Nun bei Nierenversagen ist ja der komplette Flüssigkeitshaushalt des Tieres gestört, es " schrumpft " was zur Folge hat, das Tier wird immer magerer und auch kleiner.
Hasso war ein grossartiger Hund. Unser erster Hund. Wir holten ihn mit 8 Wochen vom Züchter.
Welpenschule, Hundeschule, Hasso hatte sich nie ergeben. Er war ein mutiger und starker Dobermann; ein Individualist.
Nichts konnte ihn erschrecken. Trotz seiner Veranlagung: in der Ruhe liegt die Kraft, war er wendig und flink wie ein Panther, aber nie unüberlegt.
Hasso war ein ca. 40 kg/70 cm Hund. Er hatte eine tiefe Brust. Bis zu seinen "Kniegelenken". Dadurch sah er von vorne etwas stumpf aus.
Nach dem Tode von Cora, Hasso war 9 1/2 Jahre alt, brach er physisch und psychisch ein.
Er war von einem auf den anderen ein alter Hund. Ein kranker Hund.
So nach und nach bauten wir ihn ein wenig auf. Wir holten neue Kollegen. Aber er brauchte ab dem Zeitpunkt Tabletten. Tabletten für sein Herz und seine Knochen.
Zunächst Vetmedin 5 mg, dann Rhimadyl 100 mg und PhenPred. Diese Tabletten bekam er 1 1/2 Jahre lang, dann streikten Leber und Nieren.
Dann bekam er 1 1/2 Jahre noch Novalgin - mit diesem Ganzen bahnten wir ihm den Weg in den Hundehimmel.
Der Kopf von Hasso war gross und stark.
Freitag, 13.02.2009 wurde sein Kopf weniger. Er nahm nichts mehr zu sich. Das, was noch drin war, erbrach er.
Montag, 16.02.2009 war sein Kopf nur noch ein Händchen voll. Man sah nur noch den vorderen Knochenkranz, sein Hinterkopf "fehlte" fast ganz. Er sah erbärmlich aus und seine Augen liessen nicht mehr von mir ab.
Am Montag gingen wir zum THP. Er behandelte ihn mit Magent-Physio-Massage und gab ihm Enzyme etc. Und immer eine Augen, suchende Augen. Er wollte mich immer im Blick haben.
Abends, als wir nach Hause kamen, und später als wir alle zu Bett gingen, legte sich Hasso noch auf das Fussende von mir und schaute mich unverwandt an. Sein Kopf schrumpfte immer mehr.
Ich beugte mich vor und strechelte seine Vorderläufe und sagten mindestens ein Dutzend Mal: Hasso hat so aua Füsschen udn aua Bauch hat er auch. Onkel Dr. macht das morgen alles wieder weg. Und ich sagte ihm: dass er immer Frauchens Schätzchen bleibt.
Ich dachte, der TA würde ihm am nächsten Tag wieder helfen können. (Sein Köpfchen schrumpfte immer mehr) Er hatte nur noch eine spitze Schnauze und Augen. Seine Schnauze war mit den Jahren immer spitzer geworden.
Und immer, und immer sehe ich dieses trostlose kleine Köpfchen vor mir.
Wie ich bereits unter dem anderen Thread: wie geht ihr mit Verlusten um? geschrieben habe, verabschiedete er sich in der Nacht von Montag auf Dienstag von mir.
Tag- und zeitgleich genau an dem Platz, wo drei Jahre zuvor Cora starb. Cora hatte ihn geholt.
Die Erinnerungen lassen mich nicht los.
Hasso starb an Nierenversagen in den Armen meines Mannes beim TA in Saarbrücken, im Auto, in seiner Wanne, an seinem Lieblingsplatz. Mein Mann sagte noch zu ihm: Jetzt fahren wir zu Frauchen nach Hause. Er hatte ganz ruhige Augen. Er schlief ein, für immer.
LG, Margot und die DobermännerBild 006.jpgScanImage001Hasso-san-san.jpgBild Hasso ein paar Wochen vor seinem Abschied für immer..jpgScanImage001Hassosan.jpgScannen10-04-14 2141.jpgScanImage001Hasso-San.jpghasso2Hasso kurz vor seinem Abschied für immer.jpg
Geändert von Hundefreund (24.01.2012 um 12:58 Uhr)
Nun bei Nierenversagen ist ja der komplette Flüssigkeitshaushalt des Tieres gestört, es " schrumpft " was zur Folge hat, das Tier wird immer magerer und auch kleiner.
Hunde haben ein Herrchen -- Katzen haben Personal !
Gogsch, ja. Aber es bezog sich nur auf den Kopf. Der Kopf wurde innerhalb von ein paar Tagen ein kleiner Schrumpfkopf. Ein schlimmes Bild. Ich habe es immer vor Augen. Nicht den schönen und starken grossen Kopf, den er ja ein Leben lang hatte, ich sehe nur dieses kleine Gesichtchen. Kurz vor seinem Tod.
Sicher ist er auch etwas ausser Fasson geraten von der Muskulatur her. aber er war auch fast 13 Jahre. Für einen Dobi schon ein schönes Alter, aber es ist immer zu früh.
Danke für Deine Antwort!
LG, Margot und die Dobermänner
Die Struktur der Zellen fällt bei Flüssigkeitsmangel zusammen und das fällt am meisten an knochigen, also an Stellen auf die weniger mit Fettgewebe angereichert sind, andere Stellen ( z.B. Schultern, Bauch usw. ) fallen da nicht so direkt ins Blickfeld, da sie mehr Reserven haben ... ich denke, es werden noch andere Faktoren bei deinem Hund, ausser Nierenversagen für das plötzliche abmagern eine Rolle gespielt haben.
... und da gleich mal ein Tipp für Katzenfreundinnen und Freunde wenn ihr den Verdacht habt es stimmt etwas nicht ... könnt ihr ganz einfach mal testen ob euer Kater/Katze gut mit Flüssigkeit versorgt ist ... ein fester Griff in den Nacken und danach MUSS das Fell sich sofort zurückziehen ... wenn da so ein " Hahnekamm " stehen bleibt sollten die Alarmglocken läuten. ( klappt auch bei einigen Hunden )
Auch ein kleiner Tierarzttest, den Trick sollte er kennen ...
Geändert von Gogsch (25.01.2012 um 04:45 Uhr)
Hunde haben ein Herrchen -- Katzen haben Personal !
die ganze Muskulatur um die Ohren zu bewegen war weg. Hasso war immer in ärztlicher Behandlung. Regelmässig grosses Blutbild, das bekommen alle.
Hasso war ein extrem sauberer Hund. Auch im ganzen Gelände immerhin 4000m2 fand er keinen Platz zum Pipi machen.
Wir mussten immer raus. Er sah das Gelände wohl als zweiten Wohnbereich an. Innerhalb des Geländes hat er sich nie gelöst.
Ein paar Tage vor seinem Ableben liess er immer Wasser ab. Auch ins Bett. Das wäre ihm vorher nie passiert. Unmengen Wasser. Er kippte oben rein und unten lief es dirket raus.
Daher fühlte er sich sehr unwohl, weil das "Unsaubere" einfach nicht verstand. Er sah hilflos aus. Dann dieser kleine Kopf.
Alles fing am Freitag an und endete Dienstag. Der TA machte noch ein Blutbild - keine Chance mehr. Er liess die Kanüle drin und folgte mit Krankenschwester Hasso zum Auto. In seiner Wanne legte er sich entspannt hin, weil es nach Hause zu Frauchen ging. Den TA hatte er gar nicht mehr wahrgenommen. Dann ging alles sehr schnell: Narkose und dann bekam er den "Rest".
Ich dachte, er käme nochmal nach Hause.
Manchmal fragt man sich, war es richtig, ihm drei Jahre lang Schmerzmittel zu geben, damit er schmerzfrei war. Hätte man alles früher beenden sollen? Man hat immer ein schlechtes Gewissen. Obwohl man alles getan hat für den Hund.
Kein Hund wird je seinen Stellenwert erreichen. Er war und bleibt Frauchens Schätzchen. und es wird nie ein anderes Schätzchen geben. Über TK stehe ich mit ihm in Verbindung. Egal, wie man darüber denkt. "Er hält mich auf dem Laufenden".
LG, Margot und die Dobermänner
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