Harpyien – mystische und anmutige Wesen
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am 07.03.2010 um 22:07 (584 Hits)
Spricht man von Harpyien, denken die meisten an Fabelwesen der griechischen Mythologie, an schöne Frauen, die mit Flügeln statt Händen durch die Lüfte schwangen. Doch waren diese Frauen keineswegs gutmütig, sondern töteten im Auftrag des Gottes Zeus dessen Widersacher. Solche und ähnliche Bilder erweckt das Wort Harpyie. Die Wenigsten wissen, dass unter der Bezeichnung Harpyie auch einer der faszinierendsten Greifvögel der Welt zu finden ist. Mit den Harpyien der griechischen Mythologie hat dieser Vogel allerdings abgesehen vom Namen nichts gemein.
Harpyien gehören zu den größten und auch physisch stärksten Greifvögeln der Welt. Versteckt in den Wipfeln des Regenwaldes in Guyana, im Norden Südamerikas, zieht er seine Bahnen in luftigen Höhen. Der stattliche Greifvogel wirkt beeindruckend. Und das verdankt er nicht allein seinem prächtigen Federkleid. Mit einer Gesamtlänge von bis zu 1m, einem Gewicht von bis zu 4,4kg und einer Spannweite von 2,4m stellt dieser Greifvogel eine imposante Erscheinung dar. Das Weibchen ist dabei, wie es bei Greifvögeln üblich ist, das schwerere Exemplar. Das Männchen ist etwas gewandter und flinker, muss es sich doch auf die Jagd konzentrieren und Weibchen und Sprösslinge während der Aufzucht mit Nahrung versorgen.
Obwohl sie anmutig aussehen beweisen sie mit ihren zwölf Zentimeter langen Krallen doch, dass sehr viel Kraft in ihnen steckt, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Auch diese langen Krallen katapultieren Harpyien in den Olymp der Greifvögel. Kein anderer Greifvogel weist größere Fänge auf. Zudem ist ihr Wesen angriffslustig und aggressiv. In den Gipfeln des Regenwaldes gibt es kaum Konkurrenz für diese mächtigen Vögel. Und doch ist dieser mächtiger Herrscher der Lüfte bedroht. Bedroht von einer Macht, der er kaum zu entkommen vermag. Sein Lebensraum schrumpft und wird beständig kleiner.
Obwohl er von vielen Einheimischen bewundert und verehrt wird, ist es doch der Mensch der dieses erhabene Wesen an den Rande der Existenz bringt. Wird nichts unternommen, wird auch dieser Vogel zu einem mystischen Wesen, einer Sagengestalt. Die wirtschaftliche Nutzung des Regenwaldes lässt unberührte Wälder, in denen junge Harpyien aufgezogen werden können Tag für Tag, Jahr für Jahr weniger werden. Harpyien sind Einzelgänger. Um sie zu schützen bedürfte es riesiger Flächen, denn jeder Vogel bräuchte bis zu 200 Quadratkilometer eigenes Territorium. Um dies zu gewährleisten, bedürfte es eines Umdenkens. Geschieht nichts, wird auch dieser wundervolle und anmutige, gleichzeitig erfuhrchtgebietende, Vogel nur ein weiteres Kreuz an der Gedenktafel der Vernichtungsmaschinerie Wirtschaft.
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