit seinem dritten LJ beschlagen, die letzten 7 Jahre, bis er hierherkam, mit superduper-alles-dran-Spezialbeschlag vorn und hinten, war es schon etwas langwieriger.
Aber durchaus machbar.
Der Witz war, daß die Vorbesi, die brav auf Geheiß ihres Hufschmiedes alle 6-8 Wochen knapp 200.- DM liegen ließ, nach einem Jahr völlig erstaunt war, daß er ohne viel lockerer und taktreiner lief..... ;)
Lg, crinblanc
Some people say I'm bananas,
I'm sure I don't know what they mean.
My goldfish are really pirhanas.
Things aren't quite what they seem...
Hey,
Es wird wirklich unterschätzt.
Fast jedes Hufproblem soll mir Eisen therapierbar sein.
Wie bereits erwähnt, gerade Reheptienten kriegen sogenannte Reheeisen drunter, und dadurch wird eine Hufbeinrotation und -senkung vorpgroammiert.
Folge dessen: Pferd braucht Spezialeisen mit Gummisohle, damit das Hufbein nicht aufdrückt.
Blabla.
DAs ist alles Müll, auch Wildpferde können durch unglückliches Auftreten eine Rotation bekommen, oder durch Verletzung und Schonhaltung eine Senkung.
Aber das regelt sich selbst wieder, durch korrektes Ablaufen der Hufe in ihre natürliche Form und die damit verbundene Korrektur der Falschen Position.
Ich wünschte, Hufschuhe wären 1. nicht so kompliziert und 2. so teuer.
So würden mehr Menschen ihrem Pferd 4 weitere Miniherzen, warme Füße und ein erweitertes Bewusstsein schenken.
Btw., wie sind die Swiss?
Habe ja auch Interesse an Hufschuhen, bin aber zwecks Preis natürlich arg am wankeln.
Ich brauche halt definitiv Araber-Rennstart-Haltende Hufschuhe, die auch im Wasser nicht scheuern.
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Tucholsky
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Hmmm- zumindest die Swiss find ich absolut unkompliziert.
Ich brauch bei den Mädels weder einen Gummihammer zum anziehen noch einen Schuhlöffel zum ausziehen.
Beim Buben ist es ab und an nötig, sie draufzuklopfen.
Der Zeitaufwand mit etwas Übung ist nicht größer als beispielsweise das draufkletten
von Gamaschen.
Klar muß ich die Hufe halt vor dem Reiten gründlich reinigen, dafür muß ich danach nur die Stiefel ausziehen.
Bei meiner Stute halten die Dinger schon beim angaloppieren aus dem Stand- wobei sie auch nicht "losrast". Kleine Hüpfer über Baumstämme sind kein Thema, fliegende Wechsel auch nicht. Und das ist erfahrungsgemäß der Härtetest für die Heckbereifung.
Schlamm und Wasser-das ist natürlich ein Thema für sich, da mach ich sie definitiv runter, einfach auch, weil ich nicht sichergehen kann, daß sich nicht doch beim Weiterreiten ein paar Sandkörner zwischen Boot und Ballen festsetzen können. Ausserdem rutschen fast alle Kunststoffe fies auf veralgten Steinen. Und natürlich verliert man nasse Hurschuhe auch leichter (siehe Fingerringe, die man nass macht, wenn sie schwer abgehen).
Und die Hufschuhe, die angeblich hermetisch dicht abschließen (M****s) sitzen oft so fest, daß sie den Pferden sichtlich unangenehm sind.
Ausserdem sind die übel schwer.
Und teuer- naja-die Boots, die mein Pony grad trägt, sind ohne Witz mindestens 10 Jahre alt. Billiger gehts nicht.
Und- ich hab sie schon leicht gebraucht bekommen.
Einmal hab ich sie beim Hufschuhdoc mit Trotters besohlen lassen, das hat nen Fuffi gekostet- und hält auch seit 2 Jahren wieder bombenfest.
Bei Pferden, die die Füße nicht heben, nutzen sie sich allerdings wesentlich schneller ab.
Und ich kenn auch Pferde (bzw. Besitzer), die absolut nicht damit klarkommen.
Andere hatte ich noch nicht an den eigenen Pferden, kann also höchstens vom Hörensagen von Bekannten berichten.
Lg, crinblanc
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