Wer sich eine Katze anschaffen möchte, sollte sich zuerst grundlegend Gedanken darüber machen, ob eine artgerechte Haltung gewährleistet werden kann. Hierzu gehört auch die Entscheidung, ob das neue Familienmitglied als Haus- oder Freigängerkatze gehalten werden soll.
Freigängerkatzen
Freigängerkatzen sollten grundsätzlich nur in Gegenden mit wenig Verkehr gehalten werden, um Zusammenstöße mit Pkw's vorzubeugen. Hierbei muss man aber auch bedenken, dass sich Katzen oft große Reviere aneignen und es nicht selten vorkommt, dass man seine Katze einige hundert Meter von zu Hause entfernt antrifft. Falls Sie Ihre Katze als Freigänger halten möchten, ist eine Kastration fast unumgänglich - sowohl bei Katern, als auch bei Katzen. Dass unkastrierte Katzen regelmäßig Nachwuchs bringen werden, sollte jedem klar sein. Potente Kater neigen dazu, Revierkämpfe mit fremden Katern zu bestreiten, was nicht immer ohne stärkere Verletzungen ausgeht. Auch kommt es des öfteren vor, dass potente Kater und Katzen tagelang nicht zu Hause auftauchen, weil sie auf der Suche nach einem Partnertier sind. Eine Kastration würde dem Ganzen vorbeugen bzw. dies eindämmen.
Eine Freigängerkatze ist sicherlich mehreren Gefahren ausgesetzt als eine Hauskatze. Dies wären z. B. wie bereits erwähnt Verletzungen im Straßenverkehr, bei Raufereien mit anderen Katzen oder auch Krankheiten durch Kontakt zu anderen Tieren. Entsprechende Vorsorgemaßnahmen gegen Krankheiten sollten daher auf jeden Fall getroffen werden (siehe hierzu "Gesundheit und Impfungen"). Falls einer Ihrer Lieblinge plötzlich nicht mehr auffindbar sein sollte, ist ein Chip oft eine große Hilfe. Der Chip wird anhand einer etwas dickeren Kanüle vom Tierarzt in die linke Halsseite implantiert. Sie können die Katze dann beim Haustierregister registrieren lassen. Falls Ihre Katze irgendwo gefunden werden sollte, kann anhand der Chip-Nr. (die meisten Tierärzte und Tierheime haben ein Lesegerät) der Halter ausfindig gemacht und benachrichtigt werden.
Hauskatzen
Sollten Sie sich dazu entscheiden, Ihre Katze als Hauskatze zu halten, gibt es folgendes zu bedenken: Hauskatzen haben nicht so viele Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, wie Freigängerkatzen. Aus diesem Grund sollten reine Hauskatzen nie alleine gehalten werden. Eine andere Tierart, wie zum Beispiel ein Hund, wird einer Katze nicht die Gesellschaft bieten können, wie ein Artgenosse. Dem ist auch so, wenn immer jemand zu Hause ist, der sich um das Tier kümmern kann. Schaffen Sie sich also wenn, dann mindestens zwei Katzen an.
Um Ihrem Tier ein abwechslungsreiches Leben bieten zu können, gibt es mehrere Möglichkeiten.
Es sollte immer ein ausreichend großer Kratzbaum vorhanden sein. Viele Katzen lieben es, sich ausstrecken und in voller Größe die Krallen schärfen zu können. Achten Sie also bitte darauf, dass der Kratzbaum entsprechend lange Stämme bietet. Hängemulden und Häuschen am Kratzbaum bieten den Tieren tolle Schlaf- und Versteckmöglichkeiten, die sie gerne nutzen.
Zwar gibt es auch wenige Ausnahmen, aber die meisten Mietzen lieben es, zu spielen. Da die Katze die nötige Abwechslung im Freien nicht hat, sollten Sie sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Im Handel gibt es viele verschiedene, beliebte Spielsachen für Katzen - von Federangeln bis hin zu kleinen Fellmäuschen. Oft können aber auch die einfachsten Mittel den Katzen viel Spaß bringen. So lieben es einige z. B., mit kleinen Bällchen aus handelsüblicher Alufolie oder Kabelbindern zu spielen.
Falls Sie der Katze etwas Freiluft auf dem Balkon gönnen möchten, sollte dieser bitte mit einem Katzenschutznetz versehen werden. Auch wenn eine Katze grundsätzlich nicht dazu neigt, vom Balkon zu springen, kommt es leider immer wieder vor, dass Katzen stürzen und sich zum Teil tödlich verletzen. Ein falscher Tritt oder ein vorbeifliegender Vogel und schon ist's passiert...
Alubällchen und Kabelbinder sind beliebte Spielzeuge, aber wie fast alle Spielzeuge bergen Sie auch Gefahr.
Alubälle können zerfetzt und Teile davon verschluckt werden - die scharfen Kanten können die Speiseröhre, den Magen und den Darm verletzen. Federangeln (oder Angeln allgemein) bestehen meist aus dem Stab, einem langen Gummi und dem Spielzeug: Hier besteht die Gefahr, dass sich eine Katze damit strangulieren kann, sollte man es einfach herumliegen lassen.
Daher bei allen Spielzeugen überdenken, ob Sie nur in Obhut des Menschen oder 24 Std. zur Verfügung stehen dürfen.
Wie bereits erwähnt brauchen Katzen Kratzbäume. Es sollte unbedingt ein Deckenhoher Kratzbaum vorhanden sein, damit sich die Katzen auf einen hohen Aussichtspunkt setzen und Beobachten können. Die meisten Kratzbäume sind allerdings so konzipiert, dass die einzelnen Sisalstämme nicht mehr als 60cm messen - definitiv zu wenig für die meisten Katzen(rassen). Daher sollte man bei der Auswahl des Kratzbaumes darauf achten, dass, wenn nicht schon vorhanden, die Möglichkeit besteht, die Elemente des Baumes (z.B. die Händeliegen) so zu drehen, dass mind. 1 durchgehender Stamm von min. 1m vorhanden ist.
Gerade bei den größeren Hauskatzenexemplaren (Maine Coon, Norwegische Waldkatze) wäre dies empfehlenswert.
Wer mehr als 1 Katze hält, hat dadurch nicht mehr Arbeit, muss aber darauf achten, dass die Grundbedürfnisse erfüllt sind. Beide Katzen brauchen eigene Futternäpfe, idealerweise sollte zwei Kratzbäume vorhanden sein (einer Deckenhoch, der andere beliebig) und es müssen 2 Katzenklos vorhanden sein.
Katzen sind sehr reinliche Tiere und akzeptieren es oft nicht, beide Geschäfte auf eines oder mit einer anderen Katze zusammen auf ein Katzenklo zu gehen.
Futterstellen sowie Katzenkloorte sollte nicht unmittelbar beieinander liegen, sowie in ruhigen Bereichen (d.h. nicht Eingangsbereich, Flur).
Katzenpflege
Oberstes Gebot bei der Katzenpflege ist eine saubere Katzentoilette. Im Handel werden viele verschiedene Modelle angeboten - von ganz normalen Kistchen bis hin zu überdachten Katzenklos. Manche Katzen mögen es allerdings nicht, in eine überdachte Katzentoilette zu gehen. Auch bei der Einstreu gibt es viele verschiedene Artikel, wobei aber nicht jede Katze jede Einstreu nutzen mag. Die Entscheidung, welche Kombination am besten geeignet ist, wird Ihnen also Ihre Katze abnehmen :-) Das Katzenklo sollte mindestens ein Mal täglich gereinigt werden.
Manche Katzen benötigen regelmäßige Fellpflege. Hier kommt es vor allem auf die Felllänge an. Langhaarige Katzen mit dichtem Fell, wie z. B. Perser, neigen leider immer wieder dazu, Fellknoten zu bekommen, die nur schwer wieder herauszubekommen sind. Tägliches Kämmen ist hier also Pflicht. Unter Umständen kann auch ein entsprechendes Mittel zur Lösung des Filzes verwendet werden. Das Baden von Katzen ist grds. nicht notwendig. Sollte es sich aber doch als aussichtslos erweisen, dass die Katze sich selbst sauber putzen kann, sollte zur Hautschonung nur speziell für Katzen gefertigtes Shampoo benutzt werden.
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