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    1. #1
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      Frage "Bleib sitzen!" - aber wie?

      Huhu,

      ich habe momentan mal wieder ein Pferd zu reiten, dessen Besitzer im Urlaub sind. An für sich kein Problem, hätte ich nicht mal wieder ein kleines Problemchen mit dem Tier.

      Meine Pferde sind butterweich zu sitzen, auch, wenn sie v/a gehen. Lediglich im Galopp hüpfe ich manchmal auf und ab, aber das hält sich in Grenzen. Anders als bei dem besagten Pferd: Es ist dank ausgiebiger und langjähriger Geländereiterei praktisch nur noch v/a zu reiten und macht sich in der Halle richtig steif im Rücken, vor allem im Galopp.

      Ich hüpfe nun wie ein Gummiball auf dem armen Tier auf und ab, es ist echt zum Heulen. smiley_roll
      Auch, wenn unsere Halle groß genug ist, um in den leichten Sitz zu gehen, möchte ich das nicht, weil ich vom Besitzer den Auftrag erhalten habe, hauptsächlich mit dem Prachtstück Dressur zu reiten.

      Habt ihr Tipps und Kniffe, wie man auch bei einem schnellen, starken und ausdauernden Tier sitzen bleiben kann? Wenn es wenigstens langsam galoppieren würde... *sfz*

      Meine Beine sind ja zum Glück meist ruhig am Pferdebauch anliegend, ich ziehe sie nicht mehr so hoch wie noch vor ein paar Monaten. Aber ich komme einfach nicht zum Sitzen. smiley_irre





    2. #2
      Diplomatin - Arabinfizierte
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      Avatar von Silberfeder
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      Hey Schlange,

      da gibt's von mir eigentlich nur dieselben Tipps wie du auch sonst wo bekommst:
      Pferd gymnastizieren und viele Wendungen reiten.
      Dann wid's ja auch wieder locker.

      Ich verstehe nur grade nicht, du findest ein Pferd im v/a schwieriger zu sitzen?
      Glaub mir, v/a ist ein Traum gegen einen Hirschhalsaraber.

      Das einzige, was mir bei Pak geholfen hat, auch diesen Trab zu sitzen, war mich selbst komplett zu lösen und locker (!!) oben zu sitzen. Schei* auf den schicken Sitz.
      Als Beispiel gebe ich meinen beiden Schülerchen immer die Metapher mit dem Gummiball und dem Reissäckchen.
      Läßt man beides auf eine harte Fläche plumpsten (aka Pferderücken) würde natürlich das mit weniger Flächenspannung wenigr herumhopsen.
      Ist der Rücken aber nachgiebig und schwingt mit, kann in den Menschen die gewohnte Grundspannung und Aufrichtung rein.
      Ich rede aber ernsthaft nur von einem losgelassen Sitz, nicht vom krummen herumgehopse.. Ach, du weißt am besten was ich meine :)

      Liebe Grüße
      Feder
      ~* Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als
      sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
      Tucholsky

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    3. #3
      Joy
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      Gerade wenn Pferde Vorwärts/abwärts gehen, sind sie zu sitzen - aus dem Grund werden Pferde für Anfänger auch ausgebunden - damit sie weicher gehen.
      Was für ein Pferd ist es denn? Kann es sein, wenn Du zum Beispiel jetzt ein WB reitest, es mehr Gangwerk hat als Deins? Viele Arabischen Pferde oder mit Einschlag haben meist flachere und kürzere Gänge als z. B. ein WB oder ein Deutsches Reitpony.

    4. #4
      Themenstarter
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      Huhu,

      so, endlich komme ich dazu, euch zu antworten. Bin momentan nahezu immer im Stress. smiley_zwinker

      Pferd gymnastizieren und viele Wendungen reiten.
      Dann wid's ja auch wieder locker.
      Das schaffe ich leider nicht in den paar Tagen - das ist ja das Hauptproblem. Gibt es gar keinen Kniff, wie ich das störrische Vieh irgendwie - ohne Gewalt, natürlich - durch's Genick gehen lassen kann? Ich bin ja weiß Gott kein Anfänger mehr, aber da stoße ich tatsächlich an den Rand meiner Kompetenz: Das gute Tier läuft wirklich nonstop mit durchgedrücktem Rücken und Kopf in die Höh' durch die Gegend. Jegliches Stellen und Biegen stößt auf Kopfschütteln und auf Bocken.

      Da hat der Besitzer wohl von Anfang an nicht konsequent im Viereck gearbeitet - das ist ja genau das, wovon ich immer spreche: Konsequentes Gymnastizeren auch bei "Feld, Wald und Wiesen-Pferden". Macht außer mir nur irgendwie kaum jemand.

      Gerade wenn Pferde Vorwärts/abwärts gehen, sind sie zu sitzen - aus dem Grund werden Pferde für Anfänger auch ausgebunden - damit sie weicher gehen.
      Vielleicht haben wir kleine Kommunikationsprobleme momentan; ich definiere ein vorwärts/abwärts als flotte Vorwärtsbewegung ohne Versammlung. (So hab's ich zumindest lernen müssen.) Esperanza und auch Viola sind viel weicher zu sitzen, wenn sie durch's Genick und in Selbsthaltung gehen, wobei Speranza das natürlich schon der Abstammung wegen besser kann als Viola. Und ich reite Vio ja auch kaum.

      Ausbinden mag ich nicht so gern, ich knebel' das Pferd nur äußerst ungern nach unten. Momentan reite ich den Wallach, wie vom Besi gewünscht, mit Martingal.

      Was für ein Pferd ist es denn? Kann es sein, wenn Du zum Beispiel jetzt ein WB reitest, es mehr Gangwerk hat als Deins? Viele Arabischen Pferde oder mit Einschlag haben meist flachere und kürzere Gänge als z. B. ein WB oder ein Deutsches Reitpony.
      Es ist genau verkehrt herum. smiley_zwinker
      Speranza und Viola sind Warmblüter, große, schwere Pferde und der Wallach ist ein Mix, ich schätze ihn auf etwa 1,50m. Was drin steckt? Mhm, ich tippe auf deutsches Reitpony und auf etwas Isländerblut könnte auch noch mit drinstecken.
      Kleine Schritte sind hier wirklich Programm, möglicherweise liegt da der Hase im Pfeffer begraben.

      Ich habe gestern noch mit Freunden gescherzt, dass ich mir einfach doppelseitiges Klebeband an den Allerwertesten kleben werde. smiley_lach





    5. #5
      Joy
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      Gerade Ausbinder sind für Reiter und Pferd eine Erleichterung, wenn sie richtig eingesetzt werden. Lieber ordentliche Ausbinder als ein Pferd mit Rückenproblemen. Gerade bei dieser Mischung und Größe müsste es sehr weich zu sitzen sein. Vielleicht musst Du mehr an Deine Grundlagen arbeiten? Ansonsten muss das Pferd vom Grund auf an der Longe noch mal gearbeitet werden.

    6. #6
      Diplomatin - Arabinfizierte
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      Avatar von Silberfeder
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      Hey,

      Schlange, ich glaube ich weiß was du meinst.
      Es geht hier denke ich auch um die viel größere Menge an Schrittchen, die du nicht gewohnt bist, so ging es zumindest mir beim umstieg von Großpferd auf Araber.
      Martingal finde ich hier irgendwie unpassend, oder siehst du in der Nutzung einen Sinn?

      Ist das Pferd denn lockerer, wenn du mal galoppiert bist oder am Ende der Stunde?
      ~* Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als
      sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
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    7. #7
      Themenstarter
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      Huhu,

      deshalb reite ich mit Martingal:
      Momentan reite ich den Wallach, wie vom Besi gewünscht, mit Martingal.
      Der Besitzer hat mir eine Liste von Anforderungen erstellt, die ich einzuhalten habe. Darunter eben auch, dass ich mit Martingal zu reiten habe, weil das Pferd bei anderen Hilfszügel (fragt mich nicht, bei welchen) rumzicke. Ich kann euch nicht sagen, ob das stimmt, da der Besitzer meistens morgens reitet, während ich noch in der Uni brüte.

      Gibt es in euren Augen eigentlich "unsitzbare" Pferde, die durch Stechtrab oder angeborenen Beinfehlstellungen nicht wirklich zum Sitzen kommen lassen? Ich überlege nämlich schon, ob der Besitzer nur ständig im Gelände und im leichten Sitz rumjückelt, weil er sein Pferd auch nicht sitzen kann (und die liebe Kollegin darf's dann richten).

      Schlange, ich glaube ich weiß was du meinst.
      Es geht hier denke ich auch um die viel größere Menge an Schrittchen, die du nicht gewohnt bist, so ging es zumindest mir beim umstieg von Großpferd auf Araber.
      Möglicherweise liegt es wirklich daran, auch, wenn ich ab und an auf einem Tinker und Haflinger reiten darf - die sind natürlich vom Rücken her viel breiter als ein Ponymix.

      Ansonsten muss das Pferd vom Grund auf an der Longe noch mal gearbeitet werden.
      Ich werde es dem Besitzer - auch, wenn er das bestimmt nicht gerne hören wird - auf jeden Fall sagen. Gymnastizierende Arbeit, Longe, Stellen und Biegen bis zum Erbrechen üben. Ich habe ja nichts gegen reine Geländepferde, aber sitzen können muss man die doch auch irgendwie. *sfz*

      LG





    8. #8
      Joy
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      Ich konnte bisher alles Sitzen. Nur Apart stellte mich auf eine Herausforderung. Er hat einen Wahnsinns schwungvollen Trab. (Brachte immer gut Punkte bei Prüfungen ein). Als ich ihn das erste mal ohne Sattel zur Weide reiten wollte, bin ich angetrabt. Ich wurde beim ersten Trabtritt so in die Luft geschleudert, dass ich fast unten lag. Aber ich stellte mich dann darauf ein und es ging.

    9. #9
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      smiley_lach

      Naja, noch eine Woche und dann darf ich das gute Tier wieder dankend zurückgeben. Da es nicht meins ist, kann ich aber auch nichts Großartiges mehr erreichen - letztendlich kommt es ja auch immer darauf an, wie offen der Besitzer für Ratschläge ist.

      Für mich steht fest: Ich mache drei Kreuze, wenn ich endlich ausschließlich nur noch auf Speranza reiten darf; die kann ich wenigstens sitzen.





    10. #10
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      Avatar von Silberfeder
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      Hey ho!

      Unsitzbare Pferde.. Hm.
      Ich finde einige Pferde mit enormer Knieaktion einfach zu anstrengend zu sitzen. Unmöglich nicht, aber schon anstrengend.
      Und kleine Ponies, um Gottes Willen, ich reite nie wieder Ponies, es geht nicht, ich willl nicht.

      Aus der Cavallo habe ich nun schon öfter gelesen, dass man vor dem Reiten kleinere Übungen mit dem Pferd machen soll, die es im Genick "weicher" machen (Wortwahl ist grad noch Schlafzimmerdeutsch).
      Könnte dir den Artikel raussuchen, wenn du magst.
      Ging wohl irgendwas am Gebiss, minimaler Druck auf Mundwinkel oder sowas, Kopf leicht zur seite drehen, sowas halt.
      Pak mochte das garnicht ;)

      Grüßle
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    11. #11
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      Ging wohl irgendwas am Gebiss, minimaler Druck auf Mundwinkel oder sowas, Kopf leicht zur seite drehen, sowas halt.
      Jau, sowas in der Art habe ich auch schonmal irgendwo gelesen. *denk*

      Unsitzbare Pferde.. Hm.
      Ich finde einige Pferde mit enormer Knieaktion einfach zu anstrengend zu sitzen. Unmöglich nicht, aber schon anstrengend.
      Und kleine Ponies, um Gottes Willen, ich reite nie wieder Ponies, es geht nicht, ich willl nicht.
      Mir fallen dazu wieder mal die Friesen ein; die sind ja auch teilweise schwer zu sitzen. Viele Reiter können auch Haflinger nicht sitzen, mir ein Rätsel. Es gibt nichts gemütlicheres als ein Haflinger, der durch's Genick geht. :o))

      Ich sehe bei "großen" Warmblütern immer den Vorteil, dass sie große Schritte machen und man dadurch immer schön wieder in den Sattel "geschmissen" wird (kann es gerade nicht besser ausdrücken, bin auch noch reichlich müde *gg*). Das fällt bei kleineren Pferden auch wieder flach.

      Wisst ihr was? Ich mache heute mal einen Ausbinder drauf und schaue, was passiert. Was der Besitzer nicht weiß, macht ihn nicht heiß. smiley_smile Außerdem, wenn es für das Pferd besser ist... ich kann ja reiten, ich werde sein holdes Tier schon nicht kaputtreiten...





    12. #12
      Queen of the Flies
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      Avatar von crinblanc
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      So, wie sich das liest, sollst du in 2 Wochen richten, was der Besi in Jahren versäumt hat. (Seufz-sowas kenn ich..)

      Ich hab bei sowas immer einen "Nichtangriffspakt" geschlossen- alles andere ist sinnlos, wenn der Besitzer nicht willens (oder fähig) ist, an einer Auffrischung der Grundausbildung mitzuarbeiten.

      Natürlich gibt es auch Pferde, die vom Gebäude her oder aufgrund von gesundheitlichen Problemen schwer sitzbar sind- in solchen Fällen halte ich bespielsweise (vorübergehende!) Arbeit im Chironsitz, begleitend zu Arbeit am Boden (DL, Kurzzügel) für legitim.

      Wenn das Pferdchen aber dadurch, daß es beim jahrelangen Giraffespielen nicht die "richtigen" Muskeln aufgebaut hat, Probleme mit dem "über-den-Rücken-gehen" hat, ist das ein längerer Weg.
      Und das muß auch der Besitzer einsehen.

      Lg, crinblanc

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