hust, jetzt mal ne frage von jemanden der kein ahnung hat von was du redest
Kannst du erklaeren was das ist und fuer was das gut ist und gebraucht wird?
LG Bianca
Hallo,
ich reite schon ewig nur mit einfach-/doppeltgebrochener Wassertrense und hab deswegen kaum Ahnung von anderen Gebissen. Deswegen wollte ich Fragen welche Wirkungsweise hat eine Kandarre?
Wozu die Kinnkette?
Wie "scharf" ist eine Kandarre?
LG


hust, jetzt mal ne frage von jemanden der kein ahnung hat von was du redest
Kannst du erklaeren was das ist und fuer was das gut ist und gebraucht wird?
LG Bianca
Kandarre ist das Gebiss von der Trense (oder wird schon die ganze Trense so genannt?).
Jedenfalls ist diese bei Turnieren (in Dressur glaube ich) Vorschrift.
Aber selber weiß ich auch nicht mehr darüber.

Hallo,
nein, eine Kandare ist in einfachen Klassen (E-L) keine Vorschrift, sie wird auch nicht gern gesehen, da sie eine starke Hebelwirkung hat und dadurch bedingt nur von Reitern eingesetzt werden sollte, die eine ruhige und leichte Handführung haben.
Übrigens: Der Begriff "Kandare" bezeichnet lediglich das Gebiss, nicht etwa die ganze Trense! Trensenarten sind beispielweise das englische, kombinierte oder hannoveran'sche (Reit)halfter.
Wenn du gut mit der Wassertrense zurecht kommst und dein Pferd sie gut annimmt, dann gibt es keinerlei Grund, die Gebissart zu wechseln.
Wikipedia.de sagt zur Kinnkette:
Ergo: Die Kinnkette "schnürt" das Pferd nur noch mehr ein und verstärkt Hebel- und Schmerzwirkung.Zusammen mit einer Kinnkette oder einem Kinnriemen, die unter der Kinngrube des Pferds durchgeführt wird und seitlich im Bereich der oberen Stangenenden an Kinnkettenhaken eingehängt ist, wird eine Hebelwirkung erzeugt. Je enger die Kinnkette geschnallt wird, desto stärker wirkt die Kandare auf das empfindliche Pferdemaul ein.
Wir lernen: Kandare => nur für erfahrene, gute Reiter und nicht etwa für Möchtegern-Coole!
Liebe Grüße
Hallo,
Kandarren sind nur etwas für erfahrene Reiter und Pferde(!!).
Es kann nämlich durchaus passieren, dass ein Pferd durch den plötzlichen Druck Panik bekommt.
Wie wirkt die Kandarre?
Hart.
Durch die gerade Stange im Maul (es gibt sogar welche mit gebrochenen Gebiss) passt es sich nicht der Anatomie des Pferdemauls an, für mich ist das schonmal ein großer Kontrapunkt.
Desweiteren wirkt die Kandarre (wenn nur an den Shanks eingeschnallt ist, wie bei einer Westernkandarre) Druck auf den Bereich hinter den Ohren und die Kinngrube aus (durch den Zug an den Shanks wird ja der Nackenriemen auch nach vorne gezogen, also Druck auf Genick).
Dasselbe gilt bei der Kinnkette, die nach oben gezogen wird wenn Zug auf die Kandarre kommt.
Hoffe, das ist einigermaßen verständlich.
Nur in erfahrenen Händen ist eine Kandarre vernünftig anzuwenden.
Liebe Grüße
Feder
~* Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als
sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: "Nein!" *~
Tucholsky
www.trensenwunder.de

... und zudem möchte ich nicht wissen, wie sehr ein Pferd explodiert, wenn es plötzlich mit Kandare erschrickt.
Deshalb: Finger weg; gerade, wenn ein Pferd schreckhaft oder noch jünger ist. Und: Auch ein erfahrenes Pferd kann sich mal erschrecken - das ist mir heute noch mit unserer Stute passiert. Das Pferd ist zwar schüchtern, aber sehr gelassen - und dennoch ist sie heute durchgegangen, weil plötzlich vom Tor her eine Plastiktüte hereingeweht kam!
Und ich wette, dass ich ihr mit der Wassertrense schon mehr als weh genug getan habe, da möchte ich nicht wissen, was mit einer Kandare gewesen wäre...![]()
Jedes Gebiss ist nur so hart wie die Hand die es führt . Wir fahren unsere Ponys mit Postkandarre die oben eingeschnallt ist und eine leichte Zungenfreiheit hat . So ist es nicht schärfer wie eine doppelt gebrochene Trense . Als ich mein Fahrabzeichen gemacht habe ging es auch viel um Gebisse und wir haben uns die einfach gebrochene Wassertrense über den Handrücken gelegt und ich war erschrocken wie sie die Hand quetscht, bei nur ganz wenig Zug . Die Kandarre war im Vergleich dazu weich .
Die Wirkung der einzelnen Gebisse/Kandaren ist sehr unterschiedlich aber nicht immer ist eine Kandare schlimmer wie eine Wassertrense die Schmerzen sind nur Unterschiedlich . Letztendlich ist es immer die Hand des Reiter/Fahrers die bestimmt wie hart das Gebiss wirkt .
Ich habe auch noch nie ein Pferd erlebt das explodiert weil es eine Kandare im Maul hat .
Ich hätte allgemeint mal ne Frage ...
(wenn es okey ist für die Threadstellerin)
In welcher Reienfolhe wirken denn eig. die unterschiedlichen Gebisse?
Also von weich nach Hart.
Und wie wirkt sich die ganze Trense darauf aus?

Huhu Molle!
Wie Elke schon sagte: Ein Gebiss ist nur so hart wie die Hand des Reiters. Dem kann ich absolut zustimmen, auch wenn ich Stangengebisse mit Knebeltrense und Co. immer noch nicht leiden mag.
Am weichsten ist wohl das gebisslose Reiten (momentan üben wir ja dran, wie ihr wisst ^.~), danach kommen dreifach gebrochene Wassertrensen und zweifache Olivenkopftrensen.
Es gibt ja extrem viele Spielereien von Gebissen, mit denen ich mich noch nicht befasst habe, also kann ich dir kaum sagen, was wohl am "schärfsten" wirkt. Fakt ist, dass jedes Gebiss dem Pferd wehtun kann!
Feder hat ja schon - so glaube ich - erklärt, wie sich die Kinnkette auswirken kann.
Wenn du ein Pferd allgemein zu fest einschnürst (vor allem den Nasen- und Sperrriemen), dann erhöht sich der Druck auf das Nasenbein, das Pferd kann nicht mehr ungehindert abkauen (beim zu engen Sperrriemen der Fall) -> ergo ist das für das Tier eine Qual.
In einer Cavallo wurde das nochmal schön deutlich beschrieben. Das dürfte eine Ausgabe vom Mai '09 gewesen sein.
Naja, so meinte ich das ja auch nicht. Ich habe mir nur überlegt, was wohl gewesen wäre, wenn mein Pferd eine Kandare drauf gehabt hätte, als sie sich so erschrocken hat.Ich habe auch noch nie ein Pferd erlebt das explodiert weil es eine Kandare im Maul hat .
Die erste Reaktion des Reiters - machen wir uns da mal nichts vor - ist ja, dass man sich an den Zügeln "festhält" (die nicht zu unterschätzende Schocksekunde) und erst dann aktiv agieren kann.
Innerhalb dieses Augenblicks tut man dem Pferd ja unbewusst weh, egal, mit welchem Gebiss.
Wenn es allerdings nun eine Kandare draufhat, die viel, viel intensiver und exakter wirkt als ein Wassertrensengebiss, dann erhöht sich der Schmerz automatisch.
Liebe Grüße
Hallo ihr Lieben,
Selbstverständlich ist jedes Gebiss nur so hart wie die Reiterhand. Gerade deshalb habe ich immer wieder betont, dass die Kandarre z.B. bei zu starkem Zug so wirkt.
Da brauchen wir wohl alle nicht weiter drüber nachzudenken – wenn eine Kandarre angezogen ist, sollte kein Druck von der Reiterhand mehr kommen.
Bei einer Wassertrense, egal wie jetzt geformt, gebrochen oder mit welchem Geschmack, tut dem Pferd bei Unsachgemäßer Behandlung auch super weh – aber bei einer Kandarre ist es dennoch mehr.
Beim Kutschen ist das mit der Kandarre noch mal etwas anderes, da die Zügelhilfen hier ausschlaggebend sind (freu mich auf die erste Schenkelhilfe vom Gig aus *g*). Außerdem muss man hier einen Extra Schein machen und lernt explizit den Umgang bzw. die Wirkung der Gebisse, sodass ein Missbrauch in der Fahrenden Sparte schon weniger oft vorkommt.
Ja, wie wirken Gebisse?
Dass Gebisslos für ein Pferd am angenehmsten ist, hat Schlange ja erwähnt.
Es gibt doppelt- und einfach gebrochene Gebisse, also Wassertrensen. Diese gibt es halt in unterschiedlichen Ausführungen, D-Ring, Olivkopf oder mit kleinen Plättchen, die bei Zügelzug (bei einfach gebrochener) auf den Laden drücken. Folterinstrument, denke ich. Habe ich für Pak geschenkt bekommen, weil er immer auf’s Gebiss beißt.
Stangengebisse liegen anatomisch nicht angenehm im Mund, haben dafür aber den Vorteil, dass Sie nicht wie eine einfach gebrochene Trense auf Zug sich aufstellen und gegen den Gaumen drücken (bei doppelt gebrochener wird das vermindert).
Allerdings sind die meisten Stangengebisse sehr dünn (=scharf) und auch überwiegend mit einer Kandarre verknüpft.
Ihre Wirkung habe ich ja bereits beschrieben.
Meiner Meinung nach sind doppelt gebrochene Wassertrensen am idealsten, wenn das Pferd doch mal zum rumbocken und durchgehen neigt (und da hilft kein Sidepull oder Bosal wirklich ;)), da es gut auf der Zunge liegt und selbst bei starker Handeinwirkung relativ wenig im Maul anrichten kann.
Und Ja Schlange, JEDER kennt das: Das Pferd erschrickt vollkommen überraschend, und jeder greift erstmal nach der Notbremse. Selbst wenn das Pferd dadurch einen Moment Schmerzen erleidet, ist das aber immer noch besser als ein Reiter, der erstmal die Zügel aus der Hand wirft oder verliert, und das Pferd kopflos wegrennen, buckeln oder steigen lässt.
Beim Auto macht man schließlich auch Notfallbremse, selbst wenn’s da die Mitfahrer übel in die Sicherheitsgurte knallt.
Lieber einmal Sekundenschmerz und dafür Kontrolle und Sicherheit als Liebelei im Schreckmoment und großen Schaden seitens des Reiters, vllt. des Pferdes und/oder anderer Beteiligter.
Mir hat das 3x mit Pak das Leben gerettet, dass ich die Zügel ausreichend aufgenommen habe, sonst hätte es mich 1. einen sehr steilen Abhang in eine Kluft geworfen, 2. auf eine Hauptstraße galoppieren lassen und 3. auf einer niedrig eingezäunten Autobahnüberführung auf die Autobahn gesetzt.
Mein Pferd hat mir das auch nicht übel genommen. Außerdem gehe ich davon aus, dass ein Pferd nach der Schrecksekunde ruhiger reagiert, wenn der Reiter direktes Einwirken, Engagement und somit Leitpotential gezeigt hat. Nichts ist gefährlicher als ein verlorenes Pferd, dass dem Reiter nicht traut oder ihn nicht wahrnimmt.
Liebe Grüße
Feder
PS: Wer später mal auf Kandarre reiten möchte, für den gibt es so ein Spezielles Gebiss bei Krämer und Co., dass im Gebissring 2 kleine Innenringe hat zum Einschnallen als ‚Kandarre mit minimaler Hebelwirkung’ oder eben als normale Gebisse (und noch irgendwas, kA).
Wessen Pferd schon den Druck nicht mag, der kann gleich die Finger von Kandarren lassen.
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Tucholsky
www.trensenwunder.de
Das, was du meinst, ist ein Gebiß nach Dr. Bristol- da stellt sich das Plättchen auf und bohrt mit der Kante in die Zunge. Ganz fieses Teil.oder mit kleinen Plättchen, die bei Zügelzug (bei einfach gebrochener) auf den Laden drücken. Folterinstrument, denke ich. Habe ich für Pak geschenkt bekommen, weil er immer auf’s Gebiss beißt.
Das tückische ist, es gibt ein fast (bis auf den Winkel des Plättchens) identisch aussehendes Gebiss, das sog. "French Link".
Bei dem bleibt das Plättchen flach liegen, und es ist grad für Pferde mit wenig Platz im Maul oft angenehmer als das "normal doppeltgebrochene" mit Olive in der Mitte.
Deshalb- falls jemand sowas bestellt oder sonstwie anschaffen möchte- genau nach der Bezeichnung fragen. Auf Fotos kann man die oft nicht unterscheiden.
Ich kenne 3 Leute, die ein Frenchlink wollten, ein Bristol bekamen, und sich wunderten, weshalb die Pferde mit dem Ding völlig unwillig liefen- im Gegensatz zum vorher geliehenen Frenchlink.
Lg, crinblanc
Glaube wir meinen was anderes Crin :)
Hier ein Foddo :P
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Iiiih-sowas hab ich wirklich noch garnie gesehen. Das Teil fällt ja echt unter Hannibal Lecters Vollmondfantasie. Tierschutzwidrig, vollkommen richtig. Die Verlängerungen zeigen nach unten, oder?
Ich meinte diese Plättchen-in-der-Mitte Gebisse, die im Westernsport einigermaßen verbreitet sind.
Aber das Foddo zeig ich der Diva, wenn sie das nächste Mal den Mustang gibt. Danach dürft sie brav sein wie eine Klosterschülerin. ;)
Lg, crinblanc
Jap, die Dinger gehen nach unten und drücken bei Zügeleinwirkung auf die Unterlippe und quetschen die zusammen.
So die Beschreibung der Frau, die mir das Ding gegeben hat.
Es liegt seit dem Tag unter meinem Wohnzimmertisch neben meinem Cavallo-Stapel :P
Diese Plättchen an den Kandarren sind doch Zungenstrecker, oder?
Mag ich garnicht, allein der Gedanke daran läßt mich würgen. Keine Ahnung wie sich das Pferd fühlt, aber ich würd sowas nicht gern haben wollen :)
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Nein, die sind in der Mitte des Gebisses. Mag jetzt nicht verlinken, aber Tante Gockel müßt was ausspucken.
Mit den flachen Plättchen (French Link) kommen grad Ponys mit dicken Zungen und flachen Gaumen oft besser klar als mit den (von mir heißgeliebten) KK-Ultras.
Die Bristol-Variante ist auch ne Gemeinheit.
Übrigens ;)- ich darf garnicht dran denken, was ich von wohlmeinenden Zeitgenossen für mein erstes Pony, das Rennmofa, geschenkt bekam. Fing an bei Schlaufzügeln, über seltsame Fahrkandaren bis hin zu gebrochenen Shanksnaffles. Irgendwie hing das Zeug immer kommentarlos an meinem Platz, wenn wir mal wieder für Show gesorgt hatten.
Zungenstrecker hatte ich noch nie drin, aber bei mir löst der Anblick auch schon sowas wie Würgreiz aus. Mein Oll- denburger war übrigens Zungenstecker, jahrelang, kein Wunder, wenn man sich das Maulinnere augeschaut hat. Eeeeek- und er wurde regelmäßig vom TA kontrolliert. Der muß blind und ohne Geruchssinn gewesen sein.
Das war mein "Baby"-Hackamore-Pferd. Später haben wir dann auch wieder ab und an ein Gebiß reingemacht (doppelt gebrochen, die waren aber damals noch superdick, 21 mm, glaub ich, die 16er und 18er gabs noch lang nicht)- mit dem kam er super klar. Zunge ward beim Reiten nie wieder gesehen...
Lg, crinblanc
Ich sehe jetzt keinen wirklichen Unterschied zwischen French Link und dem Dr. Bristol Teil, zumindest nicht von den Fotos.
Mir stellt sich gerade irgendwie eine Frage..
Und zwar, Kandarren werden ja in allen Sparten genutzt:
Hohe Dressur, Westernreiten, Fahrsport und auch im Showbuiss..
Im Western sieht man brav die Zügel lang durchhängen, so wurde es auch mir ans Herz gelegt, jeglicher Zug fügt dem Pferd Druck und so auch Schmerzen zu.
Aber gerade bei der hohen Dressur und im Showbuiss sind die Dinger immer auf Anzug.
Erklärung?
Eigentlich doch unerwünscht und für das Pferd nicht toll, oder?
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Tucholsky
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Das ist ein Punkt, mir dem ich auch nicht d´accord gehe.
Klar kenne ich Reiter, Klassik oder Western, bei denen der Zügel wirklich durchhängt, und wenn eine Einwirkung nötig wird, reicht oft ein Klingeln am Zügel. Grad in der Californischen Westernreitweise. Die Spadebits sehen zwar martialisch aus, sind es sicher auch, wenn man sie anstehend reitet, aber ein Pferd, das über Jahre (!!!) über Sidepull, Bosal, Snaffle drauf vorbereitet wurde, macht das reingreifen überflüssig. Trotzdem seh ich dann zumindest im nicht-Turniersport nichr wirklich Sinn drin.
In den meisten W- Sportdiziplinen geht es allerdings nicht so fein zu, im Gegenteil.
Zeit ist Geld- und teuer war der Gaul ja eh schon.smiley_doh
Bei den Klassikern (aller Couleur, von Doma über Barock bis hin zu) und auch im "normalen" Dressursport sieht man leider auch allzuoft die Kandare auf "Zug" bis in die ganz hohen Klassen.Hat in meinem Augen mit feinem Reiten nix zu tun.
Was sich mir üüüüüberhaupt nicht erschließt, ist, wieso ab L Kandare eine K. vorgeschrieben ist. In meinen Augen spricht es für deutlich besseres Reiten, wenn jemand fähig ist, die verlangten Lektionen auf Wassertrense zu zeigen.
(Oder ganz ohne was im Maul smiley_zwinker)
Ist mit ein Grund, weshalb ich mich nie mit dem Turniersport anfreunden konnte. (Western und Englisch, auch bei der Working Equitation wird ab gewissen Anforderungen eine (blanke) Kandare vorgeschrieben).
Ich halte das für antiquiert und überflüssig.
Und- ich würde zu gern mal gewissen Reiter/innen in einer internationalen Dressur die Kandare klauen und sie ne simple L auf Wassertense ohne Sperriemen reiten lassen....
Lg, crinblanc
Nochmal- ganz deutlich- ich hab nix gegen Kandaren in erfahrenen Händen- sie aber grundsätzlich vorzuschreiben halte ich für Quatsch.
Geändert von crinblanc (07.03.2010 um 11:34 Uhr) Grund: Text durcheinandergerutscht.Es ist glatt hier ;)
Ich habe an Pferden mit Kandarren schon so oft Schmu gesehen.. leider wird Sie halt zu oft als Notbremse genutzt.
Ich fänd es auch ganz prima toll wenn Pak auf den Punkt käme, an dem ich, Kandarre oder W.-Trense, Pak Neck-Reinen kann.
Wie sieht's eigentlich mit Kandarren aus, die ein gebrochenes Gebiss haben?
Mir erschließt sich da negatives, wie siehts wirklich aus?
Kandarre + Unterlegtrense?
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Tucholsky
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Ich hatte immer eine ungebrochene Kandarre mit Unterlegtrense. Ab L kann ja schon Kandarre gefordert werden, bei M ist es Pflicht. Wenn die Pferde gut darauf geschult sind und natürlich der Reiter auch ist es ziemlich problemlos damit zu reiten.
@Silberfeder: Die sogenannten Shank-Snaffles, also gebrochene Gebisse mit Anzügen in der Westernreiterei sollen einseitig wirkende Zügelhilfen ermöglichen, die natürlich mit einer ungebrochenen Stange nicht möglich sind, da können Biegung und Wendungen wirklich nur noch über Neckreining, Gewicht und Schenkel eingeleitet werden. (Jedenfalls sollte das so sein...)
Was für einen fiesen Kneifeffekt ein gebrochenes Gebiß mit Anzügen hat, wenn es als Notbremse mißbraucht wird, kann man sich unschwer vorstellen.
Ich kann die Dinger nicht ab und hab auch nie eines benutzt. Entweder- ich reite mit ungebrochener Stange, habe selber (und auch das Pferd) die entsprechende Ausbildung, oder ich sollte die Finger von Anzügen in jeder Form lassen....
Mein erstes Pony hab ich übrigens nach der Umstellung auf Western auch (aber nicht nur) auf Bit (also ungebrochner K.) geritten. Er mochte sie gern- war aber auch über Bosal und Co. im Neckreining ausgebildet. Und er hatte aus seinen wilden Durchgeh-Tagen einfach immer noch Angst vor der Wassertrense. hat sich zwar weitgehend gelegt, aber ich will nicht wissen, wie sehr ihm im Maul rumgezogen worden war. Mit der Stange hat er nie eine schlechte Erfahrung machen müssen...
Eine Zwischenform, die den Nußknackereffekt durch ihre Bauart ausschließt, sind die sogenannten B.-Allen-Bits.
Allerdings sind die berühmt-berüchtigt dafür, daß sie gern mal brechen.
@Joy: Ich hab auch schon Pferde mit Kandare und Unterlegtrense geritten, bei denen ich echt nix "in der Hand" hatte. Das waren 2 pensionierte S-Pferde. Herrlich.
Aber auch das Gegenteil, ein (hochplaziertes) M-Pferd, das ich vertretungsweise geritten hab, und auf dem die Dressurstunde trotz Klempnerladen zum Bodybuilding verkam.
Versuchte man, den Kandarenzügel lockerer zu lassen (was ja eigentlich die Regel sein sollte, so hab ichs jedefalls gelernt), kippte das ganze Tier komplett nach vorne. Gruselig...Jedenfalls war mir danach klar, weshalb die Besitzerin ständig mit gestreckten Armen und verdeckten Händen, Kandare am Anschlag, auf dem Trumm saß.
Bei meinen eigenen leg ich keinen Wert drauf, und es ist auch wirklich problematisch, für ein so kleines Maul eine anatomisch sinnvolle Kandaren/Unterlegtrensenkombi zu finden.
Die anatomisch "sinnvolle" Sprengerkandare (auch Konrad, glaub ich) wird nur bis 12,5 hergestellt. Kleiner nicht...wir bräuchten 11, höchstens 11,5 ;)
Das ist eh bei vielen zierlichen Pferden ein Problem, der Platz im Maul ist halt deutlich begrenzter als bei WB´s vom "alten Schlag".
Lg, crinblanc
Geändert von crinblanc (07.03.2010 um 15:01 Uhr)
Wie gesagt, es kommt immer auf das Können des Reiters und die gute Ausbildung des Pferdes an!
Klar, ich hab mich bloß immer gefragt, wie es sein kann, daß sowas (und der "Mißbrauch" der Kandare war offensichtlich) ständig vorne plaziert wird.
Frag ich mich heute noch- in den verschiedenen Disziplinen.
Da krankt halt meiner Meinung nach das System- nicht nur im "Englischen" Reitsport.
Und ich seh halt die Gefahr, daß es, wenn es so von den erfolgreichen Reitern vorexerziert wird, kritiklos übernommen und zur Norm erhoben wird.
Deshalb auch meine oft provokante bis ketzerische Haltung. Weil genau das zu Ungunsten der Reiter geht, die sich selber und ihrem Pferd die entsprechende Ausbildung (und damit auch Zeit) "gönnen".
Lg, crinblanc
Ich denke, wenn der Normaloreiter nach denkt...wird er sehen was da falsch läuft. Wenn er aber eh der Ansicht ist, mit Gewalt zum Ziel, kannst Du noch so viel reden...er wird es so völlig in Ordnung finden. Wenn Du siehst, Reiter können ihr Pferd nicht halten, dass Gebiss wird immer schärfer...sagt man ihnen, arbeite an den Grundlagen, sagen sie, bringt eh nix...
Lach, da hast du recht... das Denken oder Nicht-Denken war leider schon immer das Problem. Umso wichtiger finde ich es, in verschiedenen Sparten das Reglement zu hinterfragen.
Und gegebenfalls dahingehend zu ändern, daß eben die Kraftreiter nicht automatisch als "Vorbilder" ganz oben platziert werden.
Und ich bin froh, daß sich da was tut- siehe die P. Karl-Diskussion, (Nein, ich geh auch nicht in allen Punkten mit PK konform, in den meisten allerdings schon), einen Verbandstierarzt, der gewaltig das Maul aufmacht (Heuschmann) und so weiter. War lange fällig.
Lg, crinblanc
Ich misch mich mal kurz ein....
Ich denke dieses "Bild" vom ´versammelten´ Pferd & der damit einzig richtigen, einzig wahren "Haltung" hat sich so eingebrannt, dass gar nicht mehr über Grundsätze geredet wird. Jeder Reiter hat Angst von Mit(s)reitern als "Nichtskönner" abgestempelt zu werden, weil er sein Pferd vlt. noch nicht in dieser gewünschten Haltung reiten kann. - Was also tun, sein Pferd irgendwie in diese Haltung pressen. Dass das falsch ist, ist -denke ich- noch nicht mal allen wirklich bewusst. Es ist einfach die Unwissenheit und das Anpassen an Normen, die von der Sportwelt gesetzt werden.
Ich habe mir einen einfachen Reiterwettbewerb angeschaut, schon da fingen die Kinder an ihre Pferde schön links/rechts zu riegeln und in diese Haltung zu pressen. Falsch- Natürlich. Aber wer stellt sich dahin und erklärt mal das "Warum?".
Noch ein Beispiel: Eine Frau (vlt. 2 1/2 Mal so alt wie ich) hat ihr Pferd seit eigen Wochen in der Box neben uns stehen. Ich finde sie total sympatisch, nett & ich kann mich wirklich gut mit ihr unterhalten. Dann hab ich gesehen, dass ihr Pferd totaler Schenkelgänger ist... Klar, da läuft was falsch. Aber soll ich jetzt zu dieser Frau gehen, wesentlich jünger als sie, & ihr die Welt erklären? Ich glaub nicht, dass sie das wirklich bewusst macht. Im Gegenteil, sie möchte nur das Beste für ihr Pferd. Wer möchte das nicht`?
Aber trotzdem hab ich mich z.B damit auseinander gesetzt, wie das alles so funktioniert mit dem v/a, was eig. echte, relative Aufrichtung & wahre Versammlung ist. Aber hat mir das mal jemand erklärt? Nein. Das hab ich mir alles selber angelesen, hab Pferde beobachtet und mir die Reiter angeschaut. Okay, ich hatte auch noch nie einen wirklichen "echten" RL... Und meine NHS-Trainerin bringt mir die Sachen eben nicht von der Anatomie her bei, sondern eher alles was auf mentaler Ebene liegt. Da kommt es auf Motivation & Partnerschaft an und leider hab ich von ihr viel zu wenig über den Rest gelernt. -> Wäre ich jetzt also hingegangen und hätte mich NICHT noch zusätzlich informiert, dann wäre ich heute auch noch "dümmer". Aber kann man das von jedem "Freizeitreiter" erwarten? Die Leute vertrauen ihren RL, und wenn die sagen "spiel" mal links/rechts, dann wird das so gemacht. Warum auch nicht, so machen es die anderen ja auch...
Im Gegenteil ich werde doof angeguckt, wenn ich mein Pferd eben NICHT so reite. Da kann es auch mal sein, dass ich sie nicht "versammelt" reite, weil es eben einfach aus gesundheitlichen Gründen nicht geht. Punkt. Nur wer sieht das? Wer sieht schon den Hintergrund, WARUM der Reiter dies & das macht. Aber worauf alle Reiter gucken ist die Haltung. Ist der Kopf unten, wird man gelobt, ist der Kopf vor der Senkrechten kannst du nichts. Ob die Hinterhand schludert oder der Schweif schlägt, darauf achtet niemand. So ist das. Da gibt es nur wenige Leute, die wirklich sehen, dass man sich eben Zeit lässt & auf das Pferd Rücksicht nimmt. Und das ist das, was mich an unserer Reitergesellschaft tierisch ärgert. Diejenigen, die es gut meinen, die werden schief angeguckt, die werden nicht platziert und die bezeichnet man lächelnt als "ollen Freizeitreiter". Und überhaupt, jeder weiß es besser & beharrt auf seine Meinung, anstatt jeder vom Anderen lernt. So funktioniert das nicht.
Chapeau! Solche Posts geben dann wieder sowas wie Hoffnung....
Aber wer stellt sich dahin und erklärt mal das "Warum?".Off-Topic:
...damit macht man sich keine Freunde. Absolut nicht. Der Vereins-RL ist das Maß aller Dinge. Umdenken wär anstrengend.
Und keiner möchte hören, daß die Rückenprobleme von schlechtem Reiten kommen (wieso denn plötzlich?)- lieber wird das Geld in Pülverchen und Gelpads investiert. Und in eine Longierhilfe.smiley_doh
Eigene subjektive Erfahrung...
Lg, crinblanc
Danke, das wiederum gibt mir Hoffnung...
Das ist es ja eben! Nur wenn keiner was sagt, dann ändert sich auch nichts. Mal davon abgesehen, dass ich es auch nicht mache. (wie ich ja schon geschrieben hab)
Leuten in Foren einen Tipp zu geben ist eine andere Sache als wirklich Leute im realen Leben drauf anzusprechen. Die wollen nämlich keinen Rat. Und erst recht nicht von mir.
Irgendwie gehts jetzt ja schon nichtmehr um Gebisse, sondern um die ganze Filosofie.
Hängt aber ja auch alles untrennbar zusammen.
Ich hab per Zufall festgestellt, wie man mit den Abreiteplatz-Hyperflexoren ins Gespräch kommt. Allerdings nicht in ein sonderlich nettes...smiley_zwinker:
Man stelle sich einfach mit einer professionell aussehenden Kameraausrüstung an den Abreiteplatz und knipse... wetten, der Objektivschutz ist noch nicht unten, und du bist schon von Müttern, Ehemännern und Trainern umringt, die dich mehr oder weniger freundlich fragen, was du gedenkst abzulichten? *lach* so ein blitzsauberes Gewissen können die dann ja wohl nicht haben.
Übrigens war meine ursprüngliche Absicht, einfach meine Hafi-Dressurreitende Freundin zu knipsen. In der 70-er Jahre Halle wär das nämlich nicht möglich gewesen, ohne zu blitzen. Und das tu nichtmal ich...smiley_lach
Lg, crinblanc
PS: Laut Presserecht ist es übrigens völlig legal, die Teilnehmer öffentlicher Sportveranstaltungen zu fotografieren, solange erkennbar ist, daß es sich um eine solche handelt (Kopfnummern etc.)
Du hast Recht, wir sind ein bisschen Off-Topic, tut mir Leid. Das war wohl ich schuld, aber das musst jetzt einfach mal raus ;).
Hm... und was hast du ihnen geantwortet?
Werd ich mir merken :-D Allerdings dürfte das mit meiner Aldi-Kamera nicht so ganz einfach werden.
Ich hab sie zuckersüß gefragt, wo denn das Problem ist- wer kein Problem damit hat, sich Richtern zu stellen, sollte auch keines damit haben, wenn er im Hintergrund mit auf einem Bildchen ist.
Witzig war, daß sofort (ungefragt) von mehreren Personen Begründungen kamen, wieso man genau das jeweilige Pferd "rund und tief" reiten müsse (das war die damals aktuelle Umschreibung...).
Ich hab mich dann auch nichtmehr allzulang da aufgehalten. Irgendwie bekam ich Kopfschmerzen... grins.
Lg, crinblanc
Wegen ot oder nicht: sowas muß raus. Und das ist gut so! (Ansonsten- Fadenspalten?)
Fadenspalten(?)
*g*.... das kann ich mir vorstellen. Komisch, irgendwie scheint man dann doch zu wissen, dass es ja "eigentlich" falsch ist.
(Faden)-Thread-Spalten, meinte ich...
Lg, crinblanc
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